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Testbericht

Stefan Grundhoff, 14. Mai 2009
Prominente lieben sie, Politiker entspannen in ihr zwischen wichtigen Konferenzen. Und für die meisten bleibt sie schlicht unerreicht: Die Mercedes S-Klasse der Generation 2009 lässt kaum Wünsche offen.

Wenn es um die S-Klasse geht, kommt Daimler-Vertriebsvorstand Klaus Maier aus dem Schwärmen nicht heraus: "Sie ist das Urmeter der Luxusklasse, das Auto der oberen 10.000 und unser absolutes Flaggschiff. Sie wird noch lange die Benchmark im Luxussegment bleiben." Solche Lobreden gelten einem absoluten Star unter den Automobilen. Deutschland, Europa, Asien, Südamerika, Naher Osten oder die USA – überall gilt die S-Klasse als Maßstab. Allerdings: Der Star mit dem Stern ist vor allem neu und gut geschminkt. Die S-Klasse des Modelljahres 2009 wurde nicht neu entwickelt. Sie fußt noch immer auf dem im Herbst 2005 vorgestellten Modell der Baureihe W 221. In den vergangenen dreieinhalb Jahren wurde sie mehr als 270.000 Mal verkauft. "Erfolgreicher ist bisher keine andere S-Klasse in unserer Geschichte gewesen", legt Maier selbstbewusst nach.

Doch zuletzt sah es eher düster aus. Luxuslimousinen stehen weltweit wie Blei in den Verkaufsräumen der Mercedes-Niederlassungen. Seit Anfang des Jahres geht nicht mehr viel. Insbesondere BMW watscht mit der neuen 7er Reihe die S-Klasse kräftig ab. Und am Horizont ist bereits Audi mit einem neuen A8 auszumachen, der auf der IAA Mitte September Premiere feiert. Und dann ist da noch die Mercedes E-Klasse aus dem eigenen Haus. Die hatte zwar nicht den gleichen Marktdruck wie die S-Klasse, war aber drei Monate vorher fertig und auf dem Markt. Die echten Neuerungen der neuen Mercedes S-Klasse liegen in den verbesserten Sicherheitssystemen - und die gibt es seit ein paar Wochen bereits schon im kleinen Bruder, dem E-Modell.

Denn die Modellpflege seines Flaggschiffs hat Mercedes ziemlich dürftig ausfallen lassen. Neue Leuchtelemente an Front und Heck sowie leicht modifizierte Schürzen – das war es auf Seiten der Optik dann auch schon. Ob der Wegfall der Nebelleuchten und ihr Ersatz durch grelle LED-Tagfahrleuchten als optischer Designfortschritt gesehen wird, darf durchaus bezweifelt werden. LED-Leuchten sind insbesondere durch den Tatendrang von Audi und Porsche zum Trend geworden. Edel und chic wirken sie nie – allenfalls sportlich. Solchen Strömungen hat die ehrwürdige Mercedes S-Klasse in der Vergangenheit meist erfolgreich widerstanden. Doch nun hat man sich dem Druck gebeugt.

Mehr Souveränität beweisen die Stuttgarter im Innenraum. Abgesehen von kaum spürbaren Details ist dort alles beim alten geblieben. Gewohnt luxuriös, gewohnt edel und einfach nobel reist man in der eleganten Limousine. Sitze, Geräuschdämmung und der Reisekomfort setzen nach wie vor die Bestwerte in der Luxusklasse. Dass man mit dem gut bedienbaren Controller auf der breiten Mittelarmlehne mittlerweile etwas hinter den modernen Bedienelementen von BMW und Audis neuem MMI-Konzept hinterher reist, stört ebenso wenig, wie das Manko an Fahrdynamik. Die S-Klasse ist nach wie vor kein Auto, dass getrieben werden möchte. Lenkung, Dämpfung, Federung und das dezent im Hintergrund arbeitende Getriebe - alles nichts für die schnelle Landstraße. Dabei ist man trotz der spürbaren Nick- und Wankbewegungen immer schnell unterwegs. Wen das stört, der ist mit der 3.510 Euro teuren Wankstabilisierung "ABC" gut bedient. Die Topmodelle haben es serienmäßig.

Enttäuschend sind die Veränderungen auf der Antriebsseite. Hier präsentiert die neue Mercedes S-Klasse mit dem S 400 Hybrid zwar erstmals einen knapp 300 PS starken Teilzeit-Elektriker mit modernster Lithium-Ionen-Technik. Der zusammen mit BMW entwickelte Hybridantrieb sorgt für überzeugende Fahrleistungen und einen ansprechenden Verbrauch von unter acht Litern Super auf 100 Kilometern. Doch ansonsten sieht es bei den Triebwerken wenig innovativ aus. Das Motorenangebot blieb trotz der Modellpflege unangetastet. So vermisst man gerade bei den Benzinern die längst überfällige Direkteinspritzung oder Turbolader. S 350, S 450 und S 500 als volumenstarke Weltmodelle bieten allesamt zwar die bekannt solide Technik. Doch eine Hybridversion allein ist eben doch etwas wenig. Darüber helfen auch die erfolgreichen Lang- und Allradversionen, das Topmodell S 600 mit grandiosen 517 PS und V12-Triebwerk oder die Sportversionen S 63 AMG und S 65 AMG nicht hinweg.

Auch bei den in Europa besonders im Fokus stehenden Dieselmodellen S 350 CDI und S 450 CDI hat sich nichts Grundlegendes getan. Bis auf: Der alte S 320 CDI heißt nun S 350 CDI BlueEfficiency. Statt an der Buchstabenstafette und einer veränderten Nomenklatur hätte man lieber etwas mehr an der Technik arbeiten sollen. Sicher ist der altbekannte Dreiliter-V6 mit 173 kW/235 PS und 540 Nm maximalem Drehmoment ab 1.600 U/min ein guter Commonrail-Diesel. Trotz 250 km/h Spitze und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter acht Sekunden soll er nicht mehr als 7,6 Liter Diesel auf 100 Kilometern verbrauchen.

Doch von einer S-Klasse mit Sechszylinder-Diesel darf man eigentlich mehr erwarten. Schließlich sind 73.000 Euro für das Basismodell eines über zwei Tonnen schweren Mercedes S 350 CDI nicht gerade wenig. Doppel- oder Registeraufladungen der Konkurrenz bieten mehr Fahrspaß bei weniger Verbrauch.

Immerhin hat man bei der Sicherheitsausstattung die hohen Standards der E-Klasse übernommen. Das Arsenal an Sicherheitskomponenten ist denn auch konkurrenzlos. Assistenten für Spurhalten, Überholen, den rechten Abstand oder nicht einzuschlafen sind nur einige der sinnvollen Helfer. Dass trotzdem noch Selbstverständlichkeiten wie Parktronic (1.130 Euro), beheizte Scheibenwaschanlage (202 Euro), iPod-Anschluss (238 Euro) oder Navigationssystem (ab 2.332 Euro) extra bezahlt werden müssen, ist kaum nachvollziehbar. Real ist selbst das Basismodell S 350 CDI denn auch nicht unter 80.000 Euro zu bekommen. Wer nur etwas Luxus möchte, legt schnell nochmals 10.000 Euro drauf. Dafür bekommt er nach wie vor das Aushängeschild einer ganzen Klasse. "Wir sind eben das Referenzmodell der gesamtem Automobilbranche", sagt Maier selbstbewußt. Damit übertreibt er nicht. Doch gerade von einem Referenzmodell hätte man - trotz des unverändert grandiosen Gesamtpakets - eben doch etwas mehr erwarten können.
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Quelle: press-inform, 2009-05-14

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