Testbericht

Stefan Grundhoff, 2. Dezember 2010
Der neue Grand Cherokee soll die Marke Jeep wieder in die Köpfe der Offroad-Jünger bringen. Und noch mehr: auch Interessenten von Touareg, ML oder X5 sollen künftig intensiv zum neu erstarkten US-Amerikaner herüberschielen.

Punkten will der Grand Cherokee mit bekannten Qualitäten, neuen Stärken und einem Kampfpreis. Alles drin, alles dran – und das für 52.850 Euro. Auf den ersten Blick nur eingeschränkt ein Schnäppchen; auf den zweiten Blick lockt der Preis allemal. Denn zumindest zunächst ist der neue Jeep Grand Cherokee nur als Luxusmodell „Overland“ zu bekommen. Der bietet alles, was das Herz der SUV-Fans begehrt: klimatisierte Sitze, Xenonlicht, 20-Zoll-Alu, Festplattennavigation, Keyless Go, Soundsystem, großes Sonnendach und eine elektrische Heckklappe. Da bleiben nur wenige Wünsche offen. Nur die Farbe kann sich der Kunde noch aussuchen. Metalliclack kostet 800 Euro. Ansonsten bleibt dem Kunden nur die Wahl zwischen einem 3,6 Liter großen Sechszylinder und dem bulligen 5,7-Liter-V8. Das Hemi-Topmodell hat mit seinen 352 PS nicht nur mehr Power, sondern schlägt sich auch mit der betagten Fünfgang-Automatik souveräner im Alltagsgeschäft herum. Der Rest passt und das Basistriebwerk mit seinen 3,6 Litern Hubraum ist allemal kraftvoll genug. Ein 250 PS starker Commonrail-Diesel-V6 aus dem Hause VM folgt im Mai kommenden Jahres. Er dürfte in Europa allein rund 80 Prozent der Verkäufe ausmachen.

Der 3,6 Liter große V6-Pentastar-Motor im Jeep ist eine komplette Neuentwicklung. Mit Direkteinspritzung leistet das Alutriebwerk 210 KW / 286 PS und ein Drehmoment von 347 Nm bei 4.300 U/min. Jeep verspricht dabei einen Normverbrauch von 11,4 Litern Super auf 100 Kilometern. Der Motor läuft ruhig im Hintergrund und ist für den US-Allradler, der mit neuen Kräften Mercedes ML, BMW X5, VW Touareg oder Porsche Cayenne angreifen möchte, allemal ausreichend. 0 auf 100 km/h schafft der knapp 2,3 Tonnen schwere Allradler in 9,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 206 km/h. Während der V8 mit einer variablen Luftfederung unterwegs ist, muss der kleine Sechszylinder mit einer gewöhnlichen Einzelradaufhängung auskommen. Die Starrachse vergangener Zeit gehört jedoch der Vergangenheit an. Schließlich basiert der neue Grand Cherokee technisch auf der aktuellen Mercedes M-Klasse. Diese wird im kommenden Sommer von einem neuen Modell abgelöst und damit deutlich leichter.

Von dieser Gewichtsersparnis profitiert die neue Generation des Grand Cherokee leider noch nicht. Sein üppiges Fahrzeuggewicht von mindestens 2,3 Tonnen und eine allzu träge Automatik mit nur fünf Stufen ist jedoch das größte, was man ihm vorwerfen kann. Ansonsten zeigt sich der Amerikaner gewohnt stark im Gelände und deutlich komfortabler auf der Straße. „Das Auto ist nunmehr nicht nur offroad stark, sondern auch eine perfekte Reiselimousine“, unterstreicht Jeep-Vorstand Haico van der Luyt. Tatsächlich hat der Indianer auf der Straße deutlich an Qualitäten zugelegt. Die Windgeräusche sind gesunken und auf schlechten Fahrbahnbelägen macht sich die neue Hinterachse angenehm bemerkbar. Ähnlich wie bei Land Rover und Range Rover verfügt nunmehr auch der Jeep Grand Cherokee über wählbare Fahrprogramme in den Modi Sport, Automatik, Schnee, Felsen und Sand / Matsch. Allradantrieb und Untersetzung sind ebenso obligatorisch wie eine Bergabfahrhilfe. „Unser neuer Grand Cherokee schafft als 5,7 V8 mit der Luftfederung natürlich auch weiterhin die harte Prüfung des Rubicon-Passes ist damit Trail-Ratet“, legt Produktmanager Tobias Dilsch Wert darauf, dass der Allradler nicht zu einem zahnlosen Indianer verkommen ist.

Besonders stolz sind die Jeep-Verantwortlichen jedoch auf den Innenraum. Holz und weiches Leder wohin man auch schaut. Dazu die längst überfälligen SUV-Komfortdetails wie klimatisierte Sitze, beheizbares Lenkrad und eine elektrische Heckklappe. Hier wurde zur Konkurrenz aufgeschlossen, wenngleich der Reisekomfort in der zweiten Reihe größer sein könnte und die Hinterachse in Verbindung mit den breiten 20-Zöllern keinen idealen Eindruck macht. Hier dürfte der Neue gerne komfortabler sein. Der Laderaum des Jeep schluckt 762 Liter, die sich durch Umlegen der Rückbank auf 1.554 Liter erweitern lassen.

Es dürfte kaum ein Zweifel daran bestehen, dass der neue Grand Cherokee die Marke Jeep auch in Deutschland wieder zurück auf die Spur bringen dürfte. Ehemals wurden vom Aushängeschild der Marke pro Jahr 3.000 Fahrzeuge verkauft; zuletzt kaum noch ein Drittel. Doch der Erfolg dürfte erst dann einsetzen, wenn ab kommendem Jahr auch der Dieselmotor verfügbar ist. Vielleicht verbessern sich bis dahin auch die Wartungsintervalle. Die liegen bei 12.000 Kilometer zur den V6 und bei unglaublichen 10.000 Kilometer für den 5,7 Liter großen V8. Im nächsten Jahr wird dann auch ein Komplettpaket an Fahrerassistenzsystemen verfügbar sein, das unter anderem Abstandstempomat und Totwinkelüberwachung umfasst.

Quelle: press-inform, 2010-12-02

Getestete Modelle
×
×
Unser Server konnte Ihre Aktion nicht ausführen. Bitte versuchen Sie es erneut.
Bitte vervollständige Deine E-Mail-Adresse.
×

Wir haben Dir eine E-Mail an gesendet.
Darin befindet sich Link, um Dein Passwort zurückzusetzen.

Keine E-Mail erhalten?

×
Anmelden
×

Wir haben Dir eine E-mail an gesendet.
Darin findest Du einen Link, um Deine E-Mail-Adresse zu bestätigen.

Keine E-Mail erhalten?

Bitte aktualisiere nochmals Deinen Posteingang und prüfe auch den Spam-Ordner.