Testbericht

Sebastian Viehmann, 11. Juni 2009
Škoda gönnt sich ein Spaß-Auto. Statt Après-Ski in der Szene-Disco gibt´s im Yeti allerdings Pfannengröstl und Hüttengaudi. Gerade deshalb könnte er Tiguan und Konsorten das Leben schwer machen.

Niemand weiß, was sich hinter dem geheimnisvollen Schneemenschen verbirgt. Eines ist der Yeti aber gewiss nicht: Eitel. Statt für Touristen zu poussieren, bemüht er sich, bloß nicht gesehen zu werden. Wäre der Yeti ein Skifahrer, er würde nicht zu denen gehören, die sich nach zwei Abfahrten schon in Schale werfen und in der Alpendisco durchfeiern. Er würde wohl eher bis zum letzten Lift auf der Piste bleiben und dann in eine kleine gemütliche Hütte einkehren.

So gesehen hat der neue Škoda einen durchaus passenden Namen, fernab aller durchgestylter Kunstwörter. Der Wagen wirkt bodenständiger als viele SUV-Panzer und guckt mit seinen Kulleraugen nicht so aggressiv in die Welt. Und doch: "Dieses Auto ist nicht unbedingt nur auf die Grundbedürfnisse des Fahrers ausgerichtet - es ist unser erster Ausflug ins Lifestyle-Segment", sagt Škoda-Chef Reinhard Jung. Schon die stattliche Bodenfreiheit von 18 Zentimetern und die Schutzbeplankung rundum zeigen, dass der Yeti für mehr taugt als fürs urbane Cruisen.

Dass er statt dramatischer Rundungen ein eher nüchternes, fast schon kastenförmiges Design aufweist, kommt den Passagieren zugute. Sowohl vorn als auch auf der Rückbank ist das Platzangebot üppig. Die Rücksitze lassen sich umklappen, in Querrichtung verschieben und auf einer Raste auch in der Länge verstellen, so dass man den Gepäckraum erweitern kann – dann freilich auf Kosten der Kniefreiheit im Fond. Der Laderaum variiert damit von nicht gerade üppigen 405 Litern bis zu 510 Litern. Die Sitze lassen sich auch ganz ausbauen, dann stehen bis unters Dach 1760 Liter Gepäck zur Verfügung. Ärgerlich ist die hohe Ladekante, über die man das Gepäck wuchten muss.

Mit vier Personen an Bord kann man den mittleren Sitz nach vorn klappen und hat dann eine Kombination aus gepolsteter Armlehne und Becherhaltern. Die vordere Mittelkonsole ist allerdings nicht sehr praktisch. Die Getränkehalter sind so schmal, dass nur kleine Fläschchen hinein passen und der Zigarettenanzünder ist so weit von der Windschutzscheibe entfernt, dass man das Kabel für ein Navigationssystem am Ganghebel entlang führen muss.

Die Motorenpalette reicht bei den Benzinern vom 1,2-Liter TSI (77 kW/105 PS) bis zum 1.8 TSI (118 kW/160 PS). Bei den Diesel steht der 2.0 TDI in drei Leistungsstufen zur Verfügung (81 kW/110 PS, 103 kW/140 PS und 125 kW/170 PS). Wir haben den 1.8 TSI und den Volumendiesel mit 140 PS ausprobiert. Der Diesel ist ein wenig brummig und nervt mit einer unharmonischen Kraftentfaltung: Bis 2000 Touren passiert fast überhaupt nichts, irgendwo zwischen 2000 und 2500 Umdrehungen setzt im zweiten Gang der Turboschub dann ruckartig ein. Abgesehen von diesem Manko ist der Yeti mit 140 Diesel-PS kräftig motorisiert und mit 6,1 Litern pro 100 Kilometer (Werksangabe für die Allradversion) auch relativ sparsam.

Deutlich mehr Fahrspaß als der Diesel bereitet der 1,8-Liter Turbobenziner mit 160 PS. Er beschleunigt den 1,5 Tonnen schweren Yeti in 8,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h, hängt ohne Turboloch mit kontinuierlicher Kraftentfaltung gut am Gas und verbraucht im Schnitt 8 Liter auf 100 Kilometer (Werksangabe). Der Motor wird auch unter Last nicht sonderlich laut, auf der Autobahn sorgen bei höherem Tempo aber starke Windgeräusche im Bereich der A-Säule für eine unschöne Geräuschkulisse.

Die optionale Allradtechnik des Yeti basiert auf dem Škoda Octavia Scout 4x4 mit Haldex-Kupplung. Differenzialsperren oder Geländeuntersetzung gibt es nicht. Mit einem Offroad-Knopf am Armaturenbrett werden ABS und andere Fahrzeugsysteme auf den Betrieb in leichtem Gelände angepasst und eine Bergabfahrhilfe tritt in Aktion. Die funktioniert sehr komfortabel – wenn man den Ganghebel in Neutralstellung bringt, schleicht der Wagen im Schritttempo abwärts, ohne dass man bremsen muss. Will man die eingestellte Krabbel-Geschwindigkeit weiter verringern oder erhöhen, muss man nur kurz Bremse oder Gaspedal betätigen.

Beim Fahrwerk hat sich Škoda für eine relativ straffe Auslegung entschieden. Der Yeti fährt sich auf Asphalt sehr angenehm und PKW-ähnlich, die Lenkung ist direkt. In schnellen Kurven spürt man die stabilisierende Wirkung des Allradantriebs. In leichtem Gelände, etwa Waldwegen und Schotterpisten, schluckt die Federung die meisten Unebenheiten klaglos weg, so dass die Fahrt nicht zur Hoppelei wird. Bei den Preisen rückt Škoda bislang nur einige Eckdaten heraus, obwohl der Yeti schon in zwei Monaten beim Händler stehen soll. Das Basismodell mit 105 PS-Benziner und Frontantrieb kostet knapp unter 18.000 Euro, der günstigste Allrad-Yeti (110 PS-Diesel) 22.690 Euro. Das wäre deutlich günstiger als die 4x4-Versionen des VW Tiguan (ab 27.200 Euro), Ford Kuga (ab 28.600 Euro) oder Hyundai Tucson (ab 24.420 Euro).
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Quelle: press-inform, 2009-06-11

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