Testbericht

Stefan Grundhoff, 1. Dezember 2012
Der mächtige Erfolg des Range Rover Evoque hat für Land Rover auch seine schlechten Seiten. Neben üppigen Evoque-Wartezeiten parkt der ungleiche Zwilling Land Rover Freelander mittlerweile im Schatten.

Daran dürfte auch die jüngste Überarbeitung zum Modelljahr 2013 nichts ändern. Zwar wurde der Land Rover Freelander innen und außen leicht aufgewertet, doch an den Chic des Range Rover Evoque kommt er nicht heran. Dabei sind beide hauseigenen Konkurrenten Wettbewerber technisch eng miteinander verwandt. Das gilt nicht nur für die Plattform, sondern auch für die Motoren. So ist der Land Rover Freelander ebenso wie sein Range-Bruder mit einem Diesel in zwei Leistungsstufen von 150 und 190 PS sowie einem Vierzylinder-Turbobenziner mit 177 kW / 240 PS zu bekommen, der den in die Jahre gekommenen Sechszylinder mit etwas weniger Leistung, aber deutlich größerem Verbrauch ablöst.

Eine Idealbesetzung ist das Si4-Triebwerk im Freelander nicht. Der Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum, Aufladung und Direkteinspritzung stammt aus dem Ford-Konzernregal. 240 PS, 340 Nm bei 1.750 U/min und 0 auf Tempo 100 in 8,8 Sekunden sind ordentliche Leistungsdaten, doch 200 km/h Spitze und ein Normverbrauch von 9,6 Litern Super sind in dieser Klasse alles andere als standesgemäß. Auch das Zusammenspiel mit der Sechsgang-Automatik aus dem Hause Aisin ist alles andere als ideal. Ebenso wie beim deutlich sparsameren Topdiesel mit 2,2 Litern Hubraum und 190 PS wirken Triebwerk und Getriebeautomatik nur mäßig aufeinander abgestimmt. Besonders bei niedrigen Drehzahlen unterhalb des einsetzenden Turboladers tut sich der 1,8 Tonnen schwere Allradler schwer. Auch der Kraftfluss an die Hinterachse per Haldex-Hinterachsdifferenzial könnte bei dynamischer Fahrweise flotter von statten gehen.

Eine Klasse für sich ist und bleibt der 4,50 Meter lange Land Rover Freelander dagegen im Gelände. Selbst wenn sich das Klientel kaum für eine ernsthafte Geländegängigkeit des Allradlers interessieren dürfte, hat der Brite aus Liverpool hier mehr auf dem Kasten als die meisten seiner Konkurrenten. Ein Grund liegt in dem Terrain Response System, mit dem sich der Fahrbetrieb auf den jeweiligen Untergrund einstellen lässt.

Sind die Modifikationen am Land Rover Freelander von außen nur marginal, so hat sich im bislang betont rustikalen Innenraum mehr getan. Neue Sitze, Verkleidungen und Applikationen - dazu das bekannt gut Platzangebot - gefallen mehr denn je. Wer die 40:60 teilbare Rückbank umklappt, kann bis zu 1.670 Liter Stauraum für Urlaub, Freizeit und Einkauf nutzen. Groß gewachsene Insassen wünschen sich bessere Verstellmöglichkeiten für die vorderen Stühle, sowie ein Plus an Seitenhalt und Oberschenkelauflage. Auch Bedienung und Funktionen des Festplatten-Navigationssystem stehen hinter denen vieler Konkurrenten zurück. Selbst wenn es sich nur um eine Modellpflege handelt, wäre der Einzug von mehr Fahrerassistenzsystemen wünschenswert gewesen. Hier gibt es nicht mehr als das nötigste. Immerhin ist die Sicherheitsausstattung mit sieben Airbags, Bergabfahrhilfe, ESP, ABS und Allradantrieb komplett.

Das nur frontgetriebene und damit wenig standesgemäße Basismodell Land Rover Freelander eD4 S für 28.200 Euro bei 150 PS spielt nur eine Nebenrolle im Portfolio. Deutlich interessanter dürfte für die meisten Kunden der Freelander SE Dynamik sein, der je nach Motorisierung zwischen 40.100 und 43.300 Euro kostet. Dafür gibt es unter anderem 19-Zoll-Alufelgen, Tempomat, Audiosystem, Einparkhilfe und Sportledersitze. Kauftipp ist der 150-PS-Diesel mit einem Verbrauch von 5,6 Litern. Doch noch besser, man greift zum Range Rover Evoque.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: press-inform, 2012-12-01

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