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Testbericht

2. Mai 2010

Die nächsten zwei Wochen sind wir mit einem Volkswagen TDI BlueMotion mit 90 PS unterwegs. Wir wollen den Beweis antreten, dass er im normalen Fahrbetrieb mit unter vier Litern Diesel auskommt. Ist das realistisch?

Klein – blau – stark
Der Volkswagen Polo ist erwachsen geworden. Er ist der einzige Fünfsitzer, der von sich behaupten kann, sich mit unter vier Litern Diesel zu begnügen (4,6 / 3,2 / 3,7 = gem. VO (EG) 715/2007). Bei der Angabe 3,2 Litern (außerorts) wissen wir aber, dass hier auf dem Rollenprüfstand gemessen wird und diese Situation mit den realen Verhältnisse auf der Straße nicht vergleichbar ist. Es ist ärgerlich, dass diese Zahlen immer noch publiziert werden dürfen – und zwar natürlich von allen Herstellern. Über 100 autoplenum.de-Leser und kritischen Tester, stellen dem VW Polo durchweg eine gute Note aus – 60% empfehlen den Wagen zum Kauf.

Zum Thema Fünfsitzer: Das lassen wir für Kurzstrecken gelten – aber für mehr als 200 Kilometer sicherlich eine Tortur – zumindest für den, der in der Mitte sitzt. Ich habe keine Probleme meine 188 Zentimeter Körpergröße vernünftig hinter dem Lenkrad unterzubringen. Der Kofferraum transportiert leicht drei Kisten Mineralwasser und auch mit drei Personen kann man locker in den Urlaub fahren, dank 1/3, 2/3 umklappbarer Rücksitzbank, ist das Gepäck auch schnell verstaut.

Den Polo BlueMotion gibt es auch mit der 3-Zylinder-Maschine und 75 PS. Wir haben uns für den (66 kW) 90 PS 5-Gang entschieden, weil dieser ebenso sparsam sein soll und uns auch flott ans Ziel bringen kann. Für die Fahrten beim Fotoshooting (74 Kilometer) haben wir 4,6 Liter / 100 km  Kraftstoff benötigt (alle Angaben Bordcomputer). Der Polo hat – wie alle TDI – ein kleines Turboloch beim Anfahren und die 90 PS machen sich zunächst nicht wirklich bemerkbar. Dreht man dann aber schön jeweils bis 2.500 Touren hoch, ist es ein kleiner Renner. Die 1165 Kilogramm werden in nur 11,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt.

Die Schaltempfehlungen sind manchmal etwas zu optimistisch. Der Polo hat von 1.500 bis 2.500 Umdrehungen sein maximales Drehmoment von 230 Newtonmeter anliegen. Deshalb macht es keinen Sinn, vor 1500 Umdrehungen hoch zu schalten – vor allem auf der Landstraße, wenn man auf 100 km/h beschleunigen will.

Volkswagen hat aus dem Desaster mit dem Lupo 3-Liter gelernt und dem Polo 90 PS-TDI vernünftige 185- (rollwiderstandsoptimierte) Reifen auf 15 Zoll Alufelgen spendiert. Damit hat der Wagen sogar etwas Sportliches. Unser Nachbar, der das Fahrzeug fachmännisch abgenommen hat, meinte: “Das könnte unser nächstes Auto werden.”

Sparsam fahren heißt, Schwung ausnutzen und sensibel Gas geben. Das setzen wir auf unserer ersten kleinen Tour nach Bochum in die Tat um. Das sind etwa acht Kilometer Landstraße, vermutlich eben soviel in der Stadt, der Rest ist Autobahn (A31, A2, A43). Wir peilen den Rekord von unter 4 Litern an. Dies bedeutet, behutsam Gas geben und auf der Autobahn, zwischen 100 bis maximal 130 km/h, die Geschwindigkeit konstant halten.

Das Auto sollte auf der Autobahn jedoch keine Behinderung darstellen, deshalb haben wir, wenn wir überholt haben, auch mal das Sparkonzept hinten angestellt. Nach dem Überholvorgang aber wieder Gas herausgenommen und bei 110 km/h den Tempomat erneut eingeschaltet. Der Einsatz des Tempomat ist absolut wichtig. Er entspannt nicht nur, sondern reduziert auch den Kraftstoffverbrauch.

In Bochum geht der Motor an einer Ampel nicht aus, obwohl es die Außentemperatur von etwa 15 Grad erlaubt hätte. Vermutlich war der Wagen noch etwas zu warm. Als wir den Wagen nach 134 Kilometern am Stadtpark ausstellen, zeigt der Bordcomputer genau 4,0 Liter an. Die Tankuhr suggeriert immer noch Tank voll, weil die Anzeige in 1/8 Balken (ca. 45 Liter Inhalt) erfolgt.

Auf der Rückfahrt sind wir etwas schneller unterwegs. Nach insgesamt 267 Kilometern haben wir einen durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von 4,2 Litern. Das kann sich sehen lassen. Wir waren mit zwei Erwachsen, einem Kind und ohne Gepäck unterwegs.

Die Ausstattung überzeugt
Dieser Polo ist auch schon recht gut ausgestattet. Als Journalist hätte man sich natürlich eine Telefonvorbereitung (Aufpreis 415 Euro) gewünscht. Ansonsten mit Radio RCD (640 Euro), Navigationsfunktion (500 Euro), Klimaanlage “Climatronic” (300 Euro) und so weiter, kommt der Wagen auf knapp über 21.500 Euro. Unverständlich ist sicher der Aufpreis von 20 Euro für die Raucherausführung mit Zigarettenanzünder. Gut fanden wir den USB-Anschluss: 8 GByte-USB-Stick eingesteckt und stundenlanges Musik hören war möglich.

Übrigens, den Polo “TEAM” BlueMotion Technology 1,6 l TDI mit Dieselpartikelfilter 66 kW (90 PS) 5-Gang, gibt es ab 18.525 Euro. Er ist dann schon recht gut ausgestattet, beispielsweise die Bedienelemente des Polo Team sind dann in Leder, er verfügt über beheizbare Sportsitze vorn (in strapazierfähigem Stoff), ist mit Parkpilot sowie Klimaanlage “Climatic” ausgestattet.

Der Polo soll aber auch Spaß machen – und nicht nur als “Sparbüchse” dienen. Kann er diesem Anspruch genügen?

Auf der Landstraße fühlt der VW sich “polowohl”
Jetzt wollen wir den Spargedanken mal ganz vernachlässigen. Runtergeschaltet und mit Schwung in die Kurve. Das Wetter war zwar nicht so besonders, aber für eine kleine Spitztour gerade recht. Also zurückschalten in den zweiten Gang, die Gangempfehlung einfach ignorieren, vor der Kurve leicht anbremsen und mit Schwung wieder raus. Das macht Spaß.

Den VW Passat vor uns halten wir leicht, der fährt uns nicht davon. Nach 133 Kilometer und einem Schnitt von 58 km/h stellen wir erstaunt fest: 4,5 Liter / 100km. Da hätten wir einen höheren Verbrauch erwartet. Natürlich haben wir auf geraden Stecken bei etwa 100 km/h den Tempomat eingeschaltet und den Polo einfach laufen lassen.

Morgens zum “Dienst”
Die nächste große Fahrt geht von Emsbüren nach Donauwörth. Natürlich wollte ich jetzt auch mal testen, ob er die versprochenen 180 km/h schafft. Die A7 war frei, also dann mal los: Bis 180 km/h hat der 90 PS-TDI mit den 1165 Kilogramm Leergewicht kein Problem. Einmal habe ich sogar die 200 km/h-Marke leicht angekratzt – vielleicht mit etwas “Talfahrt”. Nach etwa 550 km habe ich die Autobahn mit einem Schnitt von 116 km/h und 5,3 l/100km verlassen. Der Polo hängt gut am Gas. Sein maximales Drehmoment von 230 Nm liegt bei einer Drehzahl von 1500 bis 2500 1/min an. Schaffen wir es, auf der Rückfahrt die 4-Liter-Marke zu durchbrechen?

“Sparsam” Gas geben – Tempomat nutzen
Zurück ging es erst einmal wieder 85 Kilometer über die Landstraße. Bei einem Schnitt von 69 km/h pro Stunden benötigte der Polo 4,3 Liter / 100km. Natürlich wollten wir auf der A7 nicht als Stauverursacher unterwegs sein. Also, links mit etwa 130 bis 150 km die LKW überholt und, wenn rechts die Autobahn frei war, die Geschwindigkeit auf etwa 110 km/h gedrosselt. Hohe Geschwindigkeit kostet Kraftstoff. Nach 608 Kilometer zeigt der Bordcomputer 4,2 Liter / 100 Kilometer an. Ziel knapp verfehlt. Dennoch ein beeindruckender Wert: Mit einem Tankinhalt von 45 Litern kann man mit dem Volkswagen Polo TDI Bluemotion ein Ziel mit einer Entfernung von über 1000 Kilometern ansteuern.

Hier die Liste der Extras, mit der unser Polo ausgestattet ist:

VW Polo TDI BlueMotion, 90 PS
Polo Comfortline BlueMotion Technology 1,6 l TDI mit DPF 66 kW (90 PS) 5-Gang > 17.450 Euro
Shadow Blue Metallic > 425 Euro

Sonderausstattung
“RCD 310″ für Navigationsfunktion, 4 x 20 Watt, 6 Lautsprecher > 270 Euro
Diebstahlwarnanlage > 270 Euro
Fahrkomfortpaket (Geschwindigkeitsregelanlage, Multifunktionsanzeige, Reifendruckkontrolle, ParkPilot) > 230 Euro
Klimaanlage “Climatronic” > 300 Euro
Kopfairbagsystem für Front- und Fondpassagiere incl. Seitenairbags vorn > 465 Euro
Licht- und Sicht-Paket (Innenspiegel automatisch abgeblendet, Regensensor) > 140 Euro
Multifunktions-Lederlenkrad (3 Speichen) mit Dekor in Chrom matt > 310 Euro
Multimediabuchse Media-IN mit USB-Adapter > 170 Euro
Navigationsfunktion RNS 310 (für RCD 310) > 500 Euro
Nebelscheinwerfer incl. Abbiegelicht > 180 Euro
Raucherausführung mit Zigarettenanzünder anstatt Steckdose mit Deckel vorn Tagfahrlicht > 50 Euro
Winterpaket > 395 Euro

Fahrzeugpreis > 21.545 Euro

Fazit
In einem letzten Versuch konnten wir die 4-Liter-Marke noch knacken: Auf der Sonntagsrunde stand nach 80 Kilometern und einem Schnitt von 54 km/h ein Verbrauch von 3,9 Litern auf 100 km auf dem Bordcomputer. VW hat damit nicht zu viel versprochen – die Sparbüchse hat allerdings ihren Preis: Der Polo kann als Highline mit 1,6 l TDI und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG durchaus auch mit einem Preis jenseits der 25.000 Euro vom Band laufen.

Fotos © Redaktionsbüro Kebschull

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