Testbericht

Stefan Grundhoff, 6. Januar 2015
2015 ist das Jahr, in dem es heißt Abschied zu nehmen. Der Land Rover Defender, unverwüstliches Allrad-Urgestein aus England, wird eingestellt. Gefeiert wird nicht nur mit ungewöhnlichen Sondermodellen, sondern auch einem spektakulären Gemälde.

Eines der größten Sandgemälde der Welt ist am Strand der Red Wharf Bay auf der walisischen Insel Anglesey zu bestaunen - vorausgesetzt, man hat einen Hubschrauber oder einen Flugzeug zur Verfügung. An diesem Strand entwarf Maurice Wilks kurz nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1947 die markante Form des britischen Dauerläufers, der nach 68 Jahren nunmehr eingestellt und von einem modernen Nachfolger abgelöst wird. Mithilfe von Spezialisten des Teams "Sand In Your Eye" pflügten sechs Defender verschiedener Modellgenerationen den charakteristischen Umriss der 4x4-Ikone in den Sand der Red Wharf Bay. "Mein Vater traf seinen Bruder am Strand der Bucht und entwarf mit einer Zeichnung im Sand seine Vorstellung eines Land Rover", sagt Stephen Wilks, Sohn von Maurice Wilks, "damit konzipierte er den Land Rover - und alles nahm seinen Anfang."

Die Familie Wilks besaß Land auf der walisischen Insel und verbrachte hier ihre Urlaube. Auf Anglesey entwickelte Maurice Wilks die Idee eines neuen Rover-Modells, das als Offroader und leichter Traktor gleichermaßen geeignet war. Sein visionärer Vorschlag wurde schließlich "Land-Rover" getauft - unter dem Namen Defender heute eine automobile Legende. Um das riesige Sandgemälde auf der Red Wharf Bay schaffen zu können, wurde den sechs fahrenden Land Rover-Künstlern jeweils eine vier Meter messende Egge angehängt. Das halbe Dutzend Fahrzeuge repräsentierte dabei nahezu die gesamte Modellgeschichte vom Premierenjahr 1948 bis zur Neuzeit. Der Series II-Wagen mit Baujahr 1965 präsentierte sich dabei nicht nur makellos, er besitzt auch eine besondere Geschichte: Er gehörte einst der Familie Wilks. Deshalb waren die Cousins Stephen und Nick Wilks, die Söhne von Maurice und Spencer Wilks, auf der Insel Anglesey vor Ort, um an der ungewöhnlichen Fahrt durch den Sand teilzunehmen. Sie halfen dabei, dass für den Umriss der Karosserie eine 4,52 Kilometer lange Linie auf dem historischen Strand entstehen konnte - in einer Länge, die aneinandergereiht 1118 Defender 90 entspricht. Dem Defender-Kunstwerk war übrigens keine lange Lebensdauer gegönnt. Nur Minuten nach seiner Vollendung verschlang die auflaufende Flut das Sandgemälde.

Zu Ehren des britischen Offroad-Dauerläufers gibt es nicht nur das spektakuläre Strandgemälde, sondern auch drei kaum weniger beeindruckende Sondermodelle. Die limitierten Editionen Heritage, Adventure und Autobiography werden dabei von dem bekannten 2,2-Liter-Turbodiesel angetrieben und in den kommenden Monaten in den Handel kommen. "Begriffe wie Leidenschaft oder Begeisterung sind untrennbar mit dem Defender verbunden - und daran wird sich auch nie etwas ändern", blickt Nick Rogers, Land Rover Vehicle Line Director, auf en Nachfolger, "die Geschichte des Defender reicht nahezu 68 Jahre zurück. Über Jahrzehnte feiert das Modell Erfolge in aller Welt, weil es unbestreitbar große Fähigkeiten mit einem unverwechselbaren Design verknüpft."

An den Start geht der besonders exklusive Defender Autobiography unter anderem mit Zweifarblackierung, 110 kW / 150 PS und einer umfangreichen Ausstattungsliste, auf der auch eine Windsor-Lederausstattung steht. Höchste Exklusivität gewährleistet die Limitierung des Modells auf 180 Exemplare der Version 90 Station Wagon. Ab April wird der Defender Autobiography in Deutschland lieferbar sein - zu Preisen ab 64.000 Euro. Das Sondermodell Defender Heritage bezieht seine Inspiration von den frühen Modelljahren. Die weltweit in einer Stückzahl von 2.654 Einheiten vertriebene Sonderausgabe besitzt eine Lackierung in Grasmere Green mit weißem Kontrastdach. Neben einem nostalgisch anmutenden Kühlergrill kennzeichnen mehrere "HUE 166"-Logos diese Version: Dieses Kennzeichen trug der allererste Vorserien-Land Rover, der daraufhin den Spitznamen "Huey" erhielt. Ab August wird der Defender als Heritage-Sondermodell zu Preisen ab 40.000 Euro in den Handel kommen. Dritter im Bunde ist der Adventure. Für Ausritte ins Gelände verfügt das Sondermodell über zusätzlichen Unterfahrschutz und robuste MT/R-Reifen. Abgerundet wird die Ausstattung mit verschiedenen Elementen zur Karosserieverschönerung und einer Lederausstattung im Innenraum. Er ist zu Preisen ab 45.000 Euro in einer limitierten Auflage von 2.277 Exemplaren erhältlich.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: press-inform, 2015-01-06

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