Testbericht

Sebastian Viehmann, 11. Januar 2012
Der neue Porsche Boxster wird leichter, schneller und trotzdem größer als sein Vorgänger. Sechszylinder-Boxermotoren von 265 bis 315 PS jagen den Mittelmotor-Sportler in fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h. Dabei soll er im Schnitt weniger als acht Liter verbrauchen.

Da muss man schon zweimal hinschauen: Von vorn sieht der neue Porsche Boxster seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. Erst in der Seitenansicht wird klar, dass man vor einer neuen Generation des Mittelmotor-Renners steht. "Noch nie in der Geschichte des Porsche Boxster war ein Generationswechsel so umfassend", heißt es aus Zuffenhausen. Der offene Zweisitzer bekommt eine komplett neu entwickelte Leichtbau-Karosserie und ein geändertes Fahrwerk. Er bringt außerdem deutlich weniger auf die Waage als die bisherigen 1,3 Tonnen, wobei sich Porsche über die genauen Gewichte noch ausschweigt.

Der neue Boxster hat eine breitere Spur und einen längeren Radstand. Optisch steht der Wagen damit kraftvoller auf der Straße, in der Seitenansicht fallen die stärker modellierten Flanken ins Auge. Die Lufteinlässe hinter den Türen sind größer als bisher, das Heck wird durch die schmalen, weit nach außen gezogenen Leuchten enorm in die Breite gezogen. Gewöhnungsbedürftig ist die winzige Spoiler-Lippe am Heck, die direkt in die Rückleuchten übergeht. Die Karosserieüberhänge sind etwas kürzer als bisher, die Frontscheibe steht weiter vorn.

Über den Insassen entfaltet sich das vollelektrische Verdeck, das jetzt ohne Verdeckkasten-Deckel auskommt. Die gewachsenen Dimensionen des Boxster bringen mehr Platz für Pilot und Beifahrer. Die Mittelkonsole steigt wie beim Panamera und beim neuen 911er sanft an und ist mit einer ganzen Armada von Schaltern übersät. Optional gibt es ein Sport Chrono-Paket. Das Torque Vectoring-System mit mechanischer Hinterachs-Quersperre kommt der Fahrdynamik zugute.

Hinter den Sitzen des Mittelmotor-Sportlers macht ein Sechszylinder-Boxer mit 2,7 Litern Hubraum und Benzindirekteinspritzung Dampf. Das Aggregat hat im Basismodell 265 PS (195 kW). Das sind zehn Pferdestärken mehr als beim bisherigen Boxster, dessen Motor einen etwas größeren Hubraum hat. Das Sportmodell Boxster S schöpft aus 3,4 Litern Hubraum 315 PS (232 kW), bisher waren es 310 PS. Beide Modelle sind serienmäßig mit einem manuellen Sechsganggetriebe ausgerüstet. Das PDK-Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen kostet Aufpreis. Von 0 auf 100 km/h rennt Porsches neue Einstiegsdroge in 5,7 Sekunden, der Boxster S sogar in nur fünf Sekunden – so flink wie ein 911 Carrera 4.

Trotz der verbesserten Fahrleistungen genehmigt sich der neue Boxster nach offiziellen Verbrauchsangaben deutlich weniger an der Zapfsäule. Der Verbrauch mit PDK-Getriebe liegt für den Boxster bei 7,7 Litern pro 100 Kilometer und für den Boxster S bei acht Litern. Bisher schluckte der sparsamste Boxster im Schnitt 9,4 Liter auf 100 Kilometern. Porsche soll außerdem an Vierzylinder-Boxermotoren arbeiten, in der Zukunft könnte der Verbrauch des Sportflitzers also noch weiter sinken.

Beim Händler steht der Wagen am 14. April. Seine Premiere feiert er auf dem Genfer Salon im März. Die Preise liegen bei 48.291 Euro für das Basismodell und 59.120 Euro für den Boxster S. Damit wird der Einstiegs-Renner der Zuffenhausener teurer als bisher – das noch aktuelle Modell startet bei 46.982 Euro. Wann der Cayman in der neuen Generation auf den Markt kommt, ist noch nicht bekannt. Bei Porsche gilt der Cayman nicht als Coupé-Version des Boxster, sondern als eigenständiges Modell.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: press-inform, 2012-01-11

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