Testbericht

17. August 2012
Haar, 17. August 2012 - Über 100.000 Euro muss man schon mitbringen - für weniger Geld ist das Einstiegsmodell des neuen Porsche 911 Carrera Cabrio nicht zu bekommen. Wir testen den 350-PS-Frischluft-Wagen. Coupé-Linie Porsche hat es geschafft: Die Seitenlinie des 911 Cabrio unterscheidet sich nicht mehr vom 911 Coupé. So ist der Wagen offen und geschlossen schick. Das elektrische Windschott macht offenes Fahren extrem komfortabel, wobei auch bei hochgestelltem Schott eine spürbare Restwindmenge für Erfrischung sorgt. Porsche bietet seine Wagen auch in knalligen Farben an. Wer sich beispielsweise ein helles Gelb zutraut, fällt zwischen der Wagenmasse in Wiederverkaufs-Silber auf und bleibt auch an einem verregneten Tag in einer grauen Invest-Architektur-Gegend fröhlich. Und das Verdeck ist in 13 Sekunden geschlossen oder wieder geöffnet - was auch noch bei Geschwindigkeiten jenseits der 60 km/h prima funktioniert. Klar verknopft Der Innenraum des Elfer-Cabrios ist porschetypisch in einem reduzierten Design klar strukturiert. Ebenfalls typisch für Porsche: Viele Direktwahl-Knöpfe sitzen auf der Mittelkonsole - einige sind vom Fahrer nur schwer zu sehen, weil sie rechts hinter dem Gangwahlhebel versteckt sind. Was der Knopf für die 2.606 Euro teure Sportabgasanlage auslöst, wird weiter unten beschrieben. Der Navi-Bildschirm sollte aus ergonomischen Gründen besser über und nicht unter den Lüftungsdüsen sitzen. Und: Die Lenkrad-Satelliten sind mit ihren Hartplastikoberflächen eines Wagens dieser Preisklasse unwürdig. Die Sitze des Zuffenhauseners sind wiederum erste Sahne: Sie geben dem Fahrer ein Gefühl von Athletik und ermüden den Rücken auch nach Tagesfahrten nicht.
Mega Lenkung Auch wenn sie inzwischen elektromechanisch funktioniert: Die Porsche-Lenkung ist der Grund, warum wir an den Lenkungen anderer Hersteller immer wieder etwas auszusetzen haben. Mit feinster Rückmeldung und vollkommen spielfrei lässt sich das Carrera Cabrio steuern. Das Fahrwerk ist selbstverständlich schön knackig abgestimmt, wobei Bodenunebenheiten in Kurven ab und zu mit einer leicht polternden Hinterachse belohnt werden. Kein Vergleich Der im Heck sitzende 3,4-Liter-Sechszylinder-Boxermotor des 911 Carrera Cabrio leistet 350 PS und generiert ein maximales Drehmoment von 390 Newtonmeter. Damit geht es in 4,8 Sekunden von null auf 100 km/h und um eine Abregelung kommt der Porschefahrer herum: Als Höchstgeschwindigkeit sind 284 km/h drin. Das klingt alles schön und gut, aber wer bereits das 400 PS starke Carrera-S-Modell gefahren ist, wird ein wenig enttäuscht: Die Gasannahme erfolgt vergleichsweise indirekt. Es dauert ein bisschen, bevor sich hinter den Insassen was tut. Zudem ist der Spurt mit einem schon im Normalzustand übertrieben sportlichen Sound verbunden. Wer dann die Klappensteuerung der optionalen Sportabgasanlage bemüht, wird endgültig zum Belästiger: Im Parkhaus muss man schon bei Schrittgeschwindigkeit Angst haben, dass der Elfer den Putz von der Decke brüllt. Den Verbrauch gibt Porsche mit 8,4 Liter pro 100 Kilometer an, wir landen im Schnitt bei 12,3 Liter. Getriebe-Option Serienmäßig wird das 911 Carrera Cabrio mit einer einzigartigen Siebengang-Handschaltung ausgerüstet. Unser Testwagen ist mit dem 3.511 Euro teuren Doppelkupplungsgetriebe (DKG) unterwegs. Auch dieses hat sieben Gänge. Jederzeit steht der richtige Gang parat und Zugkraftunterbrechungen bleiben konzeptbedingt aus. Manchmal kommt es zu nicht weiter störenden zart sportlichen Schaltrucklern.
Technische Daten
Antrieb:Heckantrieb
Anzahl Gänge:7
Getriebe:Doppelkupplungs-Getriebe
Motor Bauart:Boxermotor mit Direkteinspritzung
Hubraum:3.436
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:6
Leistung:257 kW (350 PS) bei UPM
Drehmoment:390 Nm bei 5.600 UPM
Preis
Neupreis: 100.532 € (Stand: August 2012)
Fazit
Auch das Einstiegsmodell der Elfer-Cabrio-Reihe, das 911 Carrera Cabrio, ist ein gut gemachter Frischluft-Flitzer. Außen und innen modern und sehr schick, passt das Fahrwerk für dynamischen Spaß und die Lenkung ist nach wie vor unerreicht.Der 350-PS-Motor wird aber Kenner des 400-PS-Aggregats aus dem S-Modell enttäuschen: Er wirkt nicht spritzig genug. Zudem übertreibt die optionale Sportabgasanlage soundmäßig schamlos. Das Doppelkupplungsgetriebe macht wiederum einen guten Job.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2012-08-17

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