Testbericht

Sebastian Viehmann, 19. März 2010
Skoda frischt seine Familienkutsche Roomster auf. Neben ein paar Gesichtsretuschen und Verbesserungen im Cockpit hat die Motorenpalette weniger Basisaggregate als bisher. Der stärkste Roomster ist der 1.2 TSI mit Doppelkupplungsgetriebe.

Kleine Geschwister spielen am liebsten mit dem Spielzeug ihrer großen Geschwister. Das ist bei Skoda nicht anders: Die Tschechen suchen sich aus dem üppigen VW-Baukasten die schönsten Dinge heraus, und ab sofort ist auch das Doppelkupplungsgetriebe DSG dabei. Beim kompakten Fabia und beim Familienauto Roomster wird es mit dem 1,2 Liter großen TSI-Motor (77 kW / 105 PS) kombiniert.

Der aus dem Polo bekannte TSI entwickelt ein maximales Drehmoment von 175 Newtonmetern, das schon bei 1550 Touren anliegt. Der Antritt des Wagens ist sehr ordentlich - zumal der Skoda mit 1,27 Tonnen Leergewicht nicht viel schwerer ist als ein Polo, der je nach Version auch schon bis zu 1,2 Tonnen auf die Waage bringt. Das DSG-Getriebe lässt das Drehmoment behutsam auf die Kupplungen los, schaltet angenehm weich durch seine sieben Gänge und macht das Fahren deutlich entspannter als mit dem manuellen Fünfganggetriebe. Sechs Gänge gibt es beim Roomster mit Handschaltung ohnehin nicht, auch wenn der Polo beim gleichen Motor mit einer Sechsgangbox kombiniert wird.

Der Skoda hat keine Schaltwippen am Lenkrad wie ein Golf mit DSG, doch man vermisst sie auch nicht. Im S-Modus dreht der Wagen die Gänge länger aus. So richtig schnell ist man trotz 105 PS nicht unterwegs – der Roomster benötigt 11 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 Km/h – doch für flottes Reisen langt es allemal, und beim Überholen sind die Kraftreserven sehr willkommen. Den Durchschnittsverbrauch des Wagens gibt Skoda mit 5,7 Litern pro 100 Kilometer an.

Trotz Turbo-Power und DSG: Unter der Haube wurde das Angebot im Rahmen von Volkswagens Downsizing-Strategie mächtig eingedampft. Der 1,4-Liter Benziner wird komplett aus dem Roomster-Programm gestrichen, das 1,6-Liter Aggregat und der 1,9-Liter Diesel ebenfalls. Bei den Benzinern müssen die beiden 1,2-Liter-Aggregate alles leisten, mal mit und mal ohne Turboaufladung. Insgesamt umfasst die Palette Benzinmotoren von 51 kW / 70 PS über 63 kW / 86 PS bis 77 kW / 105 PS sowie Dieselaggregate von 66 kW / 90 PS bis 77 kW / 105 PS. Der sparsamste Benziner ist der TSI-Motor mit durchschnittlich 5,7 Litern pro 100 Kilometer, bei den Dieseln beweist der 1.6 TDI CR mit 4,7 Litern im Schnitt den größten Geiz an der Tankstelle. Alle in Deutschland angebotenen Roomster erfüllen die Abgasnorm Euro 5.

Der hochbeinige Roomster kann mit einem hohen Federungskomfort aufwarten, nur auf kurzen Querfugen schlägt manchmal ein Poltern zu den Passagieren durch. In schnellen Kurven untersteuert der Tscheche gutmütig. ESP ist nun auch schon beim Basismodell serienmäßig an Bord.

Das Facelift am Roomster fällt kaum auf, auch wenn der Wagen durch gestreckte Scheinwerfer nun etwas länger wirkt und die Nebelscheinwerfer deutlich breiter sind. Im Innenraum geht es immer noch etwas kärger und Plastik-lastiger zu als bei der hauseigenen Konkurrenz von VW, doch neue Bedienelemente etwa für die Klimaanlage werten das Cockpit im Vergleich zum Vorgänger ein bisschen auf. Im Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser leuchtet bei den Handschaltern eine Gangempfehlung auf, mit DSG an Bord wird der aktuelle Gang angezeigt. Optional gibt es jetzt wie im Polo ein Navigationssystem mit fünf Zoll großem Bildschirm, SD-Kartenleser und Anschlussbuchse für externe Speichermedien. Das Navi ist allerdings nur bedingt brauchbar, denn die Kartendarstellung ist detailarm und lässt sich nicht weit genug heraus zoomen, um einen vernünftigen Überblick über die Umgebung zu erhalten. Lobenswert ist dagegen die MDI-Schnittstelle (Mobile Device Interface), an die sich diverse Geräte anschließen lassen – darunter mit Adapterkabel auch USB-Geräte.

Praktisch bleibt der wandlungsfähige Fond des Tschechen-Vans. Die hinteren Sitze lassen sich verschieben, um mehr Laderaum oder mehr Kniefreiheit zu schaffen. Das optionale Panorama-Glasdach sorgt für imposante Ausblicke, und der Kofferraum lässt sich von 480 auf maximal 1810 Liter erweitern. Auch die niedrige Ladekante zählt zu den großen Pluspunkten des Roomster.

Die Preisliste startet bei 13.150 Euro für den 70 PS-Basisbenziner. Zum Vergleich: Der Citroën C3 Picasso mit 95 PS kostet 15.150 Euro, der neue Opel Meriva mit 100 PS rund 15.900 Euro, der Renault Grand Modus mit 75 PS 12.400 Euro und der Nissan Note mit 88 PS 14.290 Euro. Der Roomster 1,2 TSI mit 86 PS ist ab 17.450 Euro zu haben, den Preis für die getestete 105 PS-Version mit DSG hat Skoda noch nicht bekannt gegeben.
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Quelle: press-inform, 2010-03-19

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