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Testbericht

4. September 2007

Im Jahr 2008 werden weltweit erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Land wohnen. Tendenz weiter steigend. Gute Voraussetzungen für den jüngst renovierten Smart Fortwo, der mit knapp 2,70 Meter Länge im abendlichen Kampf um die letzte Parklücke keine natürlichen Feinde hat.

Zwei Personen sind im Smart-Innenraum gut untergebracht. Sie nehmen auf straff gepolsterten, aber bequemen Sitzen Platz und erfreuen sich an der hohen Sitzposition, die der Übersichtlichkeit zugute kommt.

Unruhe kommt erst beim Fahren auf, woran das automatisierte Fünfganggetriebe - Teil des Smart-Konzeptes - großen Anteil hat. Die Anfahr-Verzögerung nervt ebenso wie die langen Schaltpausen. Außerdem informieren der kurze Radstand und die straffe Federung gründlicher über den Fahrbahnzustand, als den Passagieren lieb ist. Da der Zwerg nicht sauber geradeaus läuft und sich von Windböen durchschütteln lässt, geht dem Fahrer die Arbeit am Lenkrad nie aus. Unsicher fühlt er sich aber nicht, auch weil das früh eingreifende ESP jedwedes Kurvenräubern unterbindet.

Überholspur wird zum Feindesland

Unsicher können Smart-Käufer allerdings bei der Frage Benziner oder Diesel werden. Der 45 PS starke CDI lockt mit einem Verbrauchsversprechen von konkurrenzlosen 3,3 Litern auf 100 Kilometer. Allerdings fühlt sich der Diesel, der in Basisausstattung 11.200 Euro kostet, in allen Lebenslagen lahm und zäh an. Nur mit Mühe schafft er 120 km/h, und geht es bergauf, wird die Überholspur endgültig zum Feindesland.

Tüchtige Kaltstart-Vibrationen kosten weitere Komfort-Punkte. Eine Sänfte ist auch der Benziner mit 71 PS nicht, der bereits ab 9.990 Euro zu haben ist. In den kernigen Arbeitsgeräuschen der Einliter-Maschine schwingt eine sympathische, sportliche Note mit. Zudem fährt er dem Diesel derart um die Ohren, wie es die Papierform nicht erwarten lässt. Beim Sprint auf Tempo 100 nimmt er dem CDI über sieben Sekunden ab. Auch vom Drehmoment-Plus (110 zu 92 Nm), sonst Domäne eines Turbo-Diesels, ist nichts zu spüren. Bevor er in die Puschen kommt, ist der drehfreudige Benziner über alle Berge.

Beide enttäuschen beim Verbrauch

Beim Verbrauch enttäuschen beide. Aus den versprochenen 3,3 Litern beim Selbstzünder werden in der Praxis fünf, der Benziner genehmigt sich sogar sieben Liter. Der Diesel rechnet sich damit schon ab 9.000 km pro Jahr. Wer nicht viel drüber liegt, fährt mit dem Benziner aber deutlich besser.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2007-09-04

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