Testbericht

Sebastian Viehmann, 17. August 2009
Zum 90. macht sich Bentley ein besonderes Geschenk: Ein nagelneues Modell. Der Mulsanne soll nicht nur vollendeten Luxus und handgearbeitetes Ambiente bieten, sondern auch reichlich Bumms unter der Haube.

Es gibt Autos, neben denen sieht selbst eine Mercedes S-Klasse so richtig klein und bescheiden aus. Der Bentley Mulsanne ist so ein Auto. Er wirkt wie aus einem Marmorblock gehauen, steht solide und stoisch auf seinen gewaltigen Rädern wie kaum ein anderes Luxusmobil.

Die Front ist bullig und unverwechselbar zugleich: Die Bentley-typischen Doppelscheinwerfer sind passé, der Mulsanne hat einfache Rundscheinwerfer mit kleinen Zusatzleuchten in den Kotflügeln. Auch das Heck mit seinem ausgestellten Kofferraum erinnert ein wenig an die großen Tourenwagen der 20er Jahre. Die Briten wollen mit dem Mulsanne denn auch die guten alten Zeiten heraufbeschwören, als die "Bentley Boys" Automobilgeschichte schrieben – Geschäftsleute, Sportfans und Lebemänner, die in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts gepflegt Vollgas gaben. Zwischen 1924 und 1930 siegten sie allein fünf Mal beim Rennen von Le Mans. Eine Limousine namens Mulsanne hatte Bentley schon in den 80er Jahren im Programm. Dass die Briten den Namen für ihren neuen Performance-orientierten Luxuskreuzer wieder entstauben, kommt nicht von ungefähr: Die Mulsanne ist die berühmte Kurve, die in Le Mans auf die lange gerade Linie der schnell gefahrenen Hunaudières folgt.

Zum "Grand Touring Spirit", den der neue Bentley verkörpern soll, gehören neben höchstem Fahrkomfort und einer verschwenderischen Ausstattung natürlich auch ganz viele Pferde im Stall. Endgültige Zahlen gibt es noch nicht - aber man darf davon ausgehen, dass dem Mulsanne mehr als 500 PS zur Verfügung stehen. Der berühmte Bentley-V8 mit 6,75 Litern Hubraum sei jedenfalls komplett überarbeitet worden, verspricht die Automanufaktur. "Jedes wichtige Element wurde ersetzt, um sowohl Beschleunigung und Performance als auch den Verbrauch und die Emissionen zu verbessern", heißt es in einer Presseerklärung.

Dabei übernimmt im Hause Bentley eigentlich der Continental Flying Spur die Rolle der sportlichen Limousine. Der Wagen hat Allradtechnik aus dem VW-Konzern, verfügt über einen Zwölfzylinder mit 6 Litern Hubraum und – beim Modell Speed – satten 610 PS, die den 2,5-Tonner auf 322 km/h beschleunigen.

Der Mulsanne dürfte es etwas langsamer angehen lassen. Details will Bentley auf der IAA im September verraten, wo der Wagen der Öffentlichkeit präsentiert wird. Zu sehen gibt es ihn aber schon auf dem Concours D’Elegance am Pebble Beach in Monterey, Kalifornien. Dort stellt der Luxusautobauer auch einen vollständig restaurierten Bentley 8-litre aus, der zwischen 1930 und 1931 nur 100-mal gebaut wurde. Der Wagen galt als der letzte reinrassige große Bentley, bevor Rolls-Royce das Unternehmen schluckte.

Der Mulsanne ist ab Mitte 2010 zu haben und ist der Nachfolger des Arnage. Zu Preisen halten sich die Briten traditionsgemäß bedeckt – ein paar zehntausend Euro mehr oder weniger spielen in Bentley-Käuferkreisen schließlich keine Rolle. Der Arnage kostet knapp 315.000 Euro, der Mulsanne dürfte sich in ähnlichen Sphären bewegen.

Auch über eine standesgemäße Ausstattung dürfen sich die oberen Zehntausend freuen. Bentley ist bekannt für kleine Nettigkeiten wie eine integrierte Minibar im Fond, ausklappbare Tischchen aus Edelholz oder Regenschirme im Bentley-Design, mit denen man dem typisch englischen Wetter stilvoll trotzen kann.
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Quelle: press-inform, 2009-08-17

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