Testbericht

Stefan Grundhoff, 19. Mai 2009
Längst hat auch der preisbewusste tschechische VW-Ableger Skoda die Sportlichkeit als Verkaufsargument entdeckt. Der Octavia RS bietet als TDI Dynamik ohne Reue – wenn man auf Heckspoiler steht.

Mit seiner Sportlichkeit hält der dynamische Tscheche nicht hinterm Berg: Eine tiefe Frontschürze, LED-Tagfahrleuchten, 18-Zöller und ein wenig ansehnlicher Heckbürzel geben unmissverständlich Zeugnis davon, dass dieser Octavia etwas mehr bietet. Sicher: Kein emotionaler Sportkombi, der an Premiummodellen wie dem Audi A4 Avant oder einem 3er Touring kratzt - aber ein solider Angestellter, den es nach einem harten Tag im Büro ins Fitnessstudio oder auf den Trainingsplatz zieht. Schon der normale Skoda Octavia zeigt wenig Schwächen - da überrascht es nicht, dass die RS-Sportversion von allem noch etwas mehr bietet.

Sein Fahrwerk wurde um komfortverträgliche 1,3 Zentimeter tiefer gelegt. Für ambitionierte Kunden könnte es durchaus noch etwas straffer sein. Den meisten dürfte das Fitnesspaket aus Federn, Dämpfern und 18-Zoll-Radsatz jedoch genug Straffheit bieten. Nicht überspielen kann der 170 PS starke Commonrail-Diesel jedoch eine leichte Anfahrschwäche und die spürbaren Antriebskräfte im Steuer. Eine sinnvolle Allradvariante ist bis auf weiteres nicht erhältlich. Trotzdem hält sich das Untersteuern des 1,5 Tonnen schweren Fronttrieblers im Grenzbereich angenehm zurück.

Der sportlich ambitionierte Freizeitsportler am Lenkrad hat die Wahl, ob er von Diesel oder einem Benziner voran getrieben werden möchte, ob manuell geschaltet oder automatisiert werden soll. Besonders sparsam ist der Skoda Octavia RS 2.0 TDI, dessen Diesel 125 kW/170 PS und 350 Nm maximales Drehmoment bietet. Besonders lässig lässt sich der Tscheche mit dem optionalen Doppelkupplungs-Getriebe DSG bewegen. Im Gegensatz zu Seat, VW und Audi müssen die Octavia-Versionen jedoch mit sechs Schaltstufen auskommen, die allerdings unmerklich ineinander übergehen. Ebenfalls zu bekommen: ein Zweiliter-Benziner mit Turboaufladung und 147 kW/200 PS.

Doch auch mit dem manuelle geschalteten Octavia RS 2.0 TDI lässt es sich vortrefflich leben. Von 0 auf 100 km/h in 8,3 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 226 km/h sollten die meisten Piloten ebenso erfreuen, wie der zurückhaltende Durst von 5,7 Litern Diesel auf 100 Kilometern. Kein schlechter Wert für eine 4,60 Meter lange Limousine mit Platz für fünf Personen und einem Ladevolumen von bis zu 1.455 Litern. Wem das nicht reicht: Es gibt vom Octavia natürlich auch eine Kombiversion, die rund 70 Prozent aller Kunden wählen. Der Kombi verzichtet nicht nur auf den peinlichen Heckspoiler, sondern bietet auch 605 bis 1.655 Liter Stauraum.

Im Innenraum zeigt der Octavia auch in der Sportversion RS sein das bekannte Design. Der Seitenhalt der Teilledersitze ist ordentlich, doch die Sitzfläche dürfte für groß gewachsene Personen etwas länger sein. Das Armaturenbrett ist - wie vom Octavia gewohnt - etwas blass und lieblos, jedoch übersichtlich und allemal wertig. Schalter und Bedienelemente liegen griffgünstig und das Lederlenkrad liegt ausgezeichnet in der Hand.

Der Basispreis für den gut ausgestatteten Skoda Octavia RS 2.0 TDI liegt bei 28.990 Euro. Für 1.900 Euro gibt es mehr Komfort durch das optionale Doppelkupplungs-Getriebe. Serienmäßig sind beim RS-Modell neben der kompletten Sicherheitsausstattung mit sechs Airbags und ESP auch Differentialsperre, Nebelscheinwerfer, Xenonlicht, Klimaautomatik, Einparkhilfe, Regensensor und Sitzheizung. Metalliclack kostet gerade mal 275 Euro extra.

Fehlt zum Komplettpaket nur das gute Navigationssystem Columbus mit Bluetooth-Modul für nach wie vor teure 2.120 Euro und der 180 Euro teure Tempomat. Wer besonders leise reisen möchte, ordert für 660 Euro doppelwandiges Dämmglas. Wieso müssen jedoch Selbstverständlichkeiten wie Skisack und Multimediaanschluss extra bezahlt werden? Aber da es sonst nicht viel zu meckern gibt, kann man sich damit allemal abfinden.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: press-inform, 2009-05-19

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