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Testbericht

13. Mai 2008
Haar, 6. Mai 2008 - Nach hinten raus sehen wir Tageslicht in Schachbrettform, die Kopfstützen der dritten Reihe und der runtergeklappte Neun-Zoll-Flachbildschirm machen es möglich. Unser Subaru Tribeca ist ein riesiges SUV (Sports Utility Vehicle). Damit das große Gefährt trotzdem behände durch den Verkehr huschen kann, haben die Japaner dem Wagen jetzt einen um 13 PS gekräftigten Motor verpasst. Zahlt sich diese kleine Vitaminspritze aus? Beinahe ein Coupé Der Tribeca ist das erste SUV des japanischen Allrad-Spezialisten Subaru. Und es läuft dort vom Band, wo nach wie vor der Hauptabsatzmarkt für raumgreifende Fahrzeuge ist: in den USA. Lafayette im Bundesstaat Indiana ist der Produktionsort. Im Rahmen einer Kooperation entsteht auf den gleichen Produktionsstrecken auch Amerikas erfolgreichste Limousine: der Toyota Camry. Für Qualität sollte also gesorgt sein. In Sachen Optik hat sich Subaru bekanntlich von der alten Nasenbär-Maske gelöst, was dem Aussehen aller Modelle sehr gut tut. Der Tribeca ist, von vorne betrachtet, zwar ein wenig klotzig, aber im Vergleich zum Modell vor dem Facelift ist er auf jeden Fall vorzeigbar. Von der Seite deutet der Tribeca sogar eine topaktuelle Coupé-Linie an. Die Heckklappe fällt durch einen anderen Fakt auf: Sie muss kräftig ins Schloss gedroschen werden, um richtig zu schließen. Für einen Subaru aufregend Der Innenraum des Tribeca nimmt den Fahrgast sofort gefangen. Rundinstrumente in der Mittelkonsole leuchten Klimadaten in den Raum, per Drehring lassen sich Lüftung und Temperatur einstellen. Die klaren Anzeigen für Drehzahl und Geschwindigkeit kommen dem Fahrer geradezu entgegen. Geschwungene Linien, helles Farbschema und passgenaue Verarbeitung: Die Kabine des Tribeca ist für Subaru-Verhältnisse von betörender Schönheit. Aber die glatten Oberflächen sind alles andere als kratzfest. Auf den Sitzen halten wir es ganz lange aus, sie bieten Komfort für lange Beine auf langen Reisen. Seitenhalt ist allerdings nicht im Angebot.

Achtung Tür Für die Gäste in der zweiten Reihe ist ebenfalls in alle Richtungen genug Platz, in der dritten Reihe ist dann Schluss mit Freiheit. Mit Verrenkungen gelangen wir zu den billigsten Plätzen und durch Umklappen der Rücklehne von Reihe zwei werden wir endgültig in der Enge fixiert: Die Füße klemmen unter den Vordersitzen und lassen sich praktisch kaum mehr bewegen. Allerdings eignet sich die maximale Höhe der Kopfstützen auch für Erwachsene, was keine Selbstverständlichkeit ist in der Welt der dritten Sitzreihen. Legen wir alle Bänke um, passen anständige 1.671 Liter in den Kofferraum. Und noch ein Tipp für die Gäste in der zweiten Reihe: Vorsicht beim Öffnen der Türen. Da sich diese über den Radhäusern stark nach außen wölben, sind sie beim Öffnen eher am parkenden Nachbarfahrzeug als gedacht. That's Entertainment Der Fahrer muss mit einem nur in der vertikalen Ebene verstellbaren Lenkrad auskommen, das Volant etwas zu sich heranziehen oder wegdrücken ist nicht drin. Während wir eine halbwegs akzeptable Steuer-Position gefunden haben und mit dem Verkehr kämpfen, vergnügt sich das Volk auf den hinteren Bänken mit dem Rear-Seat-Entertainmentsystem. Beim Tribeca in der höchsten Ausstattung namens "Exclusive" ist nämlich nicht nur die dritte Sitzreihe mit dabei, sondern auch ein Navigationssystem. Und mit diesem wird auch die Unterhaltungselektronik für die Rückbänke gekoppelt. Ein Neun-Zoll-Monitor kann aus der Decke geklappt werden, auf dem sich die Fahrgäste DVD-Filme ansehen können. Licht und zuviel Licht Auf den Monitor des Navi-Schirms wird nur ein Bild übertragen, wenn der Wagen steht. Der Ton wird auf die beiden serienmäßig mitgelieferten Infrarot-Kopfhörer gefunkt. Falls mehr als zwei Leute den Film sehen wollen: Für jeden weiteren Kopfhörer verlangt Subaru 134 Euro. Aber das System zeigt umgehend Wirkung: Jeder der kann, schaut auf den Monitor - auf Grund der größeren Entfernung ist dies aus der dritten Reihe entspannter möglich als aus der zweiten. Bei direktem Sonneneinfall ist aber sowohl auf dem Navi-Schirm als auch auf dem Film-Monitor kaum noch was zu erkennen. Dem Fahrer nimmt der runtergeklappte Bildschirm allerdings Rückspiegel-Sicht weg.

Wie immer: Allrad Subarus Kompetenz liegt auf vier angetriebenen Rädern. Die Japaner bezeichnen sich selbst als der größte Hersteller Allrad-getriebener PKWs weltweit. Somit ist es beinahe selbstverständlich, dass auch der Tribeca mit Vierrad-Antrieb vorfährt. Besonders der Traktion kommt das zugute: Selbst bei Nässe und heftigem Anfahren wird die Motorkraft ohne durchdrehende Räder auf die Straße gebracht. Auch für Fahrten durch leichtes Gelände ist der Tribeca so gut gerüstet, eine Untersetzung wie ein echter Offroader hat er allerdings nicht. Der Antrieb des Tribeca arbeitet mit variabler Drehmoment-Verteilung. Im Normalfall werden 45 Prozent der Momente an die Vorderräder und 55 Prozent an die Hinterräder geleitet. Dies ergibt ein leicht sportliches Hecktriebs-Gefühl. Sicher voran Auf schnellen Autobahnen fühlt sich das Fahrwerk ebenso wohl wie auf der Gullydeckel-Stadtpiste oder der zerfurchten Landstraße. Nur in engen Kurven fangen bei unebenem Untergrund die Vorderräder an zu hoppeln. Jetzt müssen wir das Lenkrad gut festhalten. Die Lenkung an sich ist im besten Sinne unspektakulär, ohne Höhen und Tiefen hilft sie bei jeder Biege. Aber: Der Dicke wankt gerne. Elektronisch gesteuerte Stabilisatoren gibt es im Tribeca nicht, wobei das Wanken nicht besorgniserregend ausfällt. Der Wagen bleibt stets gut kontrollierbar. Die Bremsen haben mit dem 1.900-Kilogramm-SUV keine Probleme, mit direkter Rückmeldung bringen sie den Wagen auf kurzem Weg zum Stehen. Die Kraft, die fehlte Das wichtigste an unserem Tribeca: der neue 3,6-Liter-Boxermotor. Das alte 3,0-Liter-Aggregat brachte es auf 245 PS bei 6.600 U/min und ein maximales Drehmoment von 297 Newtonmeter bei 4.200 U/min. Damit ging es in 9,7 Sekunden von null auf 100 km/h - insgesamt hinterließ das Aggregat einen überforderten Eindruck. Die jetzt hinzugekommenen 0,6 Liter Hubraum sind zwar gerade mal für 13 zusätzliche PS gut, aber die jetzt insgesamt 258 PS liegen schon bei 6.000 U/min an. Das maximale Drehmoment klettert um 53 Newtonmeter auf 350 Newtonmeter - und das schon bei 4.000 U/min. Mehr Leistung, mehr Drehmoment und das schon bei niedrigeren Umdrehungszahlen?

Es hilft Tatsächlich: Der Tribeca zieht gierig nach vorne, der starke Wille des Motors lässt sich nicht verleugnen. So wird der Sprint auf 100 km/h jetzt in 8,9 Sekunden hingelegt - 0,7 Sekunden schneller als bisher. Dabei entfaltet der Boxer seine Reserven weich wie ein Schaumbad. Während des ruhigen Laufs zieht sich das Triebwerk laut Werk 11,6 Liter Super rein - was trotz Leistungssteigerung eine Einsparung von 0,6 Liter pro 100 Kilometer gegenüber dem Vorgänger-Aggregat bedeutet. In unserem Test gingen 14,2 Liter die Leitung runter. Mit der Ersparnis verbunden ist auch eine Absenkung des CO2-Ausstoßes von 291 auf 275 Gramm pro Kilometer. Dreht sportlich hoch Bei unserem Subaru Tribeca 3.6 Exclusive ist serienmäßig eine Fünfgang-Automatik für die Einteilung der Gänge zuständig. Und diese geht ausgesprochen sportlich zu Werke - erst kurz vor dem roten Bereich bei 6.500 U/min geht's einen Gang aufwärts. Dabei verschluckt sie sich nicht, stets verlaufen die Stufenwechsel harmonisch.
Technische Daten
Antrieb:Allradantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Automatik
Motor Bauart:Boxermotor
Hubraum:3.630
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:6
Leistung:190 kW (258 PS) bei UPM
Drehmoment:350 Nm bei 4.000 UPM
Preis
Neupreis: 52.800 € (Stand: Mai 2008)
Fazit
Der Subaru Tribeca Exclusive ist ein ausgesprochen bequemes Reiseauto, welchem auch eine sportliche Gangart nicht fremd ist. Die Verarbeitung ist exzellent und der Innenraum kommt schick daher. Für 52.800 Euro bekommt der Kunde hier viel gute Technik in einem voll ausgestatteten Wagen.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2008-05-13

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