Testbericht

15. Oktober 2003
München, 15. Oktober 2003 – Der XL-7 ist das Flaggschiff von Suzuki. Die Bezeichnung des Allradlers rührt von seinen XL-Abmessungen her, immerhin ist er mit seinen 4,68 Metern einen halben Meter länger als der normale Grand Vitara. Die Sieben stand bei der Markteinführung 2001 für sieben Sitze. 2002 wurde dem Siebensitzer auf einen Streich die dritte Bank weggenommen. Fortan wurde er mit fünf Plätzen auf die Straße geschickt. Man hätte, so Suzuki, damit auf die Wünsche von Kunden reagiert: Sie wollten lieber einen großen Kofferraum.

Wir haben den 173 PS starken XL-7 in der Ausstattungslinie Comfort getestet.

Markante Form Vom Erscheinungsbild her ist der große Suzuki eindeutig als Geländewagen zu identifizieren. Mit seiner markanten, klassischen Form sieht er Vertrauen erweckend kräftig aus. Er scheint eher ein Arbeitstier zu sein und weniger ein Auto zum Repräsentieren.

Das kommt auch beim Interieur zur Geltung: Das Cockpit ist in einem schlichten Grau gehalten. Die Optik wird zwar durch Edelholz-Applikationen an der Mittelkonsole aufgelockert, aber die schaffen es auch nicht, den nüchternen Anblick zu übertünchen.

Einfache Bedienung In punkto Funktionalität gibt es keine Abstriche zu machen: Es gibt nur wenige Schalter und Knöpfe, und die sind einfach zu bedienen. So lässt sich beispielsweise die Klimaanlage über drei große Drehschalter bequem regulieren.

Die Vordersitze sind bequem, bieten aber bei schnellen Kurvenfahrten nur wenig Seitenhalt. Dafür können sie in der Ausstattung Comfort beheizt werden. Wer hinten einsteigt, braucht sich über mangelnden Sitzkomfort oder über zu wenig Platz nicht zu beklagen. Vorausgesetzt, dass nur die zwei äußeren Plätze belegt sind. Zu dritt wird’s hinten eng.

Fond ist variabel Sehr praktisch ist die hohe Variabilität im Fond. Die gesamte Rückbank ist im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel geteilt. Beide Teile lassen sich nach einem Handgriff einzeln verschieben. Die Lehnen können ebenfalls einfach umgeklappt werden. Das schafft Stauraum: Das Kofferraumvolumen kann so von 900 Litern auf 1.687 Liter wachsen.

Hecktür unpraktisch Einen Minuspunkt gibt es für die breite, nach rechts aufschwenkende Hecktür: Hält man am rechten Fahrbahnrand zum Beladen, muss man mit dem Gepäck erst um die geöffnete Tür herumlaufen. Die ungünstige Anbringung der Tür ist dem Linksverkehr in Japan, dem Ursprungsland des Suzuki, zu verdanken.

2,7 Liter: Starker Motor Der XL-Vitara ist ausschließlich mit einem 2,7-Liter-Benziner zu haben. Damit ist der Offroader stark motorisiert: Der V-Sechszylinder leistet 173 PS, die der Motor bereits von unten heraus recht flott auf die Piste schickt. Dabei arbeitet das Aggregat im Leerlauf angenehm leise und wird auch beim Hochdrehen nicht auffällig laut.

Vier-Stufen-Automatik Der XL-7 kann optional mit einer Vier-Stufen-Automatik ausgerüstet werden. Die vierte Stufe fungiert als Overdrive: Wird der Overdrive per Knopfdruck deaktiviert, schaltet das Getriebe aus Stufe drei nicht in Stufe vier hoch. Sinnvoll ist das vor allem auf kurvigen Bergstecken: Die Leistung wird gleichmäßiger abgegeben, da das Getriebe nicht so oft zwischen den Stufen wechselt.

Antrieb von zwei oder vier Rädern Bei Suzuki heißt der Allrad-Antrieb Fourgrip. Auf Asphalt rollt der Geländewagen mit Hinterradantrieb. Bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h kann mit einem zusätzlichen Schalthebel der Vierradantrieb aktiviert werden. Das klappt ohne viel Mühe. Fürs Gelände gibt es eine am selben Hebel zuschaltbare Untersetzung. Sie einzulegen funktioniert nur, wenn der Wagen steht und erfordert dann ein wenig Fingerspitzengefühl.

Fahrwerk wie beim Geländewagen Das Fahrwerk des XL-7 verhält sich wie bei einem typischen Geländewagen: Leicht schaukelig in der Kurve, nickend beim Bremsen. Der Groß-Suzuki ist komfortabel gefedert und schluckt kleinere Bodenunebenheiten mühelos. Die Lenkung ist leichtgängig, aber ein wenig indirekt. Nur Gutes gibt es über die Bremsen zu sagen: Sie packen kräftig und entschlossen zu.

In schnell gefahrenen Kurven verhält sich der XL-7 gutmütig und vermittelt selbst mit Hinterrad-Antrieb ein sicheres Gefühl – vorausgesetzt, die Straße ist trocken. Auf rutschigem Untergrund sollte man lieber den Allradantrieb zuschalten. Dann schiebt der große Wagen beim Ausbrechen über die Vorderräder. Ein elektronisches Stabilitätsprogramm wird nicht angeboten.

170 km/h Spitze Für eine stärkere Beschleunigung oder Bergauffahrten gibt es einen Power-Knopf: Wird er gedrückt, dreht das Getriebe die Fahrstufen höher aus. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der XXL-Suzuki laut Werksangabe bei 170 km/h. In unserem Test zeigte der Tacho immerhin 190 km/h. Auf dem Weg dahin dauert es 10,5 Sekunden bis zur 100er Marke, ab etwa 130 km/h lässt der Beschleunigungswillen spürbar nach.

Ab 24.750 Euro Der Grundpreis des größten aller Suzukis liegt bei 24.750 Euro. Er ist relativ komplett ausgestattet: Sogar die Klimaanlage und der Metallic-Lack sind dabei. In der Comfort-Ausstattung (770 Euro Aufpreis) gibt’s zusätzlich die Sitzheizungen für die Vordersitze, den Tempomat und die Alufelgen enthalten. Das Automatik-Getriebe kostet einen Aufpreis von 1.530 Euro.

Damit ist der XL-7 eines der preiswertesten Autos in seiner Klasse: Der Mazda Tribute 3.0 Exclusive ist 2.000 Euro teurer, der Ford Maverick 3.0 Limited schlägt mit etwa 5.000 Euro mehr zu Buche.
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Technische Daten
Motor Bauart:V-Sechszylinder, 24 Ventile
Hubraum:2.736
Leistung:127 kW (173 PS) bei UPM
Drehmoment:231 Nm bei 3.300 UPM
Preis
Neupreis: 25.820 € (Stand: Oktober 2003)
Fazit
Der Suzuki Grand Vitara XL-7 passt gut in die Garage der Vernunft-Autos. Nicht besonders auffällig im Design, eher bescheiden im Auftritt und dennoch stark motorisiert und geräumig.

Mit seinem großen Stauvolumen und der Variabilität des Innenraumes wird er für Familien ebenso interessant wie für Hobby-Angler oder Waidmänner. Schließlich eignet er sich mit dem zuschaltbaren Allradantrieb und der Geländeuntersetzung besonders für den Einsatz außerhalb befestigter Pisten.

Eines der wichtigsten Kaufargumente dürfte aber der Preis sein, der in diesem Segment relativ günstig ist. Wobei der Grand Vitara ein gutes Beispiel dafür ist, dass preiswert nicht gleich billig bedeutet. (hd)

Quelle: auto-news, 2003-10-15

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