Testbericht

7. September 2009
Wien (Österreich), 7. September 2009 - Seit Dezember 2006 ist der Kia Cee'd bei uns auf dem Markt. Fürs Modelljahr 2010 wird er nun umfassend überarbeitet. Beim Fünftürer Cee'd und beim Kombi namens Sporty Wagon sind die Änderungen außen und innen sind deutlich zu erkennen. Doch auch im Verborgenen ist viel passiert: Unterm Blech gibt es einen neuen 1,6-Liter-Dieselmotor mit 115 PS und ein neues Sechsgang-Getriebe. Auch am Fahrwerk haben die Ingenieure geschraubt. Der Dreitürer Pro_Cee'd, der seit Ende 2007 zu haben ist, behält seinen äußeren Look, hat nun aber ebenfalls die neue Technik und das frische Interieur an Bord. Alle drei werden ab dem 18. September beim Händer stehen. Wir sind den Fünftürer als 1.6 CRDi mit 115 PS und Sechsgang-Schaltung bereits gefahren. Neue Nase mit breitem Trapez Auf den ersten Blick kommt der geliftete Kia selbstbewusster daher. Unverkennbares Merkmal ist das aktuelle Kia-Gesicht. Diesen breiten Trapezgrill kennen wir bereits vom Magentis und in kleinerer Form vom Soul. Bald wird ihn auch der Sorento tragen. Dem Cee'd steht das neue Antlitz gut: Es wird von einem ebenfalls überarbeiteten Stoßfänger betont. Projektionsscheinwerfer und eckige Nebellampen wirken modern und geben der attraktiven Nase das Tüpfelchen aufs "i". Heckleuchten in LED-Optik Im Vergleich zum Vorgänger wurde der fünftürige Cee'd 25 Millimeter länger. Der Zuwachs ergibt sich durch ein Plus von 20 Millimeter am Frontstoßfänger, hinten kommen noch einmal fünf Millimeter dazu. Am Rücken fallen vor allem neuen Heckleuchten in LED-Optik ins Auge. Zudem sind die Lampen nun weiter nach unten gezogen und wurden dem ebenfalls tiefer liegenden Stoßfänger angepasst. In der Seitenansicht machen sich vor allem die tiefer gesetzten und mit Blinkern versehenen Außenspiegel fürs Auge bemerkbar.

Stauraum von 340 bis zu 1.300 Liter Nichts geändert wurde an den praktischen Eigenschaften des in Europa für Europa konzipierten Kompaktwagens. Der Kofferraum fasst 340 Liter Gepäck. Mit wenigen Handgriffen können wir die Rückbank nach vorn klappen und die Lehnen umlegen. So schaffen wir einen Stauraum von 1.300 Liter. Die Passagiere in der zweiten Reihe verfügen über genügend Kopffreiheit und einen akzeptablen Knieraum. Auch die Vordersitze sind bequem und bieten ausreichenden Seitenhalt. Griffiges Vierspeichen-Lenkrad Im Innenraum hat der Cee'd mächtig an Attraktivität gewonnen. Als erstes fällt das Vierspeichen-Lenkrad auf. Im Vergleich zum vorherigen Steuer wurde der Pralltopf kleiner, hinzu kommen praktische Griffmulden für die Daumen. Die zwei nach unten weisenden Speichen tragen auch die Bedientasten für den optionalen Tempomaten und den Bordcomputer. Die Grafik der Instrumente wurde ebenso überarbeitet wie das Display in der Mitte der Armaturentafel. Letzteres lässt sich dank einer neuen Punktmatrix-Anzeige mit roter Schrift auf schwarzem Grund nun leichter ablesen. Rückwärtsgang mit Drucktaste Richtig gelungen finden wir die neue Mittelkonsole: Dort gibt es unter anderem optional eine Zweizonen-Klimaautomatik und ab Werk ein einfach zu bedienendes CD-Radio mit großem, zentralen Drehregler. Links und rechts neben dem Schalthebel, der in einem verlängerten Ledersack sitzt, sind jetzt zwei große Stützen als Designelemente zu finden. Der Schaltknauf selbst ist griffig und weist eine geänderte Sperre für den Rückwärtsgang auf: Statt an einem Ring zu ziehen, müssen wir nun eine Taste am Knauf drücken. Nicht so gut gefällt uns das schwarze Plastik im Bereich der Türgriffe unseres Testwagens. Dort sieht man Fingerspuren deutlich.

1.6 CRDi mit 115 PS neu entwickelt Wir starten den neu entwickelten 1,6-Liter-Dieselmotor. Die Maschine ist zwar zu hören, tritt aber im unteren und mittleren Tourenbereich akustisch in den Hintergrund. Das 115-PS-Aggregat ersetzt den gleich starken bisherigen 1.6 CRDi. Zu den Besonderheiten des neuen Motors gehören vor allem ein Common-Rail-System der zweiten Generation und ein Turbolader mit variabler Turbinengeometrie. Das maximale Drehmoment von 255 Newtonmeter liegt zwischen 1.900 und 2.750 Umdrehungen an. Neben dieser Variante wird der Selbstzünder auch noch mit 90 PS angeboten. Wenig Druck aus dem Drehzahlkeller Bis zum Beginn des Drehmomentmaximums beschleunigt der Vierzylinder den Wagen vom Start weg eher zurückhaltend, fängt aber ab 1.500 Umdrehungen an, mit ordentlichem Vortrieb Laune zu machen. Laut Datenblatt braucht der Cee'd mit dieser Maschine 11,5 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Spitze von 188 km/h. Damit belegt er in dieser Klasse einen guten Mittelplatz: Ein Fiat Grande Punto mit 1,6-Liter-Diesel und 120 PS braucht zwar nur 9,6 Sekunden und fährt 193 km/h schnell, aber ein Opel Astra mit 1,7-Liter-Diesel und 110 PS benötigt 11,7 Sekunden und erreicht 185 km/h. Ein Audi A3 Sportback 1.6 TDI mit 105 PS beschleunigt in 11,7 Sekunden und bringt 194 km/h. 4,4 Liter Verbrauch Gegen 300 Euro Aufpreis lässt sich der Kia Cee'd 1.6 CRDi auch mit dem neuen Start-Stopp-System ISG (Idle Stop & Go) ausrüsten. Dann verbraucht der Selbstzünder nach einer vorläufigen Werksangabe nur 4,4 Liter Diesel und emittiert 115 Gramm CO2. Allerdings erfüllt der Motor momentan nur die Euro-4-Norm. Die Entwicklung der Euro-5-Aggregate ist nach den Worten von Hans van Gent, Technik-Chef von Hyundai Europa, abgeschlossen. Einen Termin für die Serieneinführung konnte er aber noch nicht nennen.

Knackige Sechsgang-Schaltung Die neue Sechsgang-Schaltung ist ein Gewinn für den Cee'd. Sie wird mit dem 1,6-Liter-Diesel serienmäßig verknüpft. Die Box ermöglicht knackige Gangwechsel auf kurzen Wegen. Sportlich unterwegs auf einer Serpentinenstrecke macht es Spaß zum Hebel zu greifen, um den Diesel bei Laune zu halten. Dazu passt das Fahrwerk: In flotten Kurven neigt sich Karosserie nur wenig, mit dem Unterbau ist eine dynamische Fahrweise möglich. Dennoch ist der Facelift-Cee'd gut gefedert unterwegs. Dafür wurde aber auch einiges getan: Vorn und hinten gibt es im Vergleich zum vorherigen Modell weichere Federn und Dämpfer, zudem hat man die Spannung in den vorderen Federbeinen reduziert und die Stabilisatoren modifiziert. Elektrisch unterstützte Zahnstangenlenkung Auch die elektrisch unterstützte Zahnstangenlenkung hat ein neues Setup bekommen. Die geschwindigkeitsabhängige Steuerung ist leichtgängig, dürfte aber besonders in Mittellage gern noch direkter sein und mehr Feedback von der Straße vermitteln. Die Lenkung ist nun über die Software VSM (Vehicle Stability Management) stärker mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm vernetzt. Macht der Fahrer zu starke Lenkbewegungen, reduziert das System die Unterstützung, bei zu wenig Lenkkraft wird mehr unterstützt. Zu den weiteren Neuheiten des Stabilitätsprogrammes gehört eine Berganfahrhilfe.

Ab 14.430 Euro Der Einstiegs-Cee'd ist der 1.4 CVVT und kostet 14.430 Euro in der Ausstattung Attract. Sie ist ausschließlich für diesen Motor zu haben. Der von uns gefahrene 1.6 CRDi 115 ist in der Ausstattung Vision 18.600 Euro teuer, die nächsthöhere Linie Spirit kostet 21.025 Euro. Bereits ab Vision gibt es ein MP3-fähiges CD-Radio mit AUX-, USB- und MP3-Player-Anschlüssen sowie sechs Lautsprechern. Für 870 Euro Aufpreis kann man beispielsweise ein "Sommerpaket" bestellen, das eine Klimaanlage, ein gekühltes Handschuhfach sowie Lederbezüge für Handbremshebel und Schaltknauf enthält. Zweizonen-Klima im Paket Wer eine Dualzonen-Klimaautomatik möchte, muss die Ausstattung Spirit nehmen und dazu das Komfort-Plus-Paket für 800 Euro. Neben der getrennten Kühlung sind dann unter anderem ein Regensensor, ein selbstabblendender Innenspiegel, Parksensoren und eine Heizung für die Vordersitze dabei. Eine Reifendruckkontrolle gibt es im Sportpaket für den Spirit für 680 Euro. Dann sind aber auch Klavierlack-Applikationen für den Innenraum, 17-Zoll-Alus, eine Leder-Mittelarmlehne und Sitzbezüge mit Profildesign dabei. Schauen wir kurz zur Konkurrenz: Ein Fiat Grande Punto 1.6 JTD mit 120 PS steht mit 20.400 Euro in der Liste, ein fünftüriger VW Golf 1.6 TDI mit 105 PS ab 21.565 Euro und dessen Pendant Audi A3 Sportback ab 24.650 Euro.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Diesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung
Hubraum:1.582
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:85 kW (115 PS) bei UPM
Drehmoment:255 Nm bei 1.900 - 2.750 UPM
Preis
Neupreis: 18.600 € (Stand: September 2009)
Fazit
Das Facelift hat dem kompakten Kia gut getan. Durch den breiteren Kühlergrill und die geänderte Frontschürze wirkt der Cee'd viel erwachsener. Auch die Überarbeitungen im Innenraum mit dem modernen Vierspeichenlenkrad und der feingeschliffenen Mittelkonsole sind ein Gewinn. Doch wie bei den Menschen, ist es auch bei den Autos: Nicht nur Äußerlichkeiten zählen, sondern die inneren Werte haben einen hohen Stellenwert. So sind der neue, sparsame Dieselmotor, die knackige Schaltung und das Start-Stopp-System für den Weg in die Zukunft das richtige Rüstzeug. Schade nur, dass es nicht gelungen ist, den neuen Diesel bereits mit Euro 5 an den Start zu schicken. Auch würden wir uns bei den Extras mehr Einzeloptionen als Pakete wünschen.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2009-09-07

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