Testbericht

25. März 2004
München, 25. März 2004 – Ende 2001 debütierte die dritte Vectra-Generation. Die Neuauflage war ein im Wortsinn großer Entwicklungssprung: Völlig neues Design, der Größenzuwachs, starke Motoren und mehr Ausstattung haben den Vectra deutlich attraktiver werden lassen. Rüsselsheimer Raketen Die gelungene Neuauflage wurde 2002 mit dem sensationellen Vectra GTS V6 gekrönt – mit 248 km/h Top-Speed der schnellste Großserien-Opel aller Zeiten. Der Muskel-Vectra soll jedoch keine Manta-Nostalgie wecken; er ist ein Grand-Turismo von größerem Calibra. Vielmehr dürfte Opel dem biederen Ruf der Vectra-Baureihen A und B davon eilen wollen, um zu Mercedes C-Klasse und 3er BMW aufzuschließen. Seit Ende 2003 verstärkt der 175 PS starke 2.0 Turbo mit Sechsgang-Schaltgetriebe als weiterer Weg-da-Vectra Opels Ritt auf der Überholspur. Wir haben uns ausführlicher mit den Stärken und Schwächen dieser neuen Motorisierung beschäftigt. Hier geht’s lang Dank guter Platzverhältnisse, umfangreicher Ausstattung und weitgehend hochwertiger Materialanmutung bietet das Vectra-Interieur viel Wohlfühlambiente. Alle Schalter und Hebel liegen ausgezeichnet zur Hand. Insgesamt ist der Bedienkomfort sehr gut. Das trifft auch auf das Navigationssystem unseres Testwagens zu. Das Siemens-Navi hat lediglich einen Schwachpunkt: 3.010 Euro Aufpreis. So viel kostet das System mit CD-Radio und Farbdisplay. Mobile GPS-Navigationssysteme bekommt man ab 500 Euro.

Platz da Dank vielfältiger Verstellmöglichkeiten findet der Fahrer auf dem straffen Sitz gute Voraussetzungen für eine optimale Sitzpostition. Viel Platz bietet auch der 500 Liter fassende Kofferraum. Stattlich sind auch die 4,70 Meter Gesamtlänge und 1.470 Kilogramm Gewicht. Ebenso erfreuen sich die Fondpassagiere über genügend Knie-, Kopffreiheit und Ablagen. Der Vectra ist ein Reise-Riese für flotte Familien. Leistung hat... Für formidablen Vortrieb sorgt der seidige und kraftvolle Zwei-Liter-Vierzylinder-Turbomotor. Seine 175 Pferde machen mit dem Einsetzen des Laders richtig Druck. Das maximale Drehmoment von 265 Newtonmetern steht bei 2.500 Umdrehungen zur Verfügung. Besonders auf der Autobahn weiß man die Durchzugsstärke durch Turboladung zu schätzen. Mit anderen Fahrzeugen der oberen Mittelklasse kann man gut mithalten. In 9,1 Sekunden geht es von null auf 100 km/h. Das ist in Anbetracht der Leistung zwar kein überragender Wert. Dafür gibt es satten Durchzug bei mittleren Drehzahlen und 230 km/h Höchstgeschwindigkeit. ...seinen Preis Wer viel Leistung vom Turbomotor fordert, wird an der Zapfsäule jammern. Auf unseren Testfahrten lag der Durchschnittsverbrauch bei 11 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Wer es weniger eilig hat, dürfte mit den vom Hersteller angegebenen 8,9 Litern auskommen.

Dezente Gang-Art Um die optimistische Werksabgabe zu erreichen, ist der sechste Gang hilfreich. Die zusätzliche Gangstufe sorgt für niedrigere Motordrehzahlen bei hoher Reisegeschwindigkeit. So verringern sich Spritkonsum, Geräuschniveau und Verschleiß des Motors. Flüsterleise ist es im Innenraum bei hoher Geschwindigkeit trotz sechster Gangstufe übrigens nicht. Hier könnte Opel die Geräuschdämmung noch verbessern. Ausgewogen und sicher Zum ansonsten komfortablen Auftritt passt das gut abgestimmte Fahrwerk. Ruhig gleitet die Limousine auf Landstraßen und der Autobahn selbst bei zügiger Gangart dahin. Kurz aufeinander folgende Unebenheiten bügeln die Stoßdämpfer nicht ganz so sauber weg. Der Wagen liegt dafür satt und straff auf dem Asphalt. Langgezogene Kurven durchfährt der 2.0 Turbo auch bei hoher Geschwindigkeit souverän. Geht es hingegen schnell durch enge Kehren, werden Untersteuerungstendenzen spürbar. Gefährlich wird das Fahrverhalten dennoch nie. Bereits serienmäßig verfügt der Vectra über eine umfangreiche Regelelektronik. Die wichtigsten Helfer sind ABS, die elektronische Bremskontrolle CBC und die Traktionskontrolle ESP. Wer ein puristisches Fahrerlebnis sucht, ist mit einem Vectra 2.0 Turbo also schlecht beraten. Die elektronischen Helfer unterbinden den Nerven kitzelnden Ritt im Grenzbereich.

Der kann teuer werden Der Vectra 2.0 Turbo kostet in der Basisversion 24.545 Euro. Bereits hier erhält der Kunde eine beachtliche Sicherheits- und Komfortausstattung. In der von uns gefahrenen Topversion Cosmo werden 28.245 Euro fällig. Dank der umfangreichen Extra-Liste lässt sich der Preis sogar noch deutlich steigern: Über 40.000 Euro kann man für eine vollausgestattete Version ausgeben. Ganz schön happig für einen Vectra, so möchte man meinen. Doch zum Vergleich: Eine Mercedes C-Klasse Limousine 200 Kompressor mit 163 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe kostet mindestens 29.464 Euro. Für einen 170 PS starken BMW 320i sind gar 29.800 Euro fällig. Den gibt es aber nur mit fünf Gängen.
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Technische Daten
Motor Bauart:Vierzylinder-Otto-Reihenmotor, 16 Ventile
Hubraum:1.998
Leistung:129 kW (175 PS) bei UPM
Drehmoment:265 Nm bei 2.500 UPM
Preis
Neupreis: 28.245 € (Stand: März 2004)
Fazit
Mit dem 2.0 Turbo hat Opel einen weiteren starken Vectra ins Rennen geschickt. Besonderheiten sind der Tubolader und eine sechste Gangstufe. Sie bedeuten zwar keine technische Revolution, sind aber ein zusätzlicher Kaufanreiz. Mit den 175 Turbo-Pferden kann der Opel Vectra in Sachen Fahrleistung überzeugen. 230 km/h ist deutlich mehr als in den meisten Verkehrssituationen nötig sind. Für sportlich ambitionierte Fahrer ist der Vectra 2.0 Turbo trotz hoher Leistungen weniger empfehlenswert. Dafür ist das Dickschiff etwas zu unhandlich. Der Turbo-Vectra ist vielmehr ein zügiger Gleiter für lange Strecken. Sinnvoll ist die lang übersetzte, sechste Gangstufe. Sie ermöglicht niedrige Drehzahlen bei hoher Reisegeschwindigkeit und hilft so beim Spritsparen. Überzeugen kann der Vectra 2.0 Turbo als komfortable und geräumige Familienlimousine. Der Einstiegspreis von 24.545 Euro ist angesichts der umfangreichen Ausstattung zudem attraktiv. Die Liste möglicher Extras ist sehr umfangreich. Mit allem Drum und Dran wird’s richtig teuer. Dennoch ist der Vectra selbst voll ausgestattet eine günstige Alternative zum 3er BMW und der Mercedes C-Klasse. (mh)

Quelle: auto-news, 2004-03-25

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