Testbericht

Marcel Sommer, 6. Dezember 2014
Der Peugeot 308 SW versprüht dank vieler Besonderheiten einen ganz eigenen Charme. Von außen ist ihm der allerdings nicht sofort anzusehen.

Mit dem 308 SW aus dem Hause Peugeot haben die Franzosen einen unspektakulären Kombi auf die Straße gebracht, der erst bei einer Testfahrt seine Stärken ausspielen kann. Von außen vor allem durch seine Peugeot-typische Front zu erkennen, könnte ihm am Heck eine gewisse Ähnlichkeit zum Ford Focus Turnier unterstellt werden - wäre da nicht dieser markante Stoßstangen-Unterbiss. So ansehnlich seine 4,59 Meter lange und 2,04 Meter breite Figur auch ist, im Innenraum offenbart er seinen etwas schrägen Charakter.

Das Gefühl, dass hier irgendetwas nicht stimmt, kommt schon nach den ersten Sekunden auf dem Fahrersitz auf. Kein Wunder. Das Lenkrad lässt sich kaum nach oben verschieben. Wie sollte es auch, befinden sich doch alle Armaturen darüber. Genauer gesagt muss, um auf den Tacho oder den Drehzahlmesser zu schauen, der Fahrer über das Lenkrad hinwegblicken. Als wäre das nicht genug, offenbart sich nach den ersten gefahrenen Meter eine weitere Skurrilität: der Drehzahlmesser läuft gegen den Uhrzeigersinn. Hier möchte wohl jemand um jeden Preis auffallen - und schafft es auch.

Wer sich für den Peugeot 308 SW Allure Puretech 110 entscheidet, für den fällt dieser Preis mit 23.600 Euro recht human aus. Zumal der ruhig und unauffällig zu fahrende Franzose noch ein kleines Bonbon parat hat. Ein Druck auf die Sport-Taste in der Mittelkonsole und aus dem Familienfreund wird eine kleine Möchtegern-Rennsemmel. Die offenbar ohnehin beim 308 viel Spaß verspürenden Ingenieure haben dafür gesorgt, dass so auf Wunsch über die Lautsprecher im Innenraum ein kerniger, fast schon sportwagentypischer Motorensound eingespielt wird. Gleichzeitig zeigen drei Balken im Cockpitdisplay die momentanen PS-, Druck- und Newtonmeterwerte zwischen den beiden nun in roter Signalfarbe illuminierten Rundinstrumenten an. Dadurch, dass sich auch noch die Kennlinie des Gaspedals und die Servolenkung reaktiver verhalten, steht einer kleinen, spritzigen Tour nichts mehr im Wege. Lediglich die elektrische Feststellbremse, das hakelige Sechsgang-Schaltgetriebe und die zu langen Schaltwege wollen nicht so recht ins Bild eines kleinen Sportlers passen.

10,0 Sekunden bis Tempo 100 und eine Spitzengeschwindigkeit von 199 Kilometer pro Stunde lassen sich dank des 130 PS starken und 1,2 Liter großen Benzinmotors realisieren. Mehr ist nicht drin, da die 230 Newtonmeter Drehmoment es mit gewichtigen 1.420 Kilogramm zu tun haben. Dass es bei einer solch rasanten Fahrweise nichts mit dem angestrebten 4,7-Liter-Verbrauch wird, ist klar. Erfreulich ist hingegen die Full-LED-Scheinwerferanlage, die nachts eine hervorragende Sicht bietet. Richtig futuristisch geradezu mutet die komplette Mittelkonsole an. Hier wurde sich ganz im Trend der Zeit auf eine radikale Knopf- und Schalter-Abstinenz verständigt. Insgesamt zeigt sich der 670 bis zu 1.660 Liter Gepäck aufnehmende Peugeot 308 SW als außen ruhiger und innen extravaganter Familienfreund mit einem Hauch auferlegter Sportlichkeit.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: press-inform, 2014-12-06

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