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Testbericht

6. Juni 2006
Haar, 6. Juni 2006 – Tucson ist die zweitgrößte Stadt in Arizona und ein kompaktes SUV von Hyundai. Während die Wüstenstadt bis 2007 ihre Einwohnerzahl in drei Jahren auf mehr als eine Million Einwohner verdoppelt haben wird, sind auch die Aussichten für die Population des koreanischen SUV positiv. Von Januar bis April 2006 wurden in Deutschland rund 70.000 SUV neu zugelassen. Das ist angesichts eines schrumpfenden Gesamtmarkts ein respektables Wachstum von 12,3 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Grund genug, sich einen Vertreter dieser Klasse genauer anzusehen. Zweiter Grund: Der Hyundai Tucson mit Zweiliter-Dieselmotor hat nun einen Partikelfilter. Wir haben die Version mit Allradantrieb für Sie getestet. Knuffig-kompakte Hülle Von vorn betrachtet wirkt der Hyundai mit seinem massigen vorderen Überhang knuffig bis pummelig. Groß schauen die Scheinwerfer in die Welt. Nach hinten strafft sich die Linie etwas, von schräg hinten wirkt die Karosserie entschlossener. Diesen Eindruck verstärken die beiden Auspuffblenden rechts und links unter dem Stoßfänger. Die nach unten gebogenen Endrohre deuten auf den Diesel hin, in Deutschland bisher der beliebteste Motor für den Tucson mit Allradantrieb und nun mit serienmäßigem Partikelfilter.

Drehfreude zwischen Turboloch und Begrenzer Mit 140 PS gibt sich der Diesel für ein Stadt-SUV angemessen kräftig. Das Drehmoment von 305 Newtonmeter ist ganz ordentlich, aber nur in einem engen Drehzahlband abrufbar. Unter 1.800 Touren schläft der Turbo noch, entsprechend zäh geht es aus dem Drehzahlkeller hinaus. Das bedeutet viel Schaltarbeit im leidlich exakten Getriebe. Aus mittleren Drehzahlen dreht der Motor locker und sanft knurrend in Richtung Begrenzer. Das Motorengeräusch ist im Übrigen gut gedämmt, echtes Diesel-Nageln gibt es nur bei offenem Fenster. Wir verbrauchten bei unseren Stadt- und Überlandfahrten im Test durchschnittlich 9,5 Liter. Das geht in Anbetracht des hohen Leergewichts von rund 1.800 Kilo in Ordnung. Keine Härte, kein Gefühl Das Fahrwerk des Hyundai ist weich abgestimmt, speziell Schlaglöcher werden gut weggefiltert. Patzer erlaubt sich der Tucson bei aufeinander folgenden Bodenwellen: Zwar kommen keine Stöße durch, jedoch neigt das Auto dann zum Schaukeln. Indifferent verhält sich der Hyundai auf der Autobahn und bei flotter Kurvenfahrt. Die Lenkung gibt sich eher gefühllos und lässt den Fahrer über die Fahrbahnbeschaffenheit im Unklaren. Seine weiche Abstimmung lässt das SUV bei Spurwechseln leicht schwanken. Gegen zügige Kurvenfahrt wehrt sich das Fahrwerk mit Untersteuern – das heißt, die Vorderräder schieben zum Kurvenaußenrand.

Bequeme Sitze, gute Variabilität Die Sitze sind komfortabel und lassen sich vielfältig verstellen, bieten aber wenig Seitenhalt. Der Testwagen hatte die Ledersitze des Comfortpakets, die zusammen mit der silbernen Blende an der Mittelkonsole etwas mehr Wertigkeit bieten. Der Sitzkomfort vorne ist in Ordnung, wenn der Fahrer nicht allzu groß ist. Für lange Fahrerbeine ist die Längsverstellung zu kurz. Abhilfe bietet die – mit zwei Drehrädern zu bedienende – Höhenverstellung, die etwas mehr Abstand zu den Pedalen schafft. Praktisch für den Alltag sind die zahlreichen Ablagen innen und die ordentliche Variabilität. Mit einem Handgriff lässt sich im Fond die rechte oder linke Sitzlehne flach umlegen, der jeweilige Teil der hinteren Sitzbank wird automatisch mitversenkt. So entsteht ohne viel Aufwand eine ebene Ladefläche. Die Kopfstützen können dranbleiben, auch die hinteren Gurte verhaken sich nicht. Mit seinem quadratischen Format ist der Gepäckraum zudem gut nutzbar, allerdings ist er nicht besonders groß. Bei 4,30 Meter Länge können mehr als 325 Liter erwartet werden. Auch das Maximalvolumen von 1.375 Litern liegt unter dem Klassendurchschnitt. So bietet der gleich große Toyota RAV4 hinter den Rücksitzen 586 Liter Kofferraum. Beim Hyundai hilft in engen Parklücken das serienmäßig aufklappbare Heckfenster zum Einladen kleinerer Dinge. Nicht billig, aber gut ausgestattet Gerade im Vergleich zum RAV4 ist der Tucson nicht so günstig wie von einem koreanischen Hersteller erwartet. Der GLS 4WD steht mit 27.690 Euro in der Liste. Das sind 390 Euro mehr als ein RAV4 mit ähnlicher Ausstattung und 136 PS starkem 2,2-Liter-Diesel kostet. Im Unterschied zum Toyota steht der Hyundai serienmäßig auf Alufelgen und bringt den Partikelfilter mit. Bis auf Seitenairbags hinten ist die Sicherheitsausstattung komplett. Unter anderem sind das Stabilitätsprogramm ESP, Windowbags und Isofix-Kindersitzbefestigungen serienmäßig. Eine Klimaanlage kostet beim 4WD nichts extra, so reduziert sich der Allrad-Aufpreis auf 1.850 Euro. Übersichtlich ist die Aufpreisliste mit den zwei Posten Metallic-Lackierung und Comfort-Paket. Wer seinen Tucson nicht in Schwarz haben möchte, muss 460 Euro bezahlen. Das ist im Vergleich zum Preis für die Sitzheizung noch zu verschmerzen: Dieses Extra ist nur in dem Comfort-Paket, kombiniert mit Ledersitzen und Klimaautomatik, für 2.050 Euro zu haben. (ao)
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Technische Daten
Antrieb:Allradantrieb mit elektromagnetisch betätigter Mehrscheibenkupplung
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Manuell
Motor Bauart:Reihen-Diesel-Motor, vorn quer, Common-Rail-Direkteinspritzung, VTG-Turbolader
Hubraum:1.991
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:103 kW (140 PS) bei UPM
Drehmoment:305 Nm bei 1.800 bis 2.500 UPM
Preis
Neupreis: 27.690 € (Stand: April 2006)
Fazit
Das Hyundai-SUV Tucson hat etwas von einem kleinen Bären, der einen gemütlich knurrend begleitet und beschützt. Allerdings ist dieser Bär recht zahm.

Das Fahrwerk ist stark auf Komfort ausgerichtet und einer zügigen Fahrweise wenig aufgeschlossen. Wer weich wiegend durch den Alltag kommen und nicht viel Geld für einen zeitgemäß ausgestatteten Allradler bezahlen will, für den bietet der Hyundai immerhin pfiffige Details wie die einfach klappbare Rückbank, das einzeln zu öffnende Heckfenster oder die praktischen Ablagen.

Innenraum und Karosserie waren bei unserem Testwagen solide verarbeitet, die Materialqualität entspricht der Preisklasse. Es bleibt der Wunsch nach mehr Platz und einem souveräner arbeitenden Fahrwerk. (ao)

Quelle: auto-news, 2006-06-06

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