Testbericht

Stefan Grundhoff, 7. Januar 2016
In Europa führt der VW Beetle neben dem übermächtigen Golf kaum mehr als ein Schattendasein, doch gerade in den USA ist er eine dicke Nummer. Der coole Beetle Dune soll mit leichten SUV-Anleihen Erinnerungen an die Strandbuggys aus den 70ern wecken.

Wirklich emotionale Autos sind im breit angelegten Produktportfolio von Volkswagen alles andere als opulent vertreten. Da gibt es den allemal stimmungsvollen Golf GTI, mit Abstrichen seinen Coupé-Bruder Scirocco und dann wohl nur noch den Beetle. Der ist angesichts des gigantischen Angebots an Antrieben, Ausstattungen und Fahrerassistenzsystemen gegenüber dem Golf nicht nur optisch ein wahres Retromobil - allerdings mit jeder Menge Charme. Denn auch wenn der Beetle schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat; gerade in Europa und China, besonders aber in den USA hat eine seine zumeist weiblichen Fans. "Zwei Drittel aller Beetle sind Cabrios", sagt Produktmanager Matthias Zeuner, "daher bieten wir den Beetle Dune nicht nur als Coupé, sondern auch als offene Cabrioversion an."

Der VW Beetle wird gerade als Sondermodell Dune seine Fans finden. Er bläst optisch mit einer wuchtigen Frontschürze, 18-Zöllern, dunklen Kontrastlackierungen und einer um 1,4 Zentimeter verbreiterten Spur die Backen auf, bietet technisch jedoch nicht mehr als ein normaler Beetle, der später in diesem Jahr eine winzige Modellpflege bekommt. Der VW Beetle Dune macht optisch auf Crossover, doch abseits befestigter Wege hat er nichts zu suchen. Daran ändert auch die leicht erhöhte Bodenfreiheit nebst optischem Unterfahrschutz nichts, da der Beetle auch als Dune auf einen standesgemäßen Allradantrieb verzichtet.

Das tut der guten Laune des Dünen-Modells keinesfalls einen Abbruch, denn der gebürtige Mexikaner macht keinen Hehl daraus, dass bei ihm die Optik die Musik macht. Und gerade im schmucken Sandstorm Yellow Metallic mit schwarzen Kontrastelementen, dunklen Radläufen und dem imposanten Heckspoiler ist der knapp 1,4 Tonnen schwere Beetle Dune nicht nur in San Diego oder Palm Desert ein wahrer Hingucker. Auch, weil die Innenausstattung nebst lackiertem Armaturenbrett und konturierten Sportsitzen mit farblich abgestimmten Kedern sehenswert auf das Außendesign abgestimmt ist. Was nicht gefällt, ist neben dem überschaubaren Platzangebot im Fond die allzu preiswert anmutende Dune-Plakette, die das griffige Lederlenkrad an sich krönen soll. Nicht nur technisch, sondern auch optisch merkt man dem VW Beetle seinen mächtigen Rückstand gegenüber der aktuellen Golf-Generation an. Soundsystem, Navigation und Instrumente haben schon ein paar Jahre auf dem Buckel und eine Lenkradheizung ist optional mittlerweile in fast jedem Kleinwagen zu bekommen. Nicht so im Beetle Dune Cabrio. Für Ausfahrten bei kühlen Temperaturen mit geöffnetem Cabriodach müssen daher die kräftige Sitzheizung und das aufklappbare Windschott reichen.

kräftige Sitzheizung und das aufklappbare Windschott reichen. Was schwerer negativ ins Gewicht fällt, sind die fehlenden Fahrerassistenzsysteme, denn Details wie Verkehrszeichenerkennung, Abstandstempomat, Spurhalte-, Notbrems- und Totwinkelassistent sucht man in der überschaubaren Sonderausstattungsliste vergeblich. Überraschend breit ist das Angebot an Motoren, denn anstatt den coolen Strandhüpfer nur mit Topmotorisierungen anzubieten, gibt es in Europa drei Benziner und zwei Diesel in einem Leistungsspektrum zwischen 105 und 210 PS. Die gelungene 170-PS-Benziner-Variante mit 1,8 Litern Hubraum in Verbindung mit dem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe bleibt zunächst den USA vorbehalten. Dabei erscheint gerade dieser Turbomotor als Idealbesetzung für den Beetle Dune - egal ob Coupé- oder Cabriovariante.

Die Fahrleistungen des VW Beetle Dune sind jedoch auch ab dem 110 kW / 150 PS starken 1.4 TSI allemal ausreichend. 0 auf Tempo 100 schafft der Fronttriebler mit Handschaltung Dank 250 Nm maximalem Drehmoment ab 1.500 U/min in 8,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit: langstreckentaugliche 203 km/h. Der Basispreis für den VW Beetle Dune 1.2 TSI liegt bei 23.625 Euro. Die bessere Wahl ist der mindestens 26.250 Euro teure Dune 1.4 TSI mit 150 PS, dessen Normverbrauch bei 5,7 Litern Super auf 100 Kilometern liegt. Wer in einem Beetle Dune den großen Kalifornien-Auftritt wagen will, der sollte dem Käfer-Nachfahren für 360 Euro Aufpreis auch die schwarzen Dekorstreifen auf Haube, Dach und Kofferraum gönnen. Ansonsten kommt man um Extras wie Navigationssystem, Xenonlicht, Klimaautomatik, Digitalradio und Connectivity Paket nicht herum. Macht unter dem Strich rund 29.000 Euro für einen echten Spaßmacher. Wer sich die offene Cabrioversion gönnen will, startet mit 150 PS bei knapp über 30.000 Euro.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Getriebe:Sechsgang-Handschaltung
Motor Bauart:Vierzylinder mit Turboaufladung
Hubraum:396
Drehmoment:250 Nm bei 1500 UPM
Preis
Neupreis: 26350 € (Stand: 2016-01-08)
Testwertung
3.5 von 5

Quelle: press-inform, 2016-01-07

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