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Testbericht

18. März 2011
München, 18. März 2011 - Am Wochenende mal eine Runde mit dem Sportwagen drehen? Vielen Freizeitpiloten reichen Landstraße oder Autobahn dafür nicht. Sie wollen auf die Rennstrecke. Und sich dort richtig austoben. Mit ihrem eigenen Auto. Diesen Wunsch äußerten zumindest diverse Maserati-Kunden. Dem kommt die Sportwagen-Schmiede jetzt nach - mit dem GranTurismo MC Stradale. Er soll die Anmutung eines Rennfahrzeugs mit alltagstauglichem Komfort kombinieren. Ist den Italienern das gelungen? Zusätzliche Lufteinlässe, mächtiger Diffusor Von außen muss man schon genauer hinschauen, um den MC Stradale vom herkömmlichen GranTurismo zu unterscheiden. Vorne gibt es zusätzliche Lufteinlässe, einen Frontsplitter sowie Luftauslassschlitze auf der Motorhaube. Der neu gestaltete Heckstoßfänger integriert einen mächtigen Diffusor sowie zwei in Richtung Mitte gerückte Endrohre. Exklusive, besonders leichte 20-Zoll-Räder lassen den MC Stradale besonders stattlich auf der Straße stehen. Schalensitze und ein Überrollkäfig Dass der MC Stradale tatsächlich auch für den Einsatz auf der Rennstrecke konzipiert ist, wird beim Blick in den Innenraum deutlich. Die Schalensitze verhindern zwar naturgemäß einen eleganten Einstieg, bieten dafür aber eine gute Passform. Hinter den Plätzen für Fahrer und Beifahrer ist ein Überrollkäfig montiert, daran sind Vierpunktgurte befestigt. Diese bringen immer etwas Mühe mit sich, bis sie individuell auf den jeweiligen Körper eingestellt sind. Daher erscheinen sie nur dann sinnvoll, wenn tatsächlich Einsätze auf einem Rundkurs angedacht sind. Überrollkäfig und Hosenträgergurte sind nämlich nur auf Wunsch erhältlich und schlagen mit 2.618 Euro extra zu Buche. Auf Plätze im Fond verzichtet der Stradale komplett.

Dank Leichtbau 110 Kilogramm weniger Die fehlenden hinteren Sessel sparen 16 Kilogramm ein. Die Schalensitze aus Karbon bringen eine zusätzliche Gewichtsreduzierung um 26 Kilo. Weitere Maßnahmen wie eine andere Dämmung, Keramikbremsen und eine modifizierte Auspuffanlage lassen den MC Stradale insgesamt 110 Kilogramm weniger auf die Waage stemmen als der GrandTurismo S. Mit über 1,7 Tonnen ist das neue Topmodell dennoch alles andere als ein Leichtgewicht. Mit 450 PS der aktuell stärkste Maserati Beim Starten heult der 4,7-Liter-V8-Motor laut auf und gibt einen kleinen Vorgeschmack auf das Potenzial, das in ihm steckt. Noch einmal zehn Pferdestärken mehr als beim GranTurismo S holten die Ingenieure aus dem Triebwerk. Mit 450 PS ist der MC Stradale damit das stärkste Modell der Marke - und zugleich das schnellste. Als erster Serien-Maserati knackt er die Tempo-300-Schallmauer. 301 km/h sollen maximal möglich sein. Den Spurt von null auf 100 absolviert der MC Stradale in 4,6 Sekunden. Das ist fast eine halbe Sekunde zügiger als beim GranTurismo S. Bei Regen zeigt sich, dass der MC Stradale auf rutschigem Untergrund nicht ganz einfach zu handeln ist. ESP und ASR greifen zwar hilfreich ein. Doch zügige Kurvenfahrt und Beschleunigung per Kick-down erfordern fahrerisches Können, will man das Auto sicher auf der Straße halten. Neuer Race-Modus Die Schaltarbeit übernimmt beim MC Stradale ein sechsstufiges automatisiertes Getriebe. Im Normalmodus werden die Gänge automatisch gewechselt, wenn auch manchmal recht spät. Wechselt man in die Sportkonfiguration, entscheidet allein der Fahrer über Paddles am Lenkrad, wann herauf- oder heruntergeschaltet wird. Neu im GranTurismo MC Stradale ist der Race-Modus. Ist er aktiviert, wird automatisch um zwei Gänge zurückgeschaltet, der Motor dreht höher und die Schaltzeiten werden deutlich verkürzt. Das System ist so ausgelegt, dass jeder Schaltvorgang von einem deutlichen Ruckeln garniert wird. Das ist aber gewollt und soll echtes Rennsport-Feeling vermitteln.

Lauterer Sound auf Knopfdruck Mit dem Wechsel in die sportlicheren Modi geht auch eine Veränderung der Geräuschkulisse einher. Das sonore Grummeln, das man selbst bei gemäßigter Fahrt immer vernimmt, wird noch voller, lauter und intensiver. Erreicht wird dies durch eine Bypass-Klappe in der Abgasanlage. Diese Klappe wird in der Sport-Konfiguration ab 4.000 Umdrehungen, bei gedrückter Race-Taste permanent geöffnet. Strafferes Fahrwerk Die im Vergleich zum GranTurismo S um noch einmal acht Prozent strafferen Federn ermöglichen dem Zweitürer eine ausgeprägt dynamische Straßenlage. Zügige Kurvenfahrten meistert der Wagen problemlos. Der Alltagskomfort ist ausreichend. Dennoch bekommen die Insassen viele Bodenwellen zu spüren. Die Lenkung agiert für einen Sportwagen relativ weich. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten wäre eine direktere Arbeitsweise aber wünschenswert. Für standesgemäße Verzögerung sorgen hingegen die kraftvoll zupackenden Karbon-Keramik-Bremsen von Brembo. 30.000 Euro teurer als der GranTurismo S 152.320 Euro verlangt Maserati für den GranTurismo MC Stradale. Das ist - wie in der Klasse der Supersportwagen üblich - viel Geld. Immerhin sind es auch über 30.000 Euro mehr, als ein GranTurismo S kostet. Für den ebenfalls 450 PS starken und gleichfalls rennstreckentauglichen Porsche 911 GT3 RS wird mit 150.155 Euro fast genauso viel fällig.
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Technische Daten
Antrieb:Heckantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:automatisiertes Schaltgetriebe
Motor Bauart:Ottomotor in V-Form
Hubraum:4.691
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:8
Leistung:331 kW (450 PS) bei UPM
Drehmoment:510 Nm bei 4.750 UPM
Preis
Neupreis: 152.320 € (Stand: März 2011)
Fazit
Bildschön anzuschauen ist der GranTurismo auch vier Jahre nach seiner Einführung. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass er ein selten gesehener Gast auf unseren Straßen ist. Der MC Stradale ist puristischer, kompromissloser und dynamischer als seine Geschwister. Doch wer mehr als 150.000 Euro in das neue Topmodell investiert, sollte den Boliden hin und wieder auch auf der Rennstrecke fahren können. Denn erst hier werden die Vorzüge gegenüber dem GranTurismo S deutlich zutage treten.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2011-03-18

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