Testbericht

27. Dezember 2006
München, 27. Dezember 2006 – Nach und nach drängen immer mehr Stahl-Klappdach-Cabriolets auf den Markt. Nicht ganz zu Unrecht erfreuen sie sich steigender Beliebtheit. Schließlich machen die festen Deckel über dem Kopf aus dem Sommer-Cabriolet einen echten Ganzjahreswagen. Auch Mitsubishi ist auf den fahrenden Zug aufgesprungen und bietet den Colt seit Mai 2006 als Cabrio mit Stahl-Klappdach an. Lesen Sie in unserem Test, ob der Mitsubishi Colt CZC in der Klasse der Kleinwagen-Cabrio für Furore sorgen kann. In 10,5 Sekunden auf Tempo 100 Das Zeug dazu hat er allemal. Bietet der 1,5-Liter-Saugermotor mit seinen 109 PS doch genügend Kraft, um den Colt CZC vor allem in der Stadt spritzig und agil zu bewegen. Den 100-km/h-Sprint absolviert der offene Colt in 10,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei Tempo 185. Sicherlich kein Wert, der aufhorchen lässt, aber für einen Kleinwagen mehr als ausreichend. Zumal sich die Beschleunigung subjektiv auch nach Mehr anfühlt. Kurzer Überhang am Heck Die Konkurrenz des von Pininfarina designten Colt CZC setzt sich aus dem Peugeot 206 CC, dem Opel Tigra Twin Top und dem Nissan Micra C+C zusammen. Die Optik des Mitsubishi ist Geschmackssache, durch das runde Dach und den starken Knick im Übergang zum Kofferraumdeckel wirkt die Karosserie irgendwie verschoben. Richtig flott wirkt der Kleine nur bei geöffnetem Dach. Dann stört sich das empfindliche Auge auch nicht mehr so sehr an dem kurzen Überhang am Heck. Der Knick in der Dachlinie ist allerdings konstruktionsbedingt und findet sich mehr oder weniger stark ausgeprägt auch bei der Konkurrenz wieder. Grund dafür ist, dass die Heckscheibe möglichst kurz und steil sein soll, damit der Platzanspruch des gefalteten Verdecks im Kofferraum nicht allzu groß ist.

Kaum Verwirbelungen Bei offenem Dach spürt man in der Stadt trotz fehlendem Windschott erstaunlich wenig Fahrtwind. Hier macht sich die hohe und relativ weit nach hinten gezogene Frontscheibe bezahlt, die den Fahrer gut vor Verwirbelungen schützt. Zwischen Offen und Zu liegen exakt 22 Sekunden. Zuvor muss man oben rechts und links zwei Hebel umlegen. Ohne die Verriegelung zu lösen, geht sonst nämlich gar nichts. Wie bei allen Klappdach-Cabrios inzwischen Standard, muss auch im Mitsubishi das Rollo im Kofferraum geschlossen werden. Es markiert die maximale Ladehöhe, bis zu der der Kofferraum beladen darf, damit das Dach noch geöffnet werden kann. Fond dient als Gepäckablage Das Mitsubishi-Prospekt verspricht uns einen 2+2-Sitzer. Vergessen Sie es! Mit zwei durchschnittlich groß gewachsenen Mitteleuropäern auf Fahrer- und Beifahrersitz bleibt im Fond höchstens noch Platz für die Einkäufe. Zehn Zentimeter Raum für die Knie der Fondinsassen sind auch für Kinder eine Zumutung und von daher unbrauchbar. Ansonsten wirkt der Innenraum einfach und wenig liebevoll gestaltet. Das Armaturenbrett ist aus schnödem Plastik und schafft es nicht, ein gewisses Wohlfühlambiente zu schaffen. Sehr löblich ist dagegen, dass Mitsubishi die Mittelkonsole mit unzähligen Fächern und Getränkehaltern versehen hat. Allerdings sind die meisten Fächer so klein, dass man nicht einmal ein Portemonnaie unterbringen kann. Stadtflitzer mit schwacher Federung Wie auch bei der Motorisierung gilt beim Colt CZC für das Fahrwerk: in der Stadt alles bestens, Überland na ja. Fährt man ausschließlich in der Stadt und im Sinne der StVZO, gibt es keinerlei Beanstandungen am Fahrwerk des Mitsubishi. Auf engen, schnell aufeinander folgenden Landstraßenkurven wendet sich das Blatt. Hier neigt das kleine Klappdach-Cabrio dazu, ins Wanken zu geraten. Fahrbahnkanten und kleinere Löcher quittiert die Federung auch bei niedrigem Tempo mit einem ordentlichen Scheppern.

Kleiner Trinker Der Verbrauch des kleinen Mitsubishi ist mit durchschnittlich 6,6 Liter Super angegeben. Unser Test zeigt, dass mit einem nervösen Gasfuß beim Anfahren und Beschleunigen locker nochmal die Hälfte dazu addiert werden darf. Fairerweise muss man aber zugeben, dass wir mit dem Colt CZC mehr in der Stadt als auf Überlandfahrten unterwegs waren. Ordentliche Ausstattung zu fairem Preis Preislich liegt der Mitsubishi Colt CZC im Umfeld seiner Konkurrenten. In der billigsten Ausstattungsvariante kostet das Klappdach-Cabrio 16.990 Euro. Der Opel Tigra Twin Top kostet 16.995 Euro, der Peugeot 206 CC schlägt mit 17.450 Euro zu Buche und Nissan verlangt für den Micra C+C 16.590 Euro. In der von uns getesteten Ausstattungsvariante Invite kostet der CZC 18.990 Euro und bietet zusätzlich zur Serienausstattung ein CD-Radio mit MP3-Funktion, eine Klimaanlage, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer und ein Sicherheitspaket mit Traktionskontrolle und Stabilitätsprogramm. Wem die Optik des Colt CZC gefällt und wer sich damit hauptsächlich auf kürzeren Strecken und in der Stadt bewegt, bekommt mit dem Mitsubishi Colt CZC ein solide verarbeitetes Klappdach-Cabrio, dass nicht jeder fährt. (os)
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Ottomotor
Hubraum:1.499
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:80 kW (109 PS) bei UPM
Drehmoment:145 Nm bei 4.000 UPM
Preis
Neupreis: 18.990 € (Stand: November 2006)
Fazit
In der von uns getesteten Variante Invite inklusive CD-Radio mit MP3-Funktion und Klimaanlage kostet der Mitsubishi Colt CZC 18.990 Euro. Wem die Optik des kleinen Verwandlungskünstlers gefällt und wer sich damit hauptsächlich auf kürzeren Strecken und in der Stadt bewegt, bekommt mit dem Colt CZC ein solide verarbeitetes Klappdach-Cabrio, das nicht jeder fährt.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2006-12-27

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