Testbericht

28. Juni 2007
Paris, 27. Juni 2007 – Kleiner Löwe, großer Stauraum: Nach diesem Motto bietet Peugeot seit dem Jahr 2002 vom 206 die Kombiversion SW an. Jetzt, ein Jahr nach dem Start der Nachfolge-Baureihe 207, kommt auf deren Basis die zweite SW-Generation auf den Markt. Sie ist auf 4,16 Meter gewachsen, rundum aufgewertet und attraktiver als zuvor. Trotz typischer Upgrade-Begleiterscheinungen bleibt der Mehrpreis gegenüber dem Vorgänger moderat. Wir waren im gereiften Löwen-Laster mit zwei Motorisierungen unterwegs: dem 109 PS starken 1.6 HDi und dem 1,6-Liter-Benziner mit 120 PS.

Bekannter Schick Das Gesicht des neuen SW mit seinen lang gezogenen Scheinwerfern und dem riesigen Kühlergrill ist identisch mit der Front der 207-Limousine. In der Seitenansicht wirkt der Kombi wie eine Schrumpf-Ausgabe des 407 SW. Charakteristisch ist seine nach hinten stark aufsteigende, schwungvolle Schulterlinie. Besonders markant: Die groß dimensionierten Heckleuchten bilden mit der Heckscheibe einen Keil.

Kein Kleinwagen-Mief mehr Obwohl das Design des 207 SW in mehrfacher Hinsicht bereits Gewohntes bietet, kann er sich wohltuend vom sonstigen Einerlei absetzen. Auch der Innenraum gefällt mit einer eigenständigen und zudem recht hochwertigen Atmosphäre. Dazu tragen neben der guten Verarbeitung schicke Textilien in den Türen und wertig anmutende Soft-Oberflächen bei. Chromringe um die weiß unterlegten Rundinstrumente sowie Alu-Leisten in der Mittelkonsole und um die Lüftungsdüsen werten den Innenraum zusätzlich auf. Das Interieur hinterlässt einen soliden, funktionalen und modernen Eindruck, Kleinwagen-Mief wird nicht verspüht. Allein die Kniefreiheit für die Fondpassagiere ist angesichts der Fahrzeuglänge etwas knapp.

Einfache Variabilität Das Gepäckabteil bietet ordentlich Platz. Besondere Höhepunkte hinsichtlich der Variabilität sind jedoch rar. Im Kofferraum ist normal Platz für 337 beziehungsweise dachhoch bis 454 Liter Gepäck. Die Lehne der Rückbank ist im Verhältnis 60 zu 40 einfach mit zwei Handgriffen umlegbar. Praktisch: Beim Umlegen senkt sich die Beinauflagefläche automatisch mit ab. Maximal wächst das Gepäckabteil auf 1.258 Liter und bietet dann eine ebene Ladefläche. Zu den wenigen praktischen Details zählen Verzurrhaken und zwei kleinere Zusatzstaufächer in den Kofferraum-Seitenwänden. Während es serienmäßig für alle Ausstattungen eine Dachreling gibt, gehört die separat zu öffnende Heckscheibe erst ab dem zweiten Ausstattungsniveau Tendance dazu.

Für Lichthungrige Tendance umfasst außerdem ein großes Glas-Panoramadach mit elektrischer Sonnenblende. Die Glaskonstruktion bietet neben dem fantastischen Ausblick außerdem noch ein superbes Raumgefühl. Das Sicherheitsglas erhöht zwar das Fahrzeuggewicht um etwa 20 Kilogramm, parallel soll sich laut Peugeot dafür die Steifigkeit der Karosserie gegenüber der Blechdach-Variante spürbar verbessern.

Überzeugender Diesel Ein toller Motor für den 207 SW ist der 109 PS starke 1,6-Liter-Diesel. Im Innenraum ist das Aggregat dank guter Abkapselung akustisch nicht zu aufdringlich, obwohl sein Selbstzünderdasein spürbar bleibt. Dieseltypisch setzt er den Wagen mit ordentlich Druck in Bewegung. Das nur kleine Turboloch, das saubere Ansprechverhalten und das gut abgestimmte Getriebe geben keinen Anlass zur Kritik. Bereits ab 1.800 Touren lässt der Franzose spürbar die Kuh fliegen. Das Schöne daran: Die Beschleunigung ist mit Nachdruck zu spüren. In Zahlen bedeutet das: 10,3 Sekunden vergehen für den 100-km/h-Sprint. Der 1.350 Kilo schwere Wagen wird maximal 193 km/h schnell. Der Verbrauch bleibt mit 5,0 Liter auf 100 Kilometer hingegen auf erfreulich niedrigem Niveau. Gering ist mit 131 Gramm pro Kilometer auch der CO2-Ausstoß. Serienmäßig bunkert zudem ein Partikelfilter den Diesel-Ruß.

Kultivierter Benziner Nicht ganz so sparsam, dafür jedoch spürbar kultivierter ist der 120 PS starke 1,6-Liter-Benziner. Sein geringeres Drehmoment lässt ihn subjektiv zunächst etwas schlapper erscheinen. Doch dreht man den Motor ordentlich hoch, hängt er gut am Gas und bringt die Fuhre sogar flotter voran, als dies der Diesel kann: 9,6 Sekunden dauert der Sprint, bei 200 km/h endet der Vortrieb. In Kombination mit dem angenehm zu schaltenden Fünfgang-Getriebe liegt der Verbrauch bei 6,3 Liter, der CO2-Ausstoß bei 150 Gramm pro Kilometer.

Gelungenes Fahrwerk Positiv überraschen kann der 207 SW mit seiner Fahrwerksabstimmung. Statt der für einen Franzosen typisch weichen Federung sind beide Testwagen angenehm straff, ohne mit übertriebener Härte zu nerven. Aufgrund der etwas breiteren Spur und einer auf höheres Gewicht ausgelegten Hinterachse liegt der Kombi besser und satter auf der Straße als die Limousine. Die elektrische Servolenkung verhärtet zudem bei flotter Fahrt genau richtig und gibt eine insgesamt recht gute Rückmeldung. Beim Rangieren wird das Volant hingegen sehr leichtgängig.

Zunächst so teuer wie die Limousine Beim Preis bewegt sich der 207 SW etwas über dem Niveau des Vorgängers 206 SW. In der Einstiegsversion wird der Neue von einem 1,4-Liter-Benziner mit 73 PS angetrieben. Die Basisausstattung Filou ist recht spartanisch: vier Airbags, ABS, Servolenkung, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und die geteilt umlegbare Rückbank – das war`s im Wesentlichen. Zunächst bieten die Franzosen ab sofort dieses Modell zum Schnupperpreis von 12.800 Euro an. Ab Herbst 2007 gilt dann der offizielle Listenpreis von 13.450 Euro. Mit 12.800 Euro liegt der Basis-SW übrigens gleichauf mit der fünftürigen 207-Limousine bei gleicher Motorisierung und Ausstattung.

Mit dem Diesel wird es happiger Der von uns getestete Diesel ist erst in Kombination mit der höherwertigen Ausstattung Tendance bestellbar. Darin enthalten sind zusätzlich das Glasdach, eine Klimaanlage, Vorhangairbags, elektrische Außenspiegel und die separat zu öffnende Heckscheibe. Der Einführungspreis beträgt 17.950 Euro und wird auf 18.650 Euro steigen. Mit wenigen Extras wie ESP, einer Audioanlage und einer Metallic-Lackierung hat man dann die 20.000-Euro-Marke erreicht. Für einen Kleinwagen klingt das eigentlich ziemlich happig. Günstiger ist übrigens der 120-PS-Benziner. Ihn gibt es erst ab der Top-Ausstattung Sport und er kostet dann vorläufig 17.550 Euro. Zusätzlich zum Tendance verfügt er noch über Sportsitze, Nebelscheinwerfer, ein Lederlenkrad, Alufelgen, ESP, eine Audioanlage und elektrische Fensterheber hinten.

Wenig direkte Mitbewerber Das Feld der Mitbewerber ist recht überschaubar: Einen echten Kombi auf Kleinwagenbasis bietet derzeit nur Skoda mit dem Fabia Combi an. Die 64 PS starke Basisversion kostet 10.990 Euro. Noch 2007 wird übrigens die nächste Generation des Tschechen-Kombis kommen. Eine weitere Billig-Alternative zum 207 SW ist der Dacia Logan MCV. Er bietet in der 75 PS starken Einstiegsversion sehr viel Stauraum für sensationelle 8.400 Euro. Schließlich sind noch der Ford Fusion und der Nissan Note Kleinwagen mit einer Extra-Portion Stauraum. Das 88 PS starke Grundmodell des besonders variablen Microvans Note kostet 13.990 Euro. Für den Fusion verlangt Ford in Kombinatino mit einem 75-PS-Benziner 13.290 Euro.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Turbodiesel-Reihenmotor
Hubraum:1.560
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Drehmoment:240 Nm bei 1.750 UPM
Preis
Neupreis: 13.450 € (Stand: Juni 2007)
Fazit
Der Peugeot 207 SW ist ein ansehnliches, praktisches und grundsolides Auto. Wer es lieber eine Nummer kleiner mag und sich trotzdem ein gutes Platzangebot für Gepäck wünscht, findet in dem Löwen-Laster eine interessante Alternative. Wer jedoch ein besonders hohes Maß an Variabilität wünscht, könnte vom 207-Transporter etwas enttäuscht werden.

Beeindruckend ist dafür der 109 PS starke Diesel. Er kann mit guten Fahrleistungen bei nur wenig Verbrauch und einer angenehm kultivierten Art überzeugen. Auch das Fahrwerk leistet sich keine Schwächen.

Allerdings kostet der Wagen in Kombination mit dem Selbstzünder und einer ordentlichen Ausstattung dann um 20.000 Euro. Für dieses Geld konnte man noch vor einigen Jahren Fahrzeuge der oberen Mittelklasse bekommen.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2007-06-28

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