Testbericht

Wolfgang Gomoll, 22. März 2014
Die Modellpflege des Kia Sportage ist optisch dezent ausgefallen. Im Interieur und beim Antrieb haben die Koreaner dagegen deutlich sichtbarer Hand angelegt.

Eines muss man dem Kia Sportage lassen: schnittig ist er. Vor allem der in Chrom eingefasste Tigernasen-Kühlergrill mit den schwarzglänzenden Elementen macht was her. Abgerundet wird der schmucke Auftritt durch neue LED-Rücklichter in 3D-Optik. Das war es im Großen und Ganzen schon mit den optischen Veränderungen am Blechkleid. Der Sportage gehört neben dem Ceed zu den Bestsellern des koreanischen Autobauers: Im vergangenen Jahr entschieden sich 89.553 Europäer für den SUV. Das ist eine Steigerung um mehr als zehn Prozent. Jede radikale Änderung im Design kann da schnell nach hinten losgehen.

Technisch und beim Interieur ist der Einschnitt beim Facelift größer. Unter der Motorhaube werkelt jetzt ein neuer Zweiliter-Benziner mit Direkteinspritzung, der das betagte Vorgänger-Aggregat ablöst. Die Kombination aus einem maximalen Drehmoment von 205 Newtonmetern und 166 PS ist für eine Spitzengeschwindigkeit von 183 km/h gut. Bei Ampelstarts legt sich der gut 1,5 Tonnen schwere SUV ins Zeug und erreicht nach 10,4 Sekunden die 100-km/h-Marke. Doch wer sich mit dem Sportage auf Beschleunigungsrennen einlässt, missbraucht den SUV. Der Off-Roader aus Fernost ist für längere Strecken besser geeignet. Grobe Schläge steckt der Sportage gut weg, doch bei kurzen, giftigen Schlägen reagieren Dämpfer und Federn gerade in Verbindung mit den optionalen 18-Zoll-Felgen bisweilen hölzern. Bei schlechten Straßen erweist sich das Fahrwerk als unharmonisch: Die Karosserie ist schwingt nach und ist ständig in Bewegung. Der Verbrauch bei ersten Testfahrten war mit 8,4 Litern in Ordnung, zumal dieser Wert nur 0,4 Liter über dem Norm-Durst liegt. Gerade beim Benziner mit dem nicht gerade üppigen Drehmoment von 205 Newtonmetern hat erweist sich die Sechsgang-Automatik als Spaßbremse, denn sie raubt dem Aggregat einiges an Tatendrang.

Platz bietet der Sportage abgesehen von der zu hohen Sitzposition vorne genug. Für Menschen, die über 1,85 Meter groß sind, wird es in der ersten Reihe um den Kopf herum eng. Hinten schaut die Sache schon besser aus: Auf der Rückbank geht es geräumig zu und das Ladevolumen des Kofferraums ist mit 465 bis 1.353 Litern durchaus in Ordnung. Zum Vergleich: Der VW Tiguan schluckt zwischen 470 und 1.510 Liter. Das Verstauen des Gepäcks und anderer Gerätschaften wird allerdings durch eine 76,5 Zentimeter hohe Ladekante in Kombination mit einer kleinen Kofferraum-Luke erschwert.

Im Innenraum geht es betont sachlich zu. Das obere Armaturenbrett ist unterschäumt und verleiht der sonstigen Hartplastik-Landschaft einen Hauch Noblesse. Der Klavierlack beim Klima-Bedienteil und das neue Kombi-Instrument frischen die ansonsten triste Anmutung auf. Mit einem Preis von mindestens 24.090 Euro ist der Kia Sportage fair gepreist. Serienmäßig sind eine manuelle Klimaanlage und eine Einparkhilfe hinten. Ein VW Tiguan Track mit 160 PS ist nicht unter 30.850 Euro zu haben. Die Bedienung ist einfach und selbst Kia-Unkundige finden sich sofort zurecht. Bei der Ausstattung punktet der Sportage, denn er bietet einige nützliche Extras: ein beheizbares Lenkrad, Rückfahrkamera, ein großes Sieben-Zoll-Display, das auch für das Navigationssystem genutzt wird und eine Standheizung, die per Fernbedienung gesteuert wird. Einige dieser Ausstattungs-Optionen sind bei der Top-Version "Spirit" serienmäßig. Die kostet mit dem Zweiliter-Benziner 27.690 Euro. Weitere Elemente des Rundherum-Sorglos-Pakets: Xenon Scheinwerfer, Bluetooth Fernsprech-Einrichtung und eine Zwei-Zonen-Klimaanlage.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: press-inform, 2014-03-22

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