Testbericht

25. Oktober 2004
Fère-en-Tardenois (Frankreich), 25. Oktober 2004 – Ein Zimmer mit Aussicht wünschen sich viele Familien für die schönste Zeit des Jahres. Am Urlaubsort findet sich meist dergleichen. Doch auf der Fahrt dahin starren die Kinder durch kleine Seitenfenster Löcher in die Luft. Mit dem Panoramadach des 407 SW eröffnet Peugeot den Kleinen ganz neue Perspektiven und trägt so zum Urlaubsklima bei. Wir haben erste Fahreindrücke von Peugeots neuem Mittelklasse-Kombi gesammelt. Angeboten wird der 407 SW mit vier verschiedenen Benzinmotoren zwischen 116 und 211 PS sowie mit zwei Dieseln. Wir haben die beiden Dieselmotoren HDi FAP 110 und HDi FAP 135 gefahren. Umwelt-Elite Beide Diesel erfüllen die Euro-4-Abgasnorm und besitzen serienmäßig einen Rußpartikelfilter. Damit gehört der Kombi zu einer besonders umweltfreundlichen Elitegruppe, denn die meisten Diesel-Konkurrenten fahren noch mit Euro-3-Einstufung und ohne Filter. Turbodiesel mit 109 PS Der kleinere der beiden Selbstzünder schöpft 109 PS aus 1,6 Litern Hubraum. Das maximale Drehmoment von 240 Newtonmetern liegt bereits bei 1.750 U/min an. Dieser Motor ist auch aus dem Peugeot 206 und 307 bekannt. Im wesentlich größeren 407 SW wirkt der Motor jedoch völlig anders als im 206. Dem Kleinwagen verhilft er zu quietschenden Reifen – eine Menge Fahrspaß steckt in diesem Kraftbündel. Im 407 SW jedoch wird sein Temperament stark gezügelt. Der Peugeot 206 HDi FAP 110 beschleunigt in 10,0 Sekunden auf Tempo 100, der Kombi braucht fast vier Sekunden länger. Alles in allem ist man mit dem 109-PS-Diesel im 407 SW allenfalls ausreichend motorisiert.

Der starke Diesel Anders fühlt sich der 2,0-Liter-Diesel des HDi FAP 135 an. Er leistet 136 PS und bringt die Kurbelwelle ab 2.000 Touren mit 320 Newtonmetern in Schwung. Wir fuhren das Aggregat in Kombination mit der optionalen Automatik. Sie schaltet sehr sanft – fast unmerklich. Auch im Zweiergespann mit dem Schaltautomaten wirkt der Motor agiler als der kleine. Die klassische Spurtdisziplin von null auf 100 km/h erledigt der große Diesel mit Automatik in 12,6 Sekunden – also immerhin rund eine Sekunde schneller als der kleine Bruder. Sportlich wird das Auto auch mit dem Zweiliter-Diesel nicht, aber das ist wohl auch nicht die Bestimmung dieses Fahrzeugs. Komfortables Fahrwerk, indirekte Lenkung Die beiden Diesel passen zum Charakter eines Kombis, mit dem man eher gemütlich unterwegs ist. Dasselbe gilt für das Fahrwerk: Der 407 SW lässt die Insassen komfortabel reisen. Er federt Unebenheiten sanft ab – auch ein Verdienst der aufwendigen Mehrlenker-Hinterachse. Die Lenkung wirkt eher indirekt. All das passt zusammen und ergibt einen Sinn: Der 407 SW ist ein Reisekombi ohne sportliche Ambitionen. Angemessener Sitzkomfort im Fond Der Sitzkomfort hinten ist angemessen. Bei einem 1,75 Meter großen Testpassagier bleiben fünf Zentimeter vor den Knien, wenn der Sitz davor für dieselbe Körpergröße eingestellt ist. Denselben Wert haben wir beim 307 SW gemessen, und auch die Kopffreiheit – fünf Zentimeter Platz über dem Scheitel – ist ähnlich. Ein ausreichender Wert, vor allem, wenn über einem der Himmel ist. Denn wie der 307 SW besitzt der 407 SW serienmäßig ein Panoramaglasdach. Solange es keine Autos mit durchgängiger Glaskuppel gibt, stellt es eine gute Zwischenlösung dar. Vor allem Kindern auf dem Rücksitz bietet es eine willkommene Abwechslung auf langen Urlaubsfahrten. Die vorderen Insassen profitieren nicht von dem Glasdach – für sie wäre eine Panorama-Frontscheibe günstiger, wie sie Opel für den Astra GTC anbietet.

Normaler Kombi-Innenraum Anders als der kleine Bruder 307 SW mit seinen ausbaubaren Sitzen besitzt Peugeots Mittelklassekombi ein ganz normales Kombi-Innenraumkonzept. Das angebotene Gepäckraumvolumen ist dabei allerdings wenig beeindruckend. 1.365 Liter bei umgeklappten Rücksitzen und dachhoher Beladung sind weniger als typische Kombis eine Klasse niedriger bieten. Auch im Peugeot-internen Vergleich sieht der 407 SW nicht gut aus: Der kleine Bruder 307 SW bringt es auf bis zu 1.875 Liter. Positiv zu werten sind jedoch die völlig ebene Ladefläche, die niedrige Ladekante von 61 Zentimetern und das separat zu öffnende Heckfenster. Um die Rückbank umzulegen, zieht man zuerst die Kopfstützen heraus, klappt dann das Sitzpolster und schließlich die Lehne um. Für die herausgenommenen Kopfstützen gibt es jedoch keine Halterungen, sodass man sie lose in das Gepäckabteil legen muss – da findet man sogar bei manchen Kleinwagen bessere Lösungen. Ab 21.900 Euro Ein BMW 3er Touring kostet schon fast 26.000 Euro. Da ist die Basisversion des Peugeot 407 SW mit einem Preis von 21.900 Euro doch deutlich günstiger. Obendrein ist der Peugeot noch besser ausgestattet: Klimaautomatik, elektrische Fensterheber auch hinten und Nebelscheinwerfer bietet der 316i Touring nicht. Bei Autos von weniger prestigeträchtigen Marken geht der Vergleich nicht ganz so eindeutig aus. Den Mazda 6 Sport Kombi gibt es beispielsweise bereits ab 20.400 Euro, doch ist hier die Ausstattung lückenhaft. (sl)
Technische Daten
Antrieb:Vorderrad
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltung
Motor Bauart:Common-Rail-Dieselmotor
Hubraum:1.560
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:80 kW (109 PS) bei UPM
Drehmoment:245 Nm bei 1.750 UPM
Preis
Neupreis: 21.900 € (Stand: Oktober 2004)
Fazit
Günstig ist der Peugeot 407 SW, und für Familien bietet er wohl in den meisten Fällen genug Platz. Doch ist der gebotene Stauraum eher gering. Selbst der kleine Bruder 307 SW bietet mehr Platz. Warum sollte man dann den 407 SW kaufen? Das Umlegen der Rückbank könnte ebenfalls einfacher und komfortabler vonstatten gehen. Auch wenn in der Mittelklasse Design und Prestige zählen – bei einem Kombi sollten die Transporteigenschaften ebenfalls stimmen.<br/><br/> In puncto Design allerdings kann man dem 407 SW mit seinem beeindruckenden Kühlergrill kaum Vorwürfe machen. Ein geglücktes Detail ist auch das Panoramaglasdach. Die getesteten Motoren, Lenkung und Fahrwerk passen zu einem Reisekombi, mit dem man weniger sportlich als bequem unterwegs ist. (sl)

Quelle: auto-news, 2004-10-25

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