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Testbericht

Martin Andörfer, 22. Oktober 2013

Im kommenden Jahr ersetzt Mercedes den Viano durch die V-Klasse. Eine komplett neue Innenausstattung mit hoher Wertanmutung soll den Van endlich aus der Transportecke herausholen und ihn passgenau als größten Wagen mit dem Stern in die Personenwagen-Abteilung einreihen. Als V-Klasse trat bereits von Mitte der neunziger Jahre bis 2003 ein Van mit Stern an, um das Segment zu veredeln. Gut zehn Jahre später kommt sie nun zurück.

„Der Innenraum unserer neuen V-Klasse kombiniert viel Platz und maximale Variabilität mit Eleganz und Wertigkeit auf bestem Pkw-Niveau“, sagt Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans. „Für mich ist sie ein echtes Multitalent, wie man es so in diesem Segment kein zweites Mal findet“, ergänzt der Entwickler, der die zuvor die bisherige S-Klasse zur Marktreife gebracht hat vollmundig. Das sind große Versprechen, denn bis heute hat kein Van das hohe Niveau des VW-Transporters mit all seinen feinen Tugenden erreicht.

Stilvolle Gestaltung und hochwertige Oberflächen sollen der V-Klasse den Weg in höhere Kreise ebnen, ob komfortabler VIP-Shuttle oder anspruchsvoller Familien-Van, sie soll das Beste sein. Designelemente aus den Pkw-Baureihen wurden maßstabsgerecht übertragen. Die Schalttafel spannt sich mit sanftem Schwung zwischen den A-Säulen, das vergleichsweise kleine Lenkrad orientiert sich eher senkrecht als waagerecht, wie es bislang in Vans üblich war. Zum ersten Mal wird in dieser Klasse die Ambiente-Beleuchtung angeboten, die den Innenraum in stimmungsvolles Licht taucht und auch im Fond Akzente setzt. Auf Wunsch gibt es eine Voll-Lederausstattung mit Ziernähten in Kontrastfarben, auch für das Armaturenbrett ist ein Lederbezug im Angebot.

Die Bedienung erinnert an die Ausstattung der S- und der gerade gezeigten nächsten C-Klasse. Ein Touchpad erlaubt die Kontrolle der Fahrzeugfunktionen per Fingergesten, Wischen, Zoomen oder Scrollen sind möglich. Vorne ist ein bis zu 21,3 Zentimeter großer Monitor senkrecht stehend angebracht. Der zentrale Controller wird von einem Rahmen aus Echtmetall eingefasst, die optionale Sprachsteuerung hingegen wartet auf die verbale Befehlseingabe. Das Infotainment-System lässt sich auf Wunsch mit einer Burmester-Surroundanlage kombinieren, 16 Lautsprecher und 640 Watt Gesamtleistung sollen für ein besonderes Klangerlebnis sorgen.

Dass nicht nur die Passagiere auf höchstem Niveau befördert werden, sondern auch der Fahrer gesteigerten Komfort genießt, stellt unter anderem die elektrische Verstellung der Vordersitze sicher. Als Novum gibt es auf Wunsch eine Vierwege-Lordosenstütze, die den Rücken entlasten soll. Neu ist auch die Sitzbelüftung mit reversieven Ventilatoren, die bislang nur in der S-Klasse zu haben waren. Die weiterentwickelte Klimaautomatik mit drei unterschiedlichen Lüftungsmodi ermöglicht zugfreies oder schnelles Klimatisieren des Innenraums. Solarsensoren stimmen dabei die gewählte Temperatur ständig ab und regeln zonenunabhängig nach.

Praktischen Nutzwert bei Transportaufgaben verspricht die separat zu öffnende Heckscheibe. Sie ist am oberen Rahmen der Heckklappe angeschlagen und lässt sich unabhängig von dieser öffnen oder schließen. Dies erlaubt in engeren Parklücken leichteres Beladen. Außerdem wurde der Gepäckraum horizontal zweigeteilt, ein eingezogener Zwischenboden sorgt für Ordnung und harmoniert trefflich mit der Beladung durch die Heckscheibe. Der Zwischenboden hat zwei Vertiefungen, in denen klappbare Einkaufskörbe sicher untergebracht sind und ist mit bis zu 50 Kilogramm belastbar. Ganz leicht ist der herausnehmbare Kofferraumteiler jedoch nicht: immerhin 18 Kilogramm bringt das stabile Formteil auf die Waage. Die Ladekante des unteren Gepäckraums liegt auf einer Höhe von nur 45 Zentimeter.

Kein neuer Mercedes ohne die Option des kompletten Assistenz-Programms: Das Intelligent Drive System überwacht mit Kameras, Radar- und Ultraschallsensoren das Umfeld und hilft, prekäre Situationen zu entschärfen oder völlig zu verhindern. Auch ein aktiver Park-Assistent ist an Bord, er versteht es, die neue V-Klasse längs oder quer zur Fahrtrichtung in die Box zu steuern. Die Systeme sind freilich aufpreispflichtig, nur der Müdigkeitserkenner ist als Serienausstattung an Bord.


Die neue V-Klasse soll der Mercedes unter den Großraumlimousinen werden. Dazu nutzt sie nicht nur optische Anleihen bei den Pkw des Hauses.

Fazit
Die neue V-Klasse soll der Mercedes unter den Großraumlimousinen werden. Dazu nutzt sie nicht nur optische Anleihen bei den Pkw des Hauses.

Quelle: Autoplenum, 2013-10-22

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