Testbericht

Susanne Kilimann, 29. Juni 2011
Im Herbst schickt Mercedes die neue B-Klasse an den Start. Seine Weltpremiere feiert das Hochdach-Kompaktklassemodell auf der IAA Mitte September.

Eine erste Ausfahrt mit der neuen Mercedes B-Klasse auf der Landstraße. In der ersten Ortschaft viele Bauzäune, Warnzeichen – aber keine besonderen Vorkommnisse. „Fahren Sie noch etwas dichter auf“, so die Anweisung Testleiters, der draußen im Regieraum sitzt. Der Abstand zum vorausfahrenden Audi schrumpft. „Jetzt können sie gleich einen Blick auf die neue A-Klasse erhaschen“, sagt er noch. Dann tauchen auch schon zwei signalrote Autos - lang, flach mit sehnig-dynamischer Silhouette am linken Fahrzeugrand auf - und während die Augen für Sekundenbruchteile nach links wandern, bremst der vorausfahrende goldene Audi abrupt, der radargestützte Kollisionswarner der B-Klasse piepst zweimal, gleichzeitig wird ein Warndreieck auf die Windschutzscheibe projiziert, der Fuß geht auf die Bremse, der Bremsassistent verstärkt die Bremskraft – trotzdem lässt sich der „Auffahrunfall“ nicht mehr vermeiden. Dieses Mal durchschießt die B-Klasse den Audi – das Ende einer Testfahrt im Fahrsimulator. Vorführeffekt. „Es gibt einfach physikalische Grenzen“, kommentieren die Ingenieure im Mercedes-Benz Technology Center in Sindelfingen. In diesem simulierten Fall war der Sicherheitsabstand eben doch zu gering.

Beim nächsten Testfahrer klappt es besser. Die B-Klasse kommt in der virtuellen Versuchsanordnung rechtzeitig zum Stehen. Auch wenn er kein Alleskönner ist - der radargestützte Kollisionswarner mit adaptivem Bremsassistenten verringert die Gefahr eines Auffahrunfalls in gefährlichen Verkehrssituationen über 30 km/h – vor allen dann, wenn der Fahrer abgelenkt ist. Das radargestützte System erkennt Hindernisse bis auf eine Distanz von 80 Metern, warnt akustisch und optisch und bereitet eine punktgenaue Bremsung. In der Oberklasse gibt es den „Collision Prevention Assist“ bereits. Jetzt reicht Mercedes das Sicherheitsfeature nach unten durch –die neue B-Klasse bringt es serienmäßig mit.

Weltpremiere wird das Stuttgarter Kompaktmodell im September auf der IAA feiern, ab November soll es bei den Händlern stehen. Bilder liefert Mercedes noch nicht und bei den Testfahrten im Fahrsimulator sind die Konturen des Autos noch getarnt. Fest steht, der neue B-Benz wird mit einer Länge von 4,36 Metern, einer Breite von 1,79 Metern und einer Höhe von 1,56 Metern vorfahren. Auf der Antriebsseite stecken ein paar Neuheiten unterm Blech. Bei der B-Klasse kommen Vertreter einer neuen Motorbaureihe zum Einsatz. Die Turbo-aufgeladenen Vierzylinder-Benziner mit der internen Bezeichnung „M270“ basieren auf einer Direkteinspritzung der dritten Generation, die im vergangenen Jahr mit den BlueDirect-V6- und V8-Aggregaten eingeführt wurde. Die neuen Vierzylinder wurden sowohl für den Quer- als auch für den Längseinbau konzipiert und eröffnen dem Autobauer somit ein breites Einsatzspektrum. In der neuen B-Klasse sind sie zunächst mit 1,6-Liter Hubraum verfügbar, als B 180 mit 90 kW/122 PS und als B 200 mit 115 kW/156 PS. Ihr maximales Drehmoment von 200 beziehungsweise 250 Nm steht bereits ab 1250 Touren zur Verfügung.

Turbo-aufgeladene Selbstzünder in zwei Leistungsstufen stehen ebenfalls zur Wahl. Die neuen Diesel-Vierzylinder sind eine Weiterentwicklung eines Aggregats mit Common-Rail-Direkteinspritzung der jüngsten Generation, das Mercedes seinen Modellen ab C-Klasse aufwärts unter die Haube packt. Für den Einsatz in der B-Klasse wurde der Hubraum auf 1,8 Liter reduziert. Als B 180 CDI leistet das Aggregat 80 kW/109 PS, als B 200 CDI stellt es 100 kW/136 PS zur Verfügung. Das maximale Drehmoment beträgt bei der 80 kW-Variante 250 Nm ab 1400 Umdrehungen und beim stärkeren Diesel 300 Nm ab 1600 Touren.

Neu in der B-Klasse- ist auch das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Das wird durch eine elektrische Ölpumpe Start-Stopp fähig und schaltet automatisch und ohne Zugkraftunterbrechung. Alternativ wird ein 6-Gang-Schaltgetriebe angeboten. Auch das Fahrwerk wurde neu konzipiert – der abgesenkte Schwerpunkt, die neue Vierlenker-Hinterachse sowie EPS in weiterentwickelter Version sorgen für eine deutlich gesteigerte Dynamik. In Kombination mit dem Spotpaket ist eine Direktlenkung erhältlich. Die macht die Lenkübersetzung über dem Lenkwinkel mithilfe der variablen Übersetzung spürbar direkter.

Über die Verbrauchswerte ihres neuen Kompakten machen die Stuttgarter derzeit noch keine Angaben. Aerodynamische Optimierungen sollen jedenfalls ihren Beitrag zum moderaten Konsum leisten. „Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,3 Cw um 40 Tausendstel auf 0,26 cw reduziert und damit setzt sich die B-Klasse an die Spitze des Marktsegments“, erläutert Teddy Woll, Aerodynamikspezialist bei Mercedes. Zur aerodynamischen Optimierung tragen die plane Unterbodengestaltung, Radlaufschlitze sowie gezackte Radhausspoiler, die zum Patent angemeldet wurden, wesentlich bei. Ein Viertel der Reduktion geht allein auf das Konto der Kühlluftjalousie. Ein Sensor fühlt die Motortemperatur und die Elektronik macht – wenn möglich – die Schotten fast ganz dicht. „Die Reduktion des Luftwiderstandes führt zu einer Verbrauchsminderung von einen halben Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer, bei Autobahnfahrten werde sogar ein Liter eingespart“, erklärt Woll. Vorrausetzung sei aber, dass Tempo 140 nicht überschritten wird. Bei höheren Geschwindigkeiten kann der Motor auf die volle Luftkühlung nicht verzichten.
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Quelle: press-inform, 2011-06-29

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