Testbericht

Stefan Grundhoff, 18. Januar 2008
Seit seiner Markteinführung ist der X-Type ein eher ungeliebtes Kind in der Modellfamilie von Jaguar. Doch obwohl einige bereits sein Ende herbeigeredet haben, gibt es Anfang 2008 für ihn eine zarte Modellpflege.

Zu einem Bestseller dürfte der X-Type zumindest in Deutschland auch mit den jüngsten Überarbeitungen nicht werden. So halten sich die Erwartungen an den Einsteiger in einem eher bescheidenen Rahmen. Immerhin. Denn nicht gerade wenige hatten dem auf der Plattform des alten Ford Mondeo produzierten Kleinst-Jaguar bereits sein baldiges Ende ins Stammbuch geschrieben. Doch in anderen Ländern ist der X-Type keineswegs ein solcher Außenseiter wie in Deutschland - und so geht es erst einmal weiter mit dem kleinen Edelkätzchen.

Dabei kann man Jaguar keineswegs vorwerfen, beim X-Type nicht auf die Kunden gehört zu haben. Doch Die Modifikationen dauerten einfach zu lange, um ihm ernsthaft eine Chance zu geben. Nach dem eher trägen Anlaufen des edlen Mondeo-Ablegers zum Beispiel forderten viele unisono eine Kombiversion und einen sparsamen Diesel. Mit Erfolg: Jaguar brachte den X-Type Estate mit etwas Verzögerung an den Start - ein höchst sehenswerter Kombi. Doch die Kunden blieben dennoch weiter aus. Zwar kam auch der Diesel - doch der schaffte zu lange nicht die in Deutschland steuerbegünstigte Euro-4-Norm. Als auch die dann zusammen mit dem stärkeren 2.2-D-Triebwerk endlich kam, fehlte die Automatik. Ein Blick zur vermeintlichen Premiumkonkurrenz zeigte das Dilemma: Die Deutschen boten Kombi, Diesel und Automatik, die ebenfalls ins Visier genommene ausländische Konkurrenz glänzte mit günstigeren Preisen. Keine leichten Rahmenbedingungen also für neue Jaguar-Kunden, die erst einmal mühsam von Audi, BMW und Mercedes weggelockt werden sollten.

Anfang 2008 kommt nun die neue Auflage des X-Type. Kein völlig neues Modell, sondern eine dezente Modellpflege. Einen komplett neuen X-Type dürfte es in der jetzigen Form wohl kaum wieder geben. Denn Jaguar strebt stärker denn zuvor ins Luxus-Segment – zumindest bis ein neuer Eigentümer der Marke eine andere Marschroute ausgibt. All das ändert nichts daran, dass der neue X-Type mit einigen bemerkenswerten Veränderungen glänzt. Endlich gibt es sie, die lange Jahre geforderte Automatik, die den Briten zusammen mit dem sparsamen Dieselmotor zum idealen Kilometerfresser machen soll. Jaguar legt Wert darauf, dass man bei der Getriebeabstufung und der Abstimmung zum 2,2 Liter großen Commonrail-Diesel besonders viele Liebe habe walten lassen. Der 2.2 Liter große Vierzylinderdiesel leistet 107 kW/145 PS und ein maximales Drehmoment von 360 Nm. Den Spurt von 0 auf 100 km/h absolviert Mister X in knapp zehn Sekunden. Der Höchstgeschwindigkeit von 208 km/h steht ein Durchschnittsverbrauch von 6,9 Litern Diesel pro 100 Kilometer gegenüber. Der Handschalter verbraucht knapp einen Liter weniger und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 216 km/h.

"Durch die Verbindung des Dieselmotors mit dem Automatikgetriebe und Sequential Shift gewinnt der X-Type eine neue Dimension", sagt Kevin Stride, Chefingenieur des X-Type-Programms. "Darüber hinaus tragen sämtliche Neuerungen am Fahrzeug zu einer Verbesserung von Laufkultur und Fahrverhalten bei." Die optischen Überarbeitungen am neuen Jaguar halten sich denn auch im Rahmen und orientieren sich weitgehend an den Modifikationen, die vor wenigen Monaten der größere Jaguar XJ erfahren hat. Die Schürzen sind etwas bulliger, die Lufteinlässe größer und der Maschendrahtkühlergrill verbreitet beim zweiten Hinsehen doch so etwas wie große Jaguar-Gefühle. Gerade die waren es, die dem X-Type bisher gefehlt hatten. Auch der Innenraum bekam durch neue Instrumente und Bedieneinheiten ein frisches Styling. Insgesamt wurde der neue X-Type an mehr als 500 Komponenten modifiziert.

Der Einstandspreis des neuen Basismodells Jaguar X-Type 2.2 D Classic startet bei 31.500 Euro - und damit auf dem Niveau des Vorgängers. Die Sechsstufenautomatik kostet je nach Modellversion mindestens 2.080 Euro Aufpreis. Für Langstreckenfahrer dürfte der X-Type Estate 2.2 D Executive Automatik die interessanteste Wahl sein - für dann mindestens 41.130 Euro.
Weiterlesen

Quelle: press-inform, 2008-01-18

Getestete Modelle
Ähnliche Testberichte
press-inform

press-inform, 2009-02-01

Praxistest: Jaguar X-Type 2.2 D - AristokätzchenPraxistest: Jaguar X-Type 2.2 D - Aristokätzchen
Frontantrieb, Dieselmotor und ein bisschen pummelig: Der X-Type verkörpert auf den ersten Blick keine klassischen Jag...Ganzen Testbericht lesen
press-inform

press-inform, 2008-09-02

X-Type Estate vs. Vectra Caravan - Gestern und heuteX-Type Estate vs. Vectra Caravan - Gestern und heute
Ein Opel trifft auf einen Jaguar – vor wenigen Jahren noch ein unvorstellbarer Vergleich. Doch heutzutage ist alles m...Ganzen Testbericht lesen
auto-news
4.5 von 5

auto-news, 2008-06-27

Er lebt noch: Jaguar X-Type Estate 2.2D mit Automatik im ...Er lebt noch: Jaguar X-Type Estate 2.2D mit Automatik im Test
Der aufgefrischte Jaguar X-Type als Kombi mit Dieselmotor und Automatik im TestGanzen Testbericht lesen
auto-news

auto-news, 2003-07-31

Jaguar X-Type 2.0D: Leise dieselt die RaubkatzeJaguar X-Type 2.0D: Leise dieselt die Raubkatze
Hat sich gelohnt: Luxuriöser Brite bricht mit der TraditionGanzen Testbericht lesen
press-inform
4.5 von 5

press-inform, 2017-01-29

Jaguar Land Rover Special Vehicle Operations - TraumfabrikJaguar Land Rover Special Vehicle Operations - Traumfabrik
Im englischen Coventry tüfteln 1.200 Spezialisten an außergewöhnlichen Jaguar- und Land Rover-Vehikeln. Dabei geht es...Ganzen Testbericht lesen
×
×
Unser Server konnte Ihre Aktion nicht ausführen. Bitte versuchen Sie es erneut.
Bitte vervollständige Deine E-Mail-Adresse.
×

Wir haben Dir eine E-Mail an gesendet.
Darin befindet sich Link, um Dein Passwort zurückzusetzen.

Keine E-Mail erhalten?

×
Anmelden
×

Wir haben Dir eine E-mail an gesendet.
Darin findest Du einen Link, um Deine E-Mail-Adresse zu bestätigen.

Keine E-Mail erhalten?

Bitte aktualisiere nochmals Deinen Posteingang und prüfe auch den Spam-Ordner.