Testbericht

24. Juni 2005
Barcelona, 22. Juni 2005 – Am 9. September 2005 kommt der neue Seat Leon auf den Markt. Er hat nun das Gesicht von Altea und Toledo und sieht ihnen auch sonst recht ähnlich. Technisch basiert er nun auf dem VW Golf V. Wir waren neugierig auf die Unterschiede und Parallelen und haben den Neuling bereits für Sie getestet. Fünf Motoren Mit dem 1999 eingeführten Vorgänger hat das neue Modell nicht mehr viel gemeinsam. Es ist mit 4,32 Metern rund 13 Zentimeter länger, und auch Breite und Höhe haben jeweils um einige Zentimeter zugenommen. Vom Start an wird der Leon in fünf Motorisierungen zu haben sein, die alle die Euro-4-Abgasnorm einhalten. Die Einstiegsmotorisierung ist ein 1,6-Liter mit 102 PS. In der Benzinerriege stehen außerdem ein 2.0 FSI mit 150 PS sowie ein 2.0 TFSI mit 185 PS. Auf der Dieselseite gibt es einen 1,9-Liter-TDI mit 105 PS und einen 2.0 TDI mit 140 PS. Die zwei Diesel Wir haben die beiden Dieselmotoren gefahren. Beide sind beispielsweise aus dem VW Golf bekannt. Sie arbeiten mit Pumpe-Düse-Einspritzung, dem von VW für die kleineren Motoren favorisierten Prinzip. Für beide Aggregate ist optional ein Dieselpartikelfilter erhältlich, für den der Preis noch nicht feststeht. Der 1.9 TDI mit 105 PS wird ausschließlich mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe kombiniert. Damit beschleunigt das Auto in 11,3 Sekunden auf Tempo 100.

2.0 TDI mit 140 PS Den 2.0 TDI mit 140 PS gibt es serienmäßig mit sechs Gängen. Gegen stolze 1.400 Euro Aufpreis ist außerdem das Doppelkupplungsgetriebe DSG verfügbar. Mit diesem war auch unser Testwagen ausgestattet. Mit jedem von den beiden Getrieben spurtet der Leon zwei Sekunden schneller auf Tempo 100 als sein kleinerer Bruder. Doch subjektiv fühlen sich die beiden Diesel sehr ähnlich an. Schon der 1,9-Liter-Motor erfreut durch kräftigen Durchzug und sehr gutes Beschleunigungsvermögen. Sein Spritverbrauch wird von Seat mit 4,9 Litern auf 100 Kilometer angegeben. Der starke Diesel mit DSG verbraucht mit 5,7 Litern etwas mehr. Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet sehr sanft; doch ob einem das 1.400 Euro Aufpreis wert ist, muss jeder selber wissen. Fahrwerk aus dem Golf Das Fahrwerk ist im Prinzip vom VW Golf bekannt, es wurde jedoch an den Leon angepasst. Es macht einen eher straffen Eindruck, sodass der Leon kaum in der Kurve nach außen wankt. In der Praxis ist man dann zuweilen verwundert, wenn die Reifen quietschen: Man hat sich gar nicht so schnell gefühlt, wie man war. Bei Fahrbahnunebenheiten macht sich die etwas harte Federung bemerkbar, allerdings hauptsächlich akustisch. Viel Platz im Fond Der Innenraum des Leon ist recht schön gestaltet. Die Vordersitze bieten ausreichend Seitenhalt und Kopfstützen, die zumindest für mittelgroße Erwachsene ausreichen. Auch Ablagen gibt es genügend. Im Fond finden sich drei Dreipunktgurte und drei Kopfstützen. Hier fehlen jedoch Fächer in den Türen. Obwohl der Leon von außen fast aussieht wie ein Coupé, bietet er auch auf den Fondplätzen genug Platz. Mittelgroßen Erwachsenen steht genug Raum vor den Knien und über dem Kopf zur Verfügung.

Ausschließlich mit fünf Türen Wie bisher gibt es den Leon ausschließlich mit fünf Türen. Zwei Ausstattungen werden angeboten: Reference und Stylance. Die Basisversion besitzt unter anderem ESP, sechs Airbags, 16-Zoll-Räder, elektrische Fensterheber vorne, elektrisch einstellbare Außenspiegel und Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Für das 102 PS starke Einstiegsmodell zahlt man 15.690 Euro. Wem das zu viel ist, der kann bis zur ersten Jahreshälfte 2006 warten. Dann kommt noch ein 1,4-Liter-Benziner mit 85 PS, der 14.990 Euro kosten soll. Rund 1.600 günstiger als der Golf Zum Vergleich: Den VW Golf gibt es mit fünf Türen und dem 102-PS-Motor für 17.320 Euro. Damit ist der Leon rund 1.600 Euro günstiger als das Wolfsburger Original. Dabei ist die Ausstattung im Wesentlichen die gleiche. Möglich, dass man bei einem eventuellen Wiederverkauf das etwas schlechtere Image mit einem niedrigeren Erlös bezahlt. Aber ansonsten ist der Leon eine günstige Alternative mit individuellerer Note. Eine andere Wahlmöglichkeit wäre der ebenfalls auf dem Golf V basierende Skoda Octavia, den es mit 102 PS ebenfalls ab 15.690 Euro gibt. Die Ausstattung ist hier jedoch weniger umfangreich: So müssen ESP, elektrische Fensterheber vorne und Reifendruckkontrolle extra bezahlt werden. (sl)
Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Reihen-Dieselmotor mit Pumpe-Düse-Einspritzung
Hubraum:1.896
Anzahl Ventile:2
Anzahl Zylinder:4
Leistung:77 kW (105 PS) bei UPM
Drehmoment:250 Nm bei 1.900 UPM
Preis
Neupreis: 15.690 € (Stand: Juni 2005)
Fazit
Die beiden Diesel fühlen sich beide recht kräftig an. Deshalb empfehlen wir den 1.600 Euro günstigeren, kleinen Diesel. Fahrwerk und Innenraum unterscheiden sich nicht wesentlich vom VW Golf. Auch die Ausstattung ist fast identisch. Der Leon unterscheidet sich durch das Design, die stets vorhandenen fünf Türen und den Preis. Und der ist wirklich günstig. Die Modelle von Skoda sind inzwischen bekannt dafür, dass sie VW-Technik zum günstigen Preis bieten. Die Marke wurde auch dementsprechend positioniert. Dagegen arbeitet Seat an einem sportlichen Markenimage. Auto Emoción heißt das Werbeschlagwort. Wenn Emotionen als Kaufgrund herhalten sollen, heißt das oft: Achtung, überhöhter Preis. Nicht so beim Leon. Der bietet alles, was ein Golf hat, ist aber viel günstiger. (sl)

Quelle: auto-news, 2005-06-24

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