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Testbericht

16. Juni 2009
Schloss Elmau, 15. Juni 2009 - Diese tiefe Sitzposition lässt uns beinahe vergessen, dass wir in einer viertürigen Limousine sitzen: dem Porsche Panamera Turbo. Die schwäbischen Sportwagen-Hersteller wollen natürlich die sportlichsten Fahrzeuge in der Oberklasse anbieten. Also haben wir uns das 500-PS-Topmodell "Turbo" für einen Test geschnappt. Laut Hersteller musste sich der Wagen in der Nordschleife des Nürburgrings gegen Renner vom Schlage eines Maserati Quattroporte S, einer BMW M5 Limousine, eines Audi RS6 oder eines Mercedes S 63 AMG stellen. Der Panamera soll alles besser machen. Gelingt der Einstieg ist die höchste Fahrzeugklasse, an dem schon so viele Hersteller scheiterten?

Kein Stretch-11er Der Panamera ist als typischer Porsche gezeichnet: Die Frontscheinwerfer, die Motorhaube, die überwölbten Kotflügel und die Coupéform passen den Wagen stilsicher in die Modellfamilie aus Zuffenhausen ein. Mit einer Länge von 4,97 Meter ist er kürzer als die meisten seiner Konkurrenten, aber mit 1,93 Meter recht breit. Die Höhe von 1,42 Meter macht ihn zu einem flachen Fahrzeug, bei welchem schon optisch der Schwerpunkt weit nach unten rückt. Auffällig unauffällig sitzt der sehr dezent gehaltene Diffusor am Heck. So geht der Panamera eigenständig und mit edel sportlicher Ausstrahlung ans Werk.

Geräumiger Luxus Der Panamera ist ein Auto für maximal vier Personen. Auch im Fond sind die Plätze von einer Mittelkonsole getrennt. Die Maßgabe bei der Konstruktion des Fahrzeugs war: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sollte sich mit seinen 1,93 Meter Körpergröße auf jedem Platz wohlfühlen. Und er wird sich wohlfühlen: Vorne wie hinten warten sportlich gehaltene Einzelsitze auf die Passagiere. An Bein- und Kopffreiheit gibt es nichts zu meckern. Und auch die Sitzposition ist sportwagenmäßig tief - in keinem anderen Fahrzeug der Oberklasse hockt der Fahrer so nahe am Asphalt. Und hinter die Heckklappe des Panamera passt mehr als nur der klischeehafte Golfsack: 423 Liter Gepäck schluckt der Sportler. Fallen die Rücklehnen der Fond-Sitze, entsteht zum einen ein beinahe ebener Ladeboden, zum anderen können dann 1.250 Liter Stauraum befüllt werden. Wer den Kofferraum perfekt nutzen will, für den hält Porsche Maßgepäck bereit.

Stylischer Luxus Der Innenraum des Panamera gibt sich als geordneter moderner Luxus-Ort. Die Gestaltung der Instrumente, die hohe schmale Mittelkonsole und die Vernähung des serienmäßigen Leder-Gestühls: Nichts wirkt feudal, alles wirkt wie eine Komposition aus Design-Stücken. Diese Kabinen-Gestaltung wird sicher Maßstäbe setzen für sämtliche anderen Porsche-Modelle. Dabei sitzen am rechten und linken Rand der Mittelkonsole viele Knöpfe - bei Porsche hat man sich in voller Absicht gegen Bediensysteme à la iDrive und Co. entschieden. Der Porsche-Fahrer liebt die direkte Funktionsanwahl.

Abstands-Tempomat und Zusatz-Bildschirm Der normale Tempomat gehört beim Panamera Turbo zum Serien-Umfang. Aber jetzt gibt es erstmals in einem Porsche optional einen Abstands-Tempomaten. Das 2.035 Euro teure System regelt mit einstellbarem Abstand und hat auch in Kurven keinerlei Probleme. Anzeigen kann sich der Fahrer die Abstands-Funktion in der Instrumenten-Anzeige. Die Tube rechts vom zentralen Drehzahlmesser ist ein runder 4,8-Zoll-TFT-Bildschirm. Dort kann zudem die Navi-Karte eingesehen werden - sehr nützlich, wenn der Beifahrer wieder mal am Hauptbildschirm in der Mittelkonsole nach dem nächsten Musiktitel sucht.

Rückfahrkamera sinnvoll In Sachen Übersichtlichkeit geht der Blick nach vorne und zu den Seiten, trotz der recht breiten B-Säule, in Ordnung. Aber nach hinten ist nicht viel zu sehen. Deshalb spendiert Porsche dem Panamera immer einen Einpark-Assistenten für hinten. Beim Turbo ist das System für vorne und hinten Serie. Aber für das Rückwärts-Einfahren in einen schmalen Feldweg nützt das wenig, dann ist die 654 Euro teure Rückfahrkamera gefragt.

Luft ist Serie Der Panamera Turbo kann sich serienmäßig auf sein Luftfahrwerk verlassen. Jedes Rad ist an eine Luftfeder gekoppelt - 2,2 Liter des Gases sorgen pro Rad für strammen Komfort. Wird für eine sportliche Fahrweise mehr Härte verlangt, kann durch Schließen eines Ventils per Knopfdruck das Luft-Volumen auf die Hälfte, also 1,1 Liter, reduziert werden. Wer das Sport-Plus-Fahrprogramm aktiviert, wird zudem mit einem Absinken des Fahrzeugs um 2,5 Zentimeter belohnt. Und auch nach oben gibt es Spielraum: Bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h lässt sich der Wagen um zwei Zentimeter anheben, um beispielsweise besser eine Parkhausrampe befahren zu können. Porsche gibt hier sogar einen Rampenwinkel an: 12,4 Grad.

Der Spoiler lebt Alle Panamera-Modelle machen sich mit einem ausfahrbaren Spoiler auf den Weg. Den coolsten bekommt der Turbo: Hier schiebt sich der Flügel nicht nur nach oben, sondern erweitert sich auch noch zur Seite, um bestmöglichen Abtrieb auf der Hinterachse zu generieren. Der Spoiler fährt entweder auf Knopfdruck oder ab einer Geschwindigkeit von 90 km/h automatisch aus. Dabei nimmt der Flügel einen Anstellwinkel von minus drei Grad ein. Ab 205 km/h ändert sich dieser Winkel in die so genannte Performance-Stellung von zehn Grad. Nicht ohne Grund spüren wir selbst bei Geschwindigkeiten jenseits von 250 km/h eine ausgezeichnete Spurstabilität.

Untergrundbearbeitung in Perfektion Wer einen Angriff auf die automobile Oberklasse startet, muss natürlich auch mit dem Untergrund fertig werden. Und das eingesetzte Luftfahrwerk ist dafür bestens geeignet. Im Normal-Modus werden die Gäste nicht durchgeschüttelt, meisterliches Gleiten ist angesagt - eine Sänften-Einstellung gibt es zum Glück nicht. Der Druck auf die Sport- oder Sport-Plus-Taste macht den Wagen dann hart zum Brettern. Aber auch hier bleiben gesundheitsgefährdende Stöße Richtung Wirbelsäule aus. In den Kurven gibt sich der Panamera keine Blöße: Über die Porsche-typisch direkte Lenkung lässt sich der Wagen prima ums Eck ziehen. Den Gipfel des krummen Genusses bietet die 4.344 Euro teure Wankstabilisierung, welche Querkräfte bis zu 1,0 g komplett eliminiert - hier wankt der Wagen keinen Millimeter.

Achtzylinder-Turbo mit 500 PS Der tief eingebaute Achtzylinder des Panamera Turbo wird von jeweils einem Turbolader für jede Zylinderbank unter Druck gesetzt. Das Triebwerk ist aus dem Cayenne Turbo bekannt, wurde für den Einsatz im Panamera aber leicht modifiziert. So wurde beispielsweise um eines niedrigen Fahrzeug-Schwerpunktes willen die Ölwanne flacher konstruiert. 500 PS grummeln in dem 4,8-Liter-Turbo-Aggregat, ein maximales Drehmoment von 700 Newtonmeter sorgt für den nötigen Anzug. Die Beschleunigung des Panamera verläuft dabei gefühlt sanft, nur der Blick aufs Tachometer belehrt uns eines Besseren: In 4,2 Sekunden ist Tempo 100 erreicht - außer wir aktivieren die Launch Control.

Optional mit Launch Control Wer 1.892 Euro ausgibt, bekommt das so genannte Sport Chrono Paket Turbo. Zu erkennen ist es an der Race-Timer-Uhr, die mitten auf dem Armaturenbrett sitzt. Zusätzlich in diesem Paket enthalten: Eine Launch Control zum Beschleunigen mit der optimalen Anfahrts-Drehzahl. Die Aktivierung der Launch Control ist dabei einfacher als bei manchen Konkurrenz-Modellen: Den Gangwahl-Hebel des Doppel-Kupplungsgetriebes auf "manuell" stellen, dann mit dem linken Fuß die Bremse treten und mit dem rechten Fuß gleichzeitig Gas geben. Ist der Drehzahlmesser bei zirka 5.000 U/min angekommen, erscheint im Zusatz-Bildschrim ein Hinweis, das die Launch Control bereit ist. Jetzt den linken Fuß von der Bremse nehmen und mit dem rechten Fuß weiter Gas geben. Der Blitz schlägt ein. Während wir uns vom Bums in den Rücken erholen, zieht der Allrad-Wagen unerbittlich nach vorn - und schafft so den Sprint in den dreistelligen Bereich in 4,0 Sekunden, also 0,2 Sekunden schneller als ohne Launch Control.

Effizient dank Start-Stopp Bisher gab es das noch nicht: Eine Automatik-Schaltung, die in einem konventionellen Verbrennungsmotor-Wagen mit einem Start-Stopp-System gekoppelt ist. Die Porsche-Ingenieure mussten dafür einige Hürden überwinden, da schließlich eine per Fuß betätigte Kupplung als Schaltelement nicht zur Verfügung steht. Aber alle Klippen wurden umschifft, der Motor geht an der roten Ampel einfach aus und springt spontan wieder an, wenn wir wieder Gas geben. Erkennt das System einen Rangiervorgang oder sind wir im Sport-Modus unterwegs, bleibt Start-Stopp deaktiviert. So gerüstet, gießt sich die Limousine laut Hersteller im Schnitt 12,2 Liter Super Plus pro 100 Kilometer in die Brennräume. Im Vergleich ist dies in dieser Leistungsklasse geradezu sparsam: Der Maserati Quattroporte S genehmigt sich 15,7, ein Mercedes S 63 AMG 14,5, der BMW M5 15,0 und der Audi RS6 13,9 Liter auf 100 Kilometer.

Bis zu 303 km/h Der Panamera Turbo bringt vier Personen auf bis zu 303 km/h. Dabei durchströmt er die Luft mit einem sonoren Grummeln. Wer aber kein Grummeln sondern lieber ein Röhren will, der muss 2.606 Euro für die Sportabgasanlage ausgeben. Auf Knopfdruck stellt diese einen ausgesucht kernigen Sound bereit. Wer bis zum Druck auf den Sound-Knopf dachte, diese Ausstattung sei überflüssig, der wird bereits durch den ersten Endrohr-Tusch eines Besseren belehrt.

Serienmäßig mit Siebengang-PDK Im Panamera Turbo übernimmt die Schaltarbeit serienmäßig das siebengängige Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK). Dieses ist für Belastungen von bis zu 900 Newtonmeter ausgelegt, wird also mit den 700 Newtonmeter des Turbo-Motors locker fertig. Und genauso unangestrengt arbeitet das Schaltwerk: Konzeptbedingt ohne Zugkraftunterbrechung schaltet es uns sanft durch die Drehzahlen. Keinerlei Ruckeln verpatzt uns das Fahrerlebnis. Im Sport- sowie Sport-Plus-Modus werden die Gänge spürbar länger ausgedreht und der als Spar-Gang ausgelegte siebte Gang kommt gar nicht zum Einsatz. Wer selbst Hand anlegen will, schiebt entweder den Wahlhebel in die manuelle Schaltgasse oder drückt an den dafür vorgesehenen Schiebetasten am Lenkrad herum. Um auch hier die Effizienz nicht zu kurz kommen zu lassen, werden für den manuellen Betrieb Hochschalt-Empfehlungen ins Tachometer eingeblendet.
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Technische Daten
Antrieb:Allradantrieb
Anzahl Gänge:7
Getriebe:Doppelkupplungs-Getriebe
Motor Bauart:Otto-Turbo-Motor
Hubraum:4.806
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:8
Leistung:368 kW (500 PS) bei UPM
Drehmoment:700 Nm bei 2.250 - 4.500 UPM
Preis
Neupreis: 135.154 € (Stand: Juni 2009)
Fazit
Viele sind gescheitert, Porsche schafft es anscheinend spielend: Der Panamera Turbo wird sich sein Stück aus dem Marktkuchen der höchsten Autoliga reißen. Mit eigenständiger schicker Form, einem ausgesucht modernen und trotzdem luxuriösen Innenraum, sowie dem perfekt abgestimmten Luftfahrwerk lehrt er die Konkurrenz das Fürchten. Hinzu kommt der effiziente 500-PS-Turbomotor mit Siebengang-PDK und Start-Stopp-System. Porsche hat das eigene Ziel erfüllt: Das vielleicht sportlichste Gefährt der Oberklasse zu schaffen.

Dass dabei Ausstattung und Komfort nicht zu kurz kommen, merken wir auch beim Preis. In der extrem gut ausgestatteten Grundversion werden für den Turbo 135.154 Euro fällig - ein Preis, der sich mit ein paar Extras leicht auf 180.000 Euro hochschrauben lässt. Die Zuffenhausener wissen einfach, was sie da auf die Räder gestellt haben - ab dem 12. September 2009 ist der Wagen zu haben.
Testwertung
5.0 von 5

Quelle: auto-news, 2009-06-16

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