Testbericht

26. Februar 2013
Rüsselsheim, 26. Februar 2013 - Seit einem Jahr ist die dritte Generation des Opel Zafira auf dem Markt. Sie trägt den Zusatz "Tourer" im Namen und hat sich - gemeinsam mit dem als Zafira Family weiterhin angebotenen Vorgänger - hinter dem VW Touran gleich auf Platz zwei der meisterverkauften Kompaktvans in Deutschland behauptet. Jetzt schiebt Opel eine neue Topmotorisierung hinterher, die mit 195 PS zugleich zum aktuell stärksten Kompaktvan-Diesel avanciert. Beim Marktführer Touran etwa ist bei 177 PS Schluss. Der bereits aus Astra und Insignia bekannte Zweiliter-Diesel mit doppelter Aufladung soll dem Zafira Tourer zu sportlichen Fahrleistungen und Fahrspaß auf langen Strecken verhelfen. Zwei Turbolader Die sequenzielle Aufladung des Vierzylinderaggregats erfolgt über zwei Turbolader: Der kleinere kommt bei niedrigen Drehzahlen zum Einsatz und sorgt dafür, das so genannte "Turboloch" zu vermeiden. Vom Start weg spricht der Motor gut an, bereits bei 1.250 Touren liegen 80 Prozent des Maximaldrehmoments von 400 Newtonmeter an. Im mittleren Drehzahlbereich arbeiten dann beide Turbolader zusammen, ab 3.000 Umdrehungen arbeitet ausschließlich der große Lader. Resultat ist eine äußerst gleichmäßige, wenn auch nicht brachiale Beschleunigung über den gesamten Drehzahlbereich. 8,9 Sekunden vergehen für den Sprint von null auf Tempo 100 - das ist knapp eine Sekunde schneller als beim bisherigen Topdiesel mit 165 PS. Seine Hauptstärke beweist das Triebwerk auf der Autobahn. Rasches Überholen bei 140, zügiges Beschleunigen bei 160 und noch einmal eine Schippe draufpacken bei 180 km/h - das alles erledigt der Zafira Tourer BiTurbo nicht nur mühelos, sondern auch unaufgeregt. Ausschließlich mit Sechsgang-Schaltgetriebe Ganz verhehlt der Motor seine Dieselgene allerdings nicht, er ist stets akustisch präsent und nicht gerade leise. Bei 218 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht und die probiert man gerne aus. Schneller fährt kein kompakter Diesel-Van und mehr muss für ein Familienauto definitiv nicht sein. Der Zafira Tourer BiTurbo ist ausschließlich als Handschalter erhältlich, eine Automatikvariante wird nicht angeboten. Die sechs Gänge der manuellen Schaltbox lassen sich sanft und präzise einlegen. Wie bei den meisten Opel-Modellen fallen die Wege in die einzelnen Gassen allerdings recht lang aus. Serienmäßig ist ein tadellos funktionierendes Start-Stopp-System an Bord. Der vom Hersteller angegebene Normverbrauch beträgt 5,6 Liter, in der Praxis ist eine sieben vor dem Komma zu erwarten.
Komfortabel unterwegs im "Tour"-Modus Eine Empfehlung wert ist das 980 Euro teure adaptive Fahrwerk "FlexRide". Hier werden die Dämpfer elektronisch geregelt und automatisch an die jeweilige Fahrbahn und den aktuellen Fahrstil angepasst. Zusätzlich kann man zwischen den drei Fahrmodi Standard, Sport und Tour wählen. Vor allem in letztgenanntem rollt der Van komfortabel über den Asphalt und gleicht Bodenwellen sehr gut aus. Nur kleinere Unebenheiten werden etwas zu direkt auf die Insassen übertragen. Die elektrische Servolenkung ist in der Mittellage etwas indifferent, sie könnte zudem direkter agieren. Immer als Siebensitzer Von außen ist der neue Top-Zafira an einem BiTurbo-Schriftzug auf der Heckklappe und der zweiflutigen Abgasanlage mit ellipsenförmigen Endrohren zu erkennen. Auf sportliches Karosseriekit, wie es der Astra BiTurbo trägt, hat Opel in diesem Fall verzichtet. Dafür kommt der Zafira Tourer BiTurbo immer als Siebensitzer. Die flexiblen Sitze in Reihe zwei lassen sich vielfach verstellen, verschieben und - wie auch in Reihe drei - flach umlegen. Je nach Konfiguration beträgt das Gepäckraumvolumen 152 (alle sieben Sitze ausgeklappt), 710 (als Fünfsitzer) und maximal 1.762 Liter. Das ansonsten ansehnliche Cockpit ist in der Mittelkonsole mit Schaltern und Knöpfen überfrachtet, die Bedienung nicht immer ganz logisch. Hohen Komfort bieten die für Fahrer und Beifahrer optional erhältlichen Ergonomiesitze mit dem Gütesiegel AGR (Aktion Gesunder Rücken e.V.) Nur in den beiden Topausstattungen Der Zafira Tourer BiTurbo wird nur in den beiden Topausstattungen Sport und Innovation angeboten, entsprechend umfangreich fällt die Serienausstattung aus. So sind unter anderem 17- beziehungsweise 18-Zoll-Leichtmetallräder, eine Klimaautomatik, ein Tempomat und Nebelscheinwerfer immer dabei. In der Sport-Ausführung ist zusätzlich ein strafferes, um zehn Millimeter tiefergelegtes Fahrwerk verbaut. In Kombination mit der Innovation-Ausstattung sind ein Navigationssystem und das adaptive Fahrlicht AFL+ inklusive Xenonscheinwerfern und Fernlichtassistent an Bord. Zu haben ist der Zafira Tourer BiTurbo ab 35.405 Euro. Als Extras sind unter anderem ein Spurhalteassistent, ein Tot-Winkel-Warner, eine Verkehrszeichenerkennung, ein radargestützter Abstandstempomat sowie ein Abstands- und Kollisionswarner erhältlich.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Dieselmotor mit zweifacher, sequenziellerTurboaufladung
Hubraum:1.956
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:143 kW (195 PS) bei UPM
Drehmoment:400 Nm bei 1.750 bis 2.500 UPM
Preis
Neupreis: 35.405 € (Stand: Februar 2013)
Fazit
Der doppelt aufgeladene Zweiliter-Diesel steht dem Zafira Tourer gut zu Gesicht. Beim Anfahren aus dem Stand würde man durchaus noch etwas mehr Power erwarten, das macht der Motor aber durch seine Ausgewogenheit bei hohen Geschwindigkeiten und hohe Elastizität allemal wett. Und wer braucht 195 PS in einem Kompaktvan? Vor allem Vielfahrer, die gerne auch mal etwas mehr Gas geben. Wer dagegen Wert auf Effizienz legt, der ist mit dem 3.000 Euro günstigeren 165-PS-Diesel ebenfalls gut bedient.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2013-02-26

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