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Testbericht

Sebastian Viehmann, 14. September 2009
Er lädt und lädt und lädt: VW zeigt auf der IAA einen kleinen Stromer im Käfer-Look. Dumm nur, dass für VW-Chef Winterkorn der Durchbruch des Elektroautos noch in weiter Ferne liegt.

V-förmige Motorhaube mit VW-Logo, kurze Karosserieüberhänge, bauchige Radläufe: Der VW E-Up spielt mit Elementen des legendären Käfer, ohne sich als Retro-Auto zu präsentieren. Viel mehr soll er zeigen, wie die Zukunft aussehen könnte – eine Zukunft, in der Elektroautos nicht mehr teure Spielzeuge sind, sondern bezahlbare Mobilität für alle bieten. Wenn man das VW-Logo auf der Haube aufklappt, steckt darunter die Ladebuchse.

Basis für den Elektro-Käfer ist der Up!, der ab 2011 VWs Modelloffensive im Kleinstwagen-Segment einläuten soll. Eine ganze Zwergen-Familie steht in den Startlöchern: Der Up! als City-Hüpfer und Smart-Konkurrent, der Mikrovan Space-Up! und ein Brennstoffzellen-Van namens Space-Up Blue!. Ein Volkswagen-Entwicklerteam für „Städtische Mikromobilität“ arbeitet sogar an kleinen Strom-Rollern und elektrischen Klapprädern, die die Elektro-Flitzer ergänzen könnten. Auf der Präsentation des Wagens in der Frankfurter Jahrhunderthalle am Vorabend der Messe demonstrierte VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg das schon einmal und drehte ein wenig unbeholfen eine Roller-Runde um den gelben Stromer.

Der nur 3,19 Meter lange E-Up! Ist ein 3+1-Sitzer, das heißt: Hinter dem Fahrer bleibt kaum Platz, hinter dem Beifahrer soll aber ein dritter Erwachsener unterkommen. Die Rücksitzlehne lässt sich im Verhältnis 40 zu 60 teilen, so dass sich der äußerst bescheidene Kofferraum von 85 auf maximal 520 Liter erweitern lässt. Für größere Gegenstände bis zwei Meter Länge kann man die Beifahrersitzlehne auch flach umlegen.

Der E-Up! wird von einem Elektromotor angetrieben, der maximal 60 kW leistet und eine Dauerleistung von 40 kW liefert. Sofort nach dem Einschalten stehen 210 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung, angetrieben werden nur die Vorderräder. Mit einem Knopf an der Mittelkonsole schaltet der Fahrer zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang um. Die Fahrleistungen des kleinen Stromers klingen recht ordentlich: 11,3 Sekunden vergehen für den Spurt von 0 auf 100 Km/h, die typische City-Beschleunigung von 30 auf 50 Sachen ist schon nach 3,5 Sekunden geschafft. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 Km/h.

Die Wolfsburger Stromer-Studie wiegt 1085 Kilogramm, allein 240 Kilo davon beansprucht das Batteriepaket für sich. Der Lithium-Ionen-Akku hat eine Kapazität von 18 Kilowattstunden. Die maximale Reichweite des Autos gibt VW mit 130 Kilometern an. Wenn man den E-Up! zuhause an die Steckdose hängt, sollen die Batterien in rund fünf Stunden aufgeladen sein. An einer speziellen Ladestation lässt sich der Akku in gut einer Stunde auf bis zu 80 Prozent seiner Gesamtkapazität laden. Ein flächendeckendes Netz dieser City-Stromsäulen, bei denen man per Chipkarte Strom tanken kann, muss freilich erst aufgebaut werden.

Der lokale Schadstoff- und CO2-Ausstoß des E-Up! ist Null, zum tatsächlichen CO2-Ausstoß macht VW keine Angaben – der hängt schließlich davon ab, wie der zum Tanken nötige Strom produziert wird. Die Wolfsburger rechnen aber vor, dass die „Treibstoff“-Kosten pro 100 Kilometer zwei Euro betragen. Dabei werden Stromkosten von 14 Cent pro Kilowattstunde zugrunde gelegt. Aufladen wird man den City-Stromer vor allem nachts bei günstigen Schwachlast-Stromtarifen.

2013 soll die Serienversion des E-Up! auf den Markt kommen. Der Volkswagen-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn bremst allerdings die Elektro-Euphorie. "Wir werden das Elektroauto aus der Nische ins Massensegment führen. Dabei zählt aber nicht, der Schnellste zu sein", so Winterkorn am Montagabend bei der Präsentation des E-Up!. In einer Pressemitteilung des Konzerns wird er konkreter: "Ein Elektroauto muss für weite Kreise bezahlbar und kompromisslos alltagstauglich sein, um durchschlagend erfolgreich zu sein. Erst dann, mit hohen Stückzahlen, möglichst auf allen Kontinenten, kann wirklich vom Beginn des automobilen Elektro-Zeitalters und einer spürbaren Umweltentlastung gesprochen werden", so Winterkorn. "Bis die Produktionszahlen eines reinen Elektroautos die Erfolgskurve eines Polo schneiden, wird der Kalender mindestens das Jahr 2020 zeigen", ergänzt der VW-Chef. Auch Technik-Chef Hackenberg gab sich bei der Vorstellung des E-Up! betont bedächtig: Der Weg zum Elektroauto sei "ein Marathon und kein Sprint", so Hackenberg am Vorabend der Messe.

Die TDI- und TSI-Motoren werden bei VW daher wohl noch für Jahrzehnte dominant bleiben und Autos wie der E-Up! nur als Ergänzung dienen. Es könnte in Wolfsburg mit dem Stromern also so laufen wie einst bei den Modellen Touran und Tiguan: Erst einmal in Ruhe abwarten, dann aber das Feld von hinten aufrollen und die Führung im Segment übernehmen. Vielleicht heißt es aber auch "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben": Die Renault-Nissan-Allianz unter Carlos Ghosn will schon 2010 mit voller Ladung ins Elektro-Zeitalter starten.
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Quelle: press-inform, 2009-09-14

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