Testbericht

Sebastian Viehmann, 22. Januar 2008
Chrysler hat seine Reiselimousine aufgewertet und bietet mehr Ausstattungsoptionen an - vor allem innen. Beim Motor hat man dafür nur noch zwei Optionen: Entweder den Diesel mit 218 PS oder gleich einen fetten V8.

1957 war der Chrysler 300 C Inbegriff für Kraft, Schönheit und Luxus. Ein halbes Jahrhundert später erinnert der Nachfolger mit seinem mächtigen trapezförmigen Kühlergrill immer noch an den Urahn. Für 2008 hat Chrysler der Limousine ein zartes Facelift angedeihen lassen. Neue Rückleuchten und ein integrierter Heckspoiler mit hochgesetzter dritter Bremsleuchte verändern das Erscheinungsbild des Autos minimal. Beim Touring hat sich äußerlich gar nichts getan. Der Innenraum beider Modelle hat dafür mit neuen Materialien und Farben sowie besserer Ausstattung deutlich gewonnen.

Ein neues Farbschema namens "Dark Slate Grey" fügt sich harmonisch in die Holz- und Alu-Applikationen ein. Armlehnen und Türverkleidungen fassen sich angenehmer an als beim Interieur des Vorgängermodells, Becherhalter und Kartentaschen freuen sich über eine LED-Beleuchtung. Zwei neue Seitenairbags ergänzen die Sicherheitsausstattung. Der Tempomat bekommt im Top-Modell SRT8 einen automatischen Abstands-Assistenten zur Seite gestellt. Das Navigationssystem hat Chrysler komplett umgekrempelt. Das neue Festplatten-Navi mit großem Bildschirm, CD/DVD-Laufwerk, USB-Anschluss und Freisprecheinrichtung fürs Handy überzeugt mit einer einfachen Touchscreen-Bedienung und hübscher Kartendarstellung. Das Ein- und Auszoomen ist aber ein wenig fummelig.

Während man sich vorn über mangelnden Platz hinter dem großen Chrysler-Volant nicht beklagen kann, geht es im Fond nicht ganz so gemütlich zu. Kopf- und Kniefreiheit sind zwar auch für große Passagiere großzügig bemessen. Doch die kleinen Fenster und das abfallende Dach schaffen trotzdem eine etwas beengende Atmosphäre. Zudem haben die Sitzlehnen keine verstellbaren Kopfstützen. Beim Kombi sorgen die kleinen Fenster auch für eine schlechte Übersicht nach hinten, und der Heckwischer macht bei verschmutzter Scheibe nur ein kleines Guckloch frei. Immerhin ist die akustische Einparkhilfe bei allen Modellen serienmäßig an Bord.

Überhaupt ist die Ausstattung das dickste Pfund, mit dem der Chrysler gegenüber der Konkurrenz wuchern kann. Schon beim Einstiegsmodell 3.0 CRD (39.890 Euro, Kombi 42.590 Euro) sind unter anderem Nebelscheinwerfer, ESP, Licht- und Regensensor, Tempomat, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, elektrisch verstellbare Sitze, Niveauregulierung, Bordcomputer, Wärmeverglasung, Einparkhilfe und natürlich die Automatik serienmäßig an Bord. Mit dem Luxury-Paket (5470 Euro) nähert sich der Preis vorsichtig der 50.000 Euro-Marke - doch dafür ist dann inklusive Leder, High-End Soundsystem und Navi alles an Bord, was man sich wünschen kann.

Unter der Haube gibt es dafür Einschnitte im neuen Modelljahr: Die beiden Sechszylinder-Benziner mit 193 und 249 PS sind nicht mehr im Angebot. Die Nachfrage nach diesen Motoren sei einfach zu gering gewesen, heißt es bei Chrysler. Die meisten 300 C-Kunde greifen ohnehin zum 218 PS starken Dreiliter-Diesel 3.0 CRD. Das Aggregat stammt ebenso wie die Fünfgangautomatik ursprünglich von Mercedes und wird seit rund zwei Jahren im 300 C eingesetzt. Motor und Automatik sind nicht mehr taufrisch, aber immer noch konkurrenzfähig. Sie verschaffen dem Luxus-Chrysler einen satten Durchzug mit sanften Schaltvorgängen bei einem noch akzeptablen Durchschnittsverbrauch von 8,1 Litern. Wer einen Benziner will, muss gleich in die Vollen gehen: Zur Auswahl stehen der 5.7 HEMI-V8 (340 PS, 53.590 Euro) und der SRT8 6.1 mit brachialen 431 PS für 61.290 Euro.

Auch wenn schon die 218 Diesel-PS den Chrysler zur kräftigen Reise-Limousine machen: Erst der V8 bringt echtes Amischlitten-Feeling auf die Straße. Souveräner Schub in allen Lebenslagen und der sonore Sound bei gleichzeitig niedriger Geräuschkulisse machen Autobahnfahrten zum Vergnügen. Vorausgesetzt freilich, man schaut nicht auf die Tankuhr. 12,1 Liter lautet der offizielle Durchschnittsverbrauch. In der Praxis notierte der Bordcomputer 12,9 Liter - und das bei einem hohen Anteil an Autobahn- und Landstraßenfahrten. Selbst mit der automatischen Zylinderabschaltung (vier Töpfe werden von der Benzinzufuhr abgeschaltet, wenn etwa beim Gleiten ohne Gas gerade keine Power benötigt wird) bleibt der Verbrauch stattlich.
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Quelle: press-inform, 2008-01-22

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