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Testbericht

Jürgen Wolff, 25. Juni 2009
»Der Verbrauch sinkt, der Fahrspaß bleibt«, verspricht Mazda von seinem neuen Start-Stopp-System. Der Mazda3 etwa soll damit bis zu 14 Prozent weniger Benzin verbrauchen als ohne.

Möglich wird der Spareffekt durch einen neu entwickelten Direkteinspritzer und eine hochpräzise Steuerung der Zylinder. "Eine komplette Eigenentwicklung von Mazda," versichert der europäische Vertriebschef Jørgen Olesen: "Und Abstriche beim Fahrspaß machen wir dabei nicht." Das Mazda-System brauche nur 0,35 Sekunden, um den stehenden Motor wieder in Schwung zu bringen - "das ist doppelt so schnell wie bei der Konkurrenz". Wie bei jedem anderen Start-Stopp-System auch schaltet der Motor automatisch ab, sobald der Fahrer das Getriebe in den Leerlauf entkuppelt und den Wagen mit der Fußbremse zum Stillstand bringt - vor einer Ampel etwa oder an einem geschlossenen Bahnübergang. Anders als üblich wird der Motor im Mazda aber nicht nur abgeschaltet und die Kolben in den Zylindern schwingen in einer zufälligen Position aus. Beim System Mazda steuert die Elektronik exakt, wo genau die Kolben zum Stillstand kommen - erst dann nämlich, wenn die Luftvolumina in den Zylindern, die sich in der Kompressions- oder Expansionsphase befinden, ausgeglichen sind. Das bringt den Motor binnen Sekundenbruchteilen in eine ideale Ausgangslage für den Neustart.

Ein Zylinder verharrt dabei im Arbeitstakt. Schaltet die Ampel wieder auf Grün, tritt der Fahrer wie üblich die Kupplung durch und legt den Gang ein. Schon der Kick aufs Kupplungspedal sorgt dafür, dass der Motor wieder anspringt. Von der Einspritzanlage wird dabei zunächst Kraftstoff nur in den vorbereiteten Zylinder gespritzt. Wird das zerstäubte Benzin-Luft-Gemisch dann entzündet, sorgt die Explosion für eine Abwärtsbewegung des Kolbens. Gleichzeitig verpasst der elektrische Anlasser der Kurbelwelle einen kleinen Drehimpuls. Das Resultat ist ein sehr schneller Start des Motors.

Die Abschalt-Automatik funktioniert in der Praxis durchaus eindrucksvoll, wie eine erste Ausfahrt über rund 250 km durch Stadt und Land zeigt. Brav schaltet sich der Motor mit einem kleinen Rütteln an jeder roten Ampel ab - und ebenso brav und leise springt er mit einem kleinen Rütteln wieder an. All das geschieht deutlich schneller, als selbst der geübte Fahrer reagieren kann: Nach dem Durchtreten des Kupplungspedals läuft der Motor längst, bevor auch nur der erste Gang eingelegt ist. Bei längerem Stillstand - etwa vor einem Bahnübergang - schaltet sich der Motor immer wieder mal auch ohne Zutun des Fahrers an: Dann, wenn ein Nebenaggregat wie etwa die Klimaanlage zu viel Energie aus der Hauptbatterie abzieht. Für das Neu-Starten selbst ist eine eigene Zusatzbatterie zuständig. Beim Fahren selbst merkt man kaum einen Unterschied zur normalen 2,0-Liter-Version. Statt 150 PS liefert der neue Sparbenziner 151 PS Leistung - genug für ein Kompaktauto mit etwas über 1,3 Tonnen Leergewicht. Auch mit dem Spar-Mazda kann man entsprechend flott unterwegs sein. Beim Überholen, bergauf oder auf der Beschleunigungsspur hat man keine großen Probleme - vorausgesetzt, man ist schalt- und drehfreudig unterwegs. Aus dem Drehzahlkeller unter 2000 U/min. heraus zeigt sich das neue Aggregat etwas zäh. Erst ab 3000 U/min. geht es wirklich akzeptabel zur Sache. Der aktuelle 4-Zylinder, der nach und nach in allen Baureihen durch das neue Aggregat ersetzt werden soll, kann es auch nicht besser - er braucht mit 10,6 Sekunden zumindest auf dem Papier sogar einen Hauch länger, um aus dem Stand auf Tempo 100 zu kommen.

Auch sonst liegen die Leistungsdaten eng beieinander. Der i-stop ist mit 206 km/h Höchstgeschwindigkeit ein km/h schneller und auch das maximale Drehmoment liegt bei ihm mit 191 Nm nur minimal höher.

Die Leistung ist zwar nahezu gleich - der Verbrauch dagegen scheidet tatsächlich die Konzepte. Innerorts schluckt der Abschalt-Mazda nach der genormten Meßmethode mit 9,3 Liter deutlich weniger - 10,6 Liter sind es ohne i-stop. Außerorts schneidet der i-stop-Motor nicht mehr ganz so gut ab, weil es dann nun mal wenig Gelegenheit zum Abschalten gibt: 5,4 Liter Verbrauch sind aber auch noch 0,4 Liter weniger als bislang. In der Kombination kommt der i-stop-Mazda auf einen Verbrauch von 6,8 Litern auf 100 km. Der vor einer Ampel munter weiter brabbelnde Mazda ohne automatische Abschaltung liegt bei 7,6 Liter Durchschnittsverbrauch.

Wenn der Mazda 2.0 i-stop ab August 2009 bei den Händlern steht, soll er in der Fließheck-Version 22.600 Euro und mit Stufenheck 23.100 Euro kosten. Schon da kann man sparen: Der aktuellen Mazda 2.0 ohne Stop-Automatik ist in der Stufenheckversion erst ab 24.080 Euro zu haben.
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Quelle: press-inform, 2009-06-25

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