Testbericht

27. Dezember 2010
Cannes (Frankreich), 27. Dezember 2010 - Die kleinen Gebirgssträßchen hier in den französischen Seealpen sind teilweise ordentlich zerzaust. Aber der Straßenzustand dringt vornehmlich optisch zu uns durch. Unsere Rücken bleiben verschont. Unser Gefährt: der Mercedes S 500.

Außen und innen S-Klasse Der S 500 guckt genauso aus der Wäsche wie seine Modellgeschwister. Elegant geschwungenes Blech zeigt eine gewisse Erhabenheit, ohne den Betrachter zu überrennen. In der Kabine passt alles, die Verarbeitung ist selbstredend top. Neu sind ein paar aktive Assistenten wie beispielsweise der Spurhalte-Assistent und der Totwinkel-Assistent. Wir probieren das Spurhalte-System aus: Ohne zu Blinken lassen wir den Wagen über die durchgezogene weiße Linie links von uns rollen. Sanft zieht er wieder zurück in seine Spur. Kameras erkennen die Linie und beim Überfahren selbiger wird der Wagen über einen korrektiven Bremseingriff zurück gelenkt. Das funktioniert, die Aktivität des Totwinkel-Assistenten probieren wir lieber nicht aus.

Direkt auf der Hinterachse Das Fahrwerk des S 500 lässt sich verstellen. Wir probieren den Komfort-Modus, schließlich werden die meisten Kunden von diesem Fahrzeug genau das erwarten: Komfort. Wie oben bereits angedeutet, ist der S 500 hier Benchmark. Ein Audi A8 gibt sich in seiner weichsten Einstellung immer noch deutlich zu hart und ein 7er BMW kann in seiner Komfort-Einstellung schon mal schwanken. Der S 500 ist genau richtig, vermittelt sogar noch einen Rest sportlichen Fahrgefühls. Gewankt wird dabei in den Kurven auch nicht und den Gästen im in dieser Wagenkategorie wichtigen Fond geht's auch gut. Im Heck sitzt man schließlich direkt über der Hinterachse. Aber die in Zug- und Druckstufe getrennt voneinander regelbaren Dämpfer ackern alle Fahrbahnunbillen weg. Die ständig nachjustierte Kombination aus hart/hart (Zug-/Druckstufe), hart/weich, weich/hart und weich/weich machts möglich.

Neuer Motor: Großer Wurf Den Vortrieb übernimmt in unserer S-Klasse eine Art Downsizing-Aggregat. Dem neuen Direkteinspritzer-V8 reichen 4,6 Liter Hubraum, um 435 PS zu erzeugen. Das enorme Drehmoment von 700 Newtonmeter liegt bereits bei 1.800 U/min an und bleibt bis 3.500 U/min konstant hoch - der Biturbo-Aufladung sei Dank. In 5,0 Sekunden strömt der S 500 auf Tempo 100, bei 250 km/h greift die elektronische Abregelung ein. Serienmäßig wird das kompetente Aggregat an ein Start-Stopp-System angeschlossen. Im Fahrbetrieb zieht der Wagen bis zur Abregelung derart nach vorn, dass es beinahe in der Brust drückt. Dabei ist er auch noch irre leise. So leise, dass die Ingenieure die Luftauslässe für den Innenraum extra dämpfen mussten, da die Luftgeräusche jetzt als störend empfunden wurden.

Große Effizienz So spontan der V8 am Gas hängt, so sparsam geht er zu Werke. Sein Start-Stopp-System lässt ihn an der roten Ampel sanft ausgehen und beim Tritt aufs Gas spontan wieder hochfahren. Laut Datenblatt werden pro 100 Kilometer zwischen 9,4 und 9,6 Liter Super fällig - für einen V8 mit Turboaufladung ist das ein sensationeller Wert. Die Schaltarbeit übernimmt im S 500 eine perfekt abgestimmte Siebengang-Automatik. Auch sie kann kein Komfortwässerchen trüben.
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Technische Daten
Antrieb:Hinterradantrieb
Anzahl Gänge:7
Getriebe:Automatik
Motor Bauart:V-Ottomotor mit Bi-Turboaufladung
Hubraum:4.663
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:8
Leistung:320 kW (435 PS) bei UPM
Drehmoment:700 Nm bei 1.800-3.500 UPM
Preis
Neupreis: 99.187 € (Stand: Dezember 2010)
Fazit
Der neue Mercedes S 500 hat das Zeug zur Komfort-Ikone: Sein Fahrwerk setzt Maßstäbe in einer Klasse, die ohnehin vorwiegend auf Komfort getrimmt ist. Hinzu kommt der sahnige Biturbo-V8, der den Wagen leise und effizient mit gehörigem Druck vorantreibt.
Testwertung
5.0 von 5

Quelle: auto-news, 2010-12-27

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