Testbericht

18. Februar 2010
Friedrichshafen, 18. Februar 2010 - Ein vierblättriges Kleeblatt als Glücksbringer: Mit diesem auf die Seiten aufgemalten Emblem holte sich Alfa-Werksfahrer Ugo Sivocci im Jahr 1923 seinen ersten Sieg bei einem Autorennen. Der abergläubische Italiener hatte zuvor gezögert, überhaupt anzutreten, nachdem ihm als Startnummer die Unglücksziffer 13 zugelost worden war. Doch das "Quadrifoglio Verde" (auf Deutsch: vierblättriges Kleeblatt) wurde nicht nur zu Sivoccis Glücksbringer, sondern fortan zum Erkennungszeichen aller Rennwagen von Alfa Romeo. Heute ziert das grüne Kleeblatt auf weißem Grund die besonders sportlichen Modelle der Marke. Neu im Angebot ist ab sofort der MiTo Quadrifoglio Verde, mit 170 PS die Topversion des Kleinwagens. Immer mit Start-Stopp-System Mit dem 1.4 TB 16V kommt im MiTo jetzt die bisher stärkste Version der 2009 vorgestellten MultiAir-Motoren zum Einsatz. Die zylinderindividuelle, elektrohydraulische Ventilsteuerung dieser neuen Technologie sorgt für ein Leistungsplus von zehn Prozent und ein um 15 Prozent erhöhtes Drehmomentmaximum. Gleichzeitig sollen Verbrauch und CO2-Ausstoß deutlich sinken. Der 1,4-Liter-Benziner mit Abgas-Turbolader und Direkteinspritzung genehmigt sich so im MiTo Quadrifoglio Verde laut Datenblatt nur 6,0 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer. Hilfreich beim Spritsparen sind die Start-Stopp-Automatik sowie die Schaltempfehlungsanzeige. Dreistufiges Fahrdynamiksystem Serienmäßig gibt es beim Quadrifoglio Verde, wie bei jedem MiTo, das Fahrdynamiksystem DNA. Über einen Schalter in der Mittelkonsole kann der Fahrer hier Einfluss auf die Kennfelder von Motor, Lenkung und (optional) Fahrwerk nehmen. Die Abkürzung DNA steht dabei für die drei Programme "Dynamic", "Normal" und "All Wheather". Natürlich empfiehlt sich für den Quadrifoglio Verde vor allem der sportliche Dynamic-Modus: Die ohnehin straffe Lenkung arbeitet dann noch direkter, das Gaspedal spricht deutlich schneller an und das maximale Drehmoment erhöht sich von 230 auf 250 Newtonmeter. Erst dann zeigt der sportliche Italiener, was wirklich ihn ihm steckt.

Kraftvoller, agiler Antrieb Der Wagen ist kraftvoll, agil und beschleunigt zügig. Die Fahrwerte unterstreichen das: In 7,5 Sekunden spurtet der 4,06 Meter kurze Dreitürer von null auf Tempo 100, der Vortrieb endet erst bei 219 km/h. So dynamisch man den Quadrifoglio Verde mit standesgemäßem Sound über den Asphalt jagen kann, so störend ist das Turboloch, das bei jedem Vollgas-Spurt spürbar zutage tritt. Alfa Romeo kombiniert den Antrieb mit einer manuellen Sechsgang-Schaltung, die leider etwas hakelig arbeitet. Ab dem Frühjahr 2010 wird der MiTo auch mit einem Doppelkupplungsgetriebe erhältlich sein. Allerdings ist noch offen, ob es auch für das Topmodell angeboten wird. Erster Kleinwagen mit aktivem Fahrwerk Für optimierte Traktions- und Fahrdynamik-Eigenschaften verfügt der Sport-MiTo ab Werk über ein elektronisches Vorderachs-Sperrdifferenzial. Wer 600 Euro zusätzlich investiert, kann mittels DNA-Schalter zusätzlich Einfluss auf die Fahrwerksabstimmung nehmen: Optional steht dann die "Dynamic Suspension" zur Verfügung - das erste aktive Fahrwerk für einen Kleinwagen überhaupt. Über elektronisch gesteuerte Stoßdämpfer lassen sich so Karosseriebewegungen minimieren und die Wirkung der Assistenzsysteme - wie etwa das ESP - zugunsten erhöhter Fahrdynamik anpassen. Aus der kontinuierlichen Regelung der Dämpfer resultiert eine ausgezeichnete, äußerst sportliche Straßenlage: Erlaubt die Normal-Einstellung ausreichenden Reisekomfort, so klebt das Fahrzeug im straffen Dynamic-Modus förmlich auf der Straße und bietet ein super Kurvenhandling. Angenehm dezente Sportlichkeit Der bereits in der Standardausführung dynamisch gezeichnete MiTo verzichtet in der Topmotorisierung auf einen zu aufdringlichen Auftritt. Zu erkennen ist der Quadrifoglio Verde an exklusiven 17-Zoll-Leichtmetallrädern, die analog zu den Scheinwerfereinfassungen und den Außenspiegelgehäusen titangrau lackiert sind. Neben den grünen Kleeblättern auf den Kotflügeln gibt es als weitere Merkmale eine modifizierte Heckschürze, einen Dachspoiler in Wagenfarbe sowie verchromte Doppelendrohre.

Vergleichsweise günstig Das Interieur ist weitgehend in Schwarz gehalten. Für das in Karbonoptik bezogene Armaturenbrett sowie die Sitzbezüge sind auch zweifarbige Ausführungen erhältlich. Der Tacho und der Drehzahlmesser werden weiß beleuchtet. Aluminium-Pedale, die bei Sportmodellen in dieser Klasse mittlerweile zur Grundausstattung gehören, sind im kleinen Glücksklee-Alfa allerdings aufpreispflichtig. Mit einem Einstiegspreis von 20.950 Euro fällt der MiTo Quadrifoglio Verde dafür im Vergleich mit seinen Mitbewerbern günstig aus: Der Mini Cooper S kostet 23.100 Euro, der Seat Ibiza Cupra 23.390 Euro und der Peugeot 207 RC 21.750 Euro. Lediglich der Renault Clio RS Cup ist günstiger zu haben - für 19.990 Euro.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Otto-Reihenmotor mit Benzin-Direkteinspritzung, Turbolader und MultiAir-Ventilsteuerung
Hubraum:1.368
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:125 kW (170 PS) bei UPM
Drehmoment:250 Nm bei 2.500 UPM
Preis
Neupreis: 20.950 € (Stand: Februar 2010)
Fazit
Schickes Design, Sportlichkeit und viel Spaß auf der Straße - so stellt man sich einen Alfa vor. Mit dem MiTo Quadrifoglio Verde setzt die italienische Traditionsmarke diese Attribute um. Die Topversion überzeugt durch gute Fahrwerte und mit dem Aktiv-Fahrwerk durch eine Super-Straßenlage. Die 600 Euro Aufpreis dafür lohnen sich. Etwas enttäuscht hat uns das deutlich spürbare Turboloch, auch die Schaltung könnte harmonischer arbeiten. Das in Kürze verfügbare Doppelkupplungsgetriebe wird deshalb hoffentlich auch im Quadrifoglio Verde zum Einsatz kommen.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2010-02-18

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