Testbericht

23. März 2005
Freising, 23. März 2005 – Cerato fördert die Urteilsfähigkeit und hilft gegen Selbstzweifel. Zumindest tut das die Pflanze Cerato, die in der Bachblüten-Therapie eingesetzt wird. Nun, Sie haben recht, das hat nicht viel mit Autos zu tun. Nur, dass das Golfklassemodell von Kia eben Cerato heißt. Wir haben das Auto jedenfalls für Sie getestet. Zwei Benziner und ein Diesel Den Cerato gibt es in zwei Karosserieversionen – mit Stufenheck und mit Steilheck. Als Motorisierung steht neben zwei Benzinern mit 105 und 143 PS auch ein Common-Rail-Turbodiesel zur Verfügung. Diesen Selbstzünder haben wir in der Steilheckvariante gefahren. Der 2,0-Liter-Diesel leistet 113 PS und stellt 245 Newtonmeter bei 1.800 bis 2.500 U/min zur Verfügung. Den Kraftstoffverbrauch gibt Kia mit 6,0 Litern an. Der Diesel-Cerato hält nur die Euro-3-Abgasnorm ein; einen Partikelfilter gibt es nicht. Das Aggregat klingt angenehm und bleibt auch beim Beschleunigen leise. Ab knapp über 2.000 U/min spürt man einen gewaltigen Schub, und kann die Reifen ab und zu auch mal ein bisschen quietschen lassen. Dies passiert manchmal sogar ungewollt nach dem Hochschalten in den zweiten Gang. Etwas weiches Fahrwerk Der Schalthebel des serienmäßigen Fünfgang-Getriebes ist etwas wackelig. Auch das Fahrwerk überzeugte uns auf kurvigen Landstraßen weniger: Zumindest für eine sportliche Fahrweise ist es zu weich; die Karosserie legt sich in der Kurve weit nach außen. Ein Vorteil ist das weiche Fahrwerk dagegen auf der Autobahn: Hier fährt sich der Cerato sehr komfortabel.

Kein ESP Wir erreichten die Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h ohne Probleme. Die Lenkung verhärtet bei hohem Tempo gut, sodass man kaum nachführen muss. Das Auto verfügt serienmäßig über ABS und eine Traktionskontrolle. Ein ESP ist nicht lieferbar; es soll erst beim nächsten Facelift im Jahr 2006 nachgereicht werden. Schöner Innenraum Die Instrumente wirken etwas überdimensioniert. Doch ansonsten besitzt der Kia in der von uns gefahrenen EX-Ausstattung einen schönen Innenraum, der sich im unteren Teil hellgrau, oben schwarz präsentiert. Die Rundumsicht wird dem Fahrer ein wenig durch die breiten C-Säulen und dazu noch durch die Streben des kleinen dritten Seitenfensters verstellt. Die Kopfstützen sind für eine Körpergröße von 1,75 Meter gerade noch ausreichend. Der Seitenhalt der Sitze ist eher für gemächliche Kurvenfahrt berechnet. Wer stürmisch fährt, wird in der Kurve Halt vermissen und den nach außen drängenden Körper mit Muskelkraft an Ort und Stelle halten müssen. Viel Platz im Fond Der Sitzkomfort im Fond ist sehr gut. Stellt man den Fahrersitz für einen 1,75 Meter großen Testinsassen ein, so bleiben einem gleich großen Passagier dahinter etwa acht Zentimeter Platz vor den Knien. Dieselbe Distanz bleibt zwischen Kopf und Innenraumdecke. Das sind gute Werte für diese Klasse. Selten gesehenes Sicherheitsplus: Die Kopfstützen reichen von ihrer Länge her auch für Erwachsene aus. Ein Nachteil ist jedoch, dass der mittlere Dreipunktgurt im Dach statt in der Lehne befestigt ist, sodass er sich nur umständlich anlegen lässt. Ein weiteres Manko ist das Fehlen von Fächern in den Türen.

Völlig ebener Kofferraum Der Kofferraum wird über eine weit nach oben öffnende Klappe erreicht. Die Laderaumschwelle, über die man Transportgut beim Ausladen heben muss, ist mit acht Zentimetern niedrig, und auch die Ladekante liegt mit 60 Zentimetern über dem Boden günstig. In Normalkonfiguration passen 228 Liter in das Gepäckabteil. Legt man die Rücksitze um, werden daraus 1.048 Liter. Zum Vergleich: Der VW Golf schluckt mit 350 bis 1.305 Litern etwa ein Drittel mehr. Zum Umlegen der Sitze müssen die Kopfstützen entnommen werden. Man kann sie in Halterungen im Sitzpolster stecken, sodass sie nicht lose herumliegen. Nach dem Umlegen erhält man einen hervorragend nutzbaren, da völlig ebenen Laderaum – das gibt es beim Klassenprimus Golf nicht. Ab 16.480 Euro Den Cerato 2.0 CRDi bietet Kia in drei Versionen an: Das Steilheckmodell ist als LX und EX verfügbar, die Stufenheckversion nur in der höheren Version EX. Die günstigste Version des Zweiliterdiesels, die Steilhecklimousine in der LX-Variante, kostet 16.480 Euro. Die Ausstattung ist recht umfassend; sie beinhaltet unter anderem elektrische Fensterheber vorn und hinten sowie eine Klimaanlage. Es fehlen eine Fernbedienung für die Zentralverriegelung und – wie erwähnt – ein ESP. Doch dafür ist der Preis heiß: Ein vergleichbarer VW Golf kostet 18.490 Euro, also fast 2.000 Euro mehr.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung
Hubraum:1.991
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:83 kW (113 PS) bei UPM
Drehmoment:245 Nm bei 1.800-2.500 UPM
Preis
Neupreis: 16.480 € (Stand: März 2005)
Fazit
Der Zweiliterdiesel des Cerato gefällt, ja mehr noch, er macht richtig Spaß. Auch bei der Innenraumgestaltung braucht sich der Kia nicht zu verstecken. Im Fond ist viel Platz für Passagiere, und der Kofferraum beeindruckt zwar nicht durch Größe, ist aber gut nutzbar. Nur wer sportliche Ambitionen hat, sollte die Finger von diesem Diesel lassen: Für eine stürmische Fahrweise ist das Fahrwerk zu weich, und das fehlende ESP stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Auch in puncto Umwelt ist der Kia nicht auf dem Stand der Technik. Zum Einstiegspreis von 16.480 Euro ist das Steilheckmodell mit dem Zweiliter-Diesel jedoch eine gute Wahl. So können wir bestätigen, dass Cerato gegen Selbstzweifel hilft. Denn wer das Auto gekauft hat, wird seine Entscheidung kaum nachträglich bereuen. (sl)

Quelle: auto-news, 2005-03-23

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