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Testbericht

25. Oktober 2010
Haar, 25. Oktober 2010 - Da werden mehr Autos im Rückspiegel kleiner als zunächst gedacht. Die 150 PS reichen, um so manch aufmüpfigen Drängler traurig zu machen. Unser BMW X1 sDrive18i gibt das Einstiegs-SUV (Sports Utility Vehicle) der Propeller-Marke und es lässt sich ganz sportlich bewegen.

Die hohe Eins Der X1 sieht nach einer richtig großen Karre aus und mit 4,45 Meter Länge überragt er einen 1er auch um 22 Zentimeter. Trotzdem ist der X1, wie gesagt, das kleinste Mitglied der BMW-X-Familie und unser Wagen ist zudem nicht mit Allrad- sondern mit Heckantrieb ausgerüstet. Das klingt nach einem Straßenwagen für Leute, die gerne etwas bequemer einsteigen und dann höher sitzen wollen und sich zudem in einem SUV etwas sicherer fühlen als in einer Limousine. Aber BMW gibt für den Wagen unverblümt Geländewerte an, die aber mit denen eines Geländewagens nicht im entferntesten mithalten können. Auch mit der Bodenfreiheit von 19 Zentimeter ist schnell "Ende im Gelände". Der X1 sDrive18i ist für die Straße gemacht.

Zuviel Schiebung Im Wagen sitzen wir gut, die Seriensitze geben uns passenden Seitenhalt und ein gerüttelt Maß an Langstrecken-Komfort. Die Ergonomie passt, aber nach hinten ist der X1 ausgesucht unübersichtlich. Parksensoren vorne und hinten schlagen mit 750 Euro zu Buche, eine empfehlenswerte Rückfahrkamera wird mit 420 Euro berechnet. Nach schräg hinten leidet die Übersicht an der ansteigenden Linie der unteren Fensterkante. Gut sind wiederum die riesigen Außenspiegel, die uns ordentliche Bilder vom Geschehen rechts und links des Wagens liefern. Wenn sich zwischen den Vordersitzen eine Armauflage befindet, dann hat die 150 Euro extra gekostet. Die Mittellehne ist in Längsrichtung verschiebbar, wobei sie deutlich kräftiger einrasten könnte. Wir verschieben die Auflage immer wieder unbeabsichtigt durch Armauflegen.

Gutes Gummi Platzmäßig gibt es in der Kabine nichts zu meckern - außer es fahren fünf Personen mit. Dann wird es eng im Fond und der Passagier in der Mitte hat es alles andere als bequem. Schön: Am Boden des 420-Liter-Gepäckfachs sind zwei stabile Gummibänder befestigt, unter denen sich kleines Gepäck rutschfest unterbringen lässt. Dank geteilt umlegbarer Fond-Rücklehne sind bis zu 1.350 Liter Kofferraum-Volumen möglich.

Ein bisschen übertrieben Wir lenken los und sind überrascht, wie viel Kraft wir aufwenden müssen. Das Steuerrad lässt sich vergleichsweise schwergängig bewegen. Das passt zur Federung, die ein wenig überhart ausfällt. Hier haben die Ingenieure des sportlichen Eindrucks Willen etwas zuviel des Guten getan. Allerdings bringt das auf Landstraße und Autobahn auch immense Vorteile mit sich: Der Wagen wankt nicht in der Kurve und die spielfreie präzise Lenkung tut ihr übriges, um dieses Fahren-wie-auf-Schienen-Gefühl zu vermitteln. Für das Leben auf langen Strecken außerhalb der Stadt ist unser X1 bestens geeignet. Und einen Allradantrieb vermissen wir sowieso nicht - schließlich müssen wir nicht Unmengen an Drehmoment auf die Straße bringen und in verschneiten Bergen sind wir auch nicht unterwegs.

Der geht ab Im X1 sDrive18i schindert das kleinste X1-Aggregat: Der 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner leistet 150 PS und generiert sein maximales Drehmoment von 200 Newtonmeter bei 3.600 U/min. In 9,7 Sekunden geht's von null auf 100 km/h, bei 202 km/h ist Schluss - unter der Tachonadel liegt dabei die Zahl 220. Der kleine Hecktriebs-X1 geht gut los, erst ab 140 km/h wird der Vortrieb ein bisschen zäh. Ab dieser Geschwindigkeit nimmt dann auch die Lautstärke ordentlich zu, sowohl vom Motor als auch von den Windgeräuschen her. Den Durchschnittsverbrauch gibt BMW mit 8,2 Liter pro 100 Kilometer an. Bei uns wurden 11,0 Liter fällig, bei Höchstgeschwindigkeit rasten 14,1 Liter auf der Referenzstrecke durch die Brennräume.

Handgemacht Eine Sechsstufen-Automatik würde für unseren Wagen 2.050 Euro kosten, serienmäßig wird eine Sechsgang-Automatik verbaut. Wir sind mit der manuell zu bedienenden Schaltung unterwegs - einer der knackigsten Schaltungen, die wir je erlebt haben. Sauber lassen sich die Gänge auswählen, spür- und hörbar rasten die Stufen ein. Hier gibt unser X1 den Stadtwagen - wir können vom Schalten gar nicht genug bekommen.
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Technische Daten
Antrieb:Hinterradantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Automatik
Motor Bauart:Reihen-Ottomotor
Hubraum:1.995
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:110 kW (150 PS) bei UPM
Drehmoment:200 Nm bei 3.600 UPM
Preis
Neupreis: 27.500 € (Stand: Oktober 2010)
Fazit
Der BMW X1 sDrive18i ist als Einstiegs-X mit kleinem Benzinmotor und Heckantrieb überraschend agil. Für den reinen Stadtgebrauch würden wir uns zwar eine leichtgängigere Lenkung und ein komfortableres Fahrwerk wünschen, aber für Landstraße und Autobahn ist der Wagen perfekt.

Der erst seit 2010 im X1 verfügbare kleine Benzin-Motor ist ausreichend spritzig und die manuelle Sechsgang-Schaltung macht richtig Spaß. Vom Basispreis in Höhe von 27.500 Euro sollte sich aber niemand blenden lassen: Hier sind beispielsweise nur Stahlfelgen dabei und mit ein paar Extras geht's locker weit über die 40.000-Euro-Marke.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2010-10-25

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