Testbericht

Sebastian Viehmann, 5. November 2009
Der Boxster ist Porsches Einstiegsmodell – für mindestens 46.506 Euro. Nun kommt der Zweisitzer wieder als Spyder. Der ist leichter, puristischer und schneller. Billiger wird er leider nicht.

1275 Kilogramm, Mittelmotor, sechs Zylinder, 320 PS. So lautet das neue Spaßrezept aus Zuffenhausen, und anhand der Leistungsdaten kann man sich an zwei Fingern abzählen, dass Porsche-Fans schmackhafte und Reifen-mordende Stunden auf der Piste bevorstehen. In 4,8 Sekunden beschleunigt der Boxster Spyder von 0 auf 100 Sachen und nimmt dem Boxster S damit fast eine halbe Sekunde ab. Seine Weltpremiere feiert der leichte Flitzer im Dezember auf der Los Angeles Motor Show. Der Boxster Spyder kommt im Februar 2010 auf den Markt und kostet in Deutschland 63.404 Euro, rund 7000 Euro mehr als ein Boxster S.

„Der neue Mittelmotor-Roadster verkörpert die puristische Form des Porsche-Sportwagens – leicht, stark, konsequent offen und dabei höchst effizient“, heißt es in einer Pressemitteilung des Sportwagenbauers. Das Vorbild für diese Leitmotive ist natürlich der legendäre 550 Spyder aus dem Jahr 1953. Der Zweisitzer war das erste Auto, das Porsche speziell für den Renneinsatz entwickelte. Der Spyder brachte lediglich 550 Kilogramm auf die Waage und hatte 110 PS. Mit 1,2 Tonnen ist der neue Spyder also doppelt so schwer, hat aber auch fast dreimal soviel Pferdchen hinter den Sitzen.

Im Gegensatz zu den Boxster-Sondermodellen, die in den Jahren 2004 und 2008 unter der Bezeichnung Spyder verkauft wurden, ist der neue Wagen ein weiterentwickeltes Serienmodell mit deutlichen Änderungen gegenüber dem normalen Boxster. So bauen sich hinter Fahrer und Beifahrer zwei Höcker auf, die in den Heckdeckel übergehen. Dazwischen sitzt ein kleiner Steg, in dem die dritte Bremsleuchte untergebracht ist. Die niedrigen Seitenscheiben und die flache Windschutzscheibe sorgen dafür, dass die Silhouette des Wagens tatsächlich ein wenig an den 550 Spyder erinnert.

Die neue Boxster-Variante ist wirklich nur für Freiluft-Fans gedacht, denn das winzige Stoffverdeck dient laut Porsche lediglich als „Sonnen- und Wetterschutz“. Große Passagiere dürften es darunter kaum besonders bequem haben. Im Cockpit des Spyder fallen die schmalen Sportsitze mit ihren seitlichen Stegen ins Auge, durch die der rot gefärbte Sicherheitsgurt läuft. Anstelle der Türgriffe gibt es kleine Schlaufen. Kurbeln muss der Pilot aber nur am Lenkrad – trotz der winzigen Seitenscheiben stehen elektrische Fensterheber parat.

Der 3,4 Liter große und mit Direkteinspritzung versehene Sechszylinder des Mittelmotor-Renners leistet mit seinen 320 PS zehn PS mehr als der Boxster S. Optional zur Handschaltung gibt es ein PDK-Doppelkupplungsgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad. Den Durchschnittsverbrauch des Spyder gibt Porsche mit 9,3 Litern pro 100 Kilometer an. Der kompromisslose Offenfahrer hat einen tieferen Schwerpunkt als der normale Boxster und ein neu entwickeltes Sportfahrwerk. Mit offenem Verdeck schafft der Spyder ein maximales Tempo von 267 Km/h. Ein Boxster S ist ein paar Km/h schneller, doch bei einer flotten Kurvenjagd dürfte sein asketischer Bruder die Nase weit vorn haben.
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Quelle: press-inform, 2009-11-05

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