Testbericht

18. März 2011

Der Citroën DS3 Sport ist ein echter “Schönling”, der den Vergleich mit den Kultautos Fiat 500 und Mini Cooper nicht zu scheuen braucht. Er startet bei 15.200 Euro.

Das Lifestyle-Auto von Citroën
Wow, ist das ein Auto, ist der erste Eindruck, als der Citroën DS3 Sport auf die Einfahrt rollt. Rot, mit weißem Dach, silbernen Applikationen, einfach anders, einfach schön. Der DS3 hat schon fast 30.000 Kilometer auf dem Tacho, was für ein Pressefahrzeug relativ viel ist. Die ¾-Runde um die Welt, ist an dem DS3 völlig spurlos vorbei gegangen. Er sieht aus, wie frisch vom Fließband. Ein gutes Zeichen, das spricht für Qualität.

Der Citroën DS3 ist einfach anders. Das zeigt sich schon beim Konfigurator. Der Wagen kann so individuell zusammengestellt werden, wie der Mensch für sich in Anspruch nimmt, individuell zu sein.

Der DS3 ist nicht wild, aber flott
Jetzt aber endlich fahren. Unser DS3 ist mit Leder ausgestattet, sieht gut aus, passt perfekt zum Auto. Die 115 kW (156 PS) schnurren los, denn der DS3 ist ein Gentleman, will nicht lärmen. Schon ab 1.400 1/min packen 240 Nm zu und die 1.240 kg (Leergewicht) werden in 7,3 Sekunden auf Tempo 100 km/h beschleunigt. Der maximale Vortrieb wird erst bei 214 km/h durch die Windkräfte eingebremst.

Fall doch mal auf
Citroën wirbt mit dem Slogan “Fall doch mal auf”. Ja, dass können wir bestätigen. Der DS3 ist im Stadtbild von Lingen (EMS) noch nicht angekommen und wird tatsächlich unglaublich – übrigens von Passanten jeder Altersgruppe – bestaunt. Überrascht hat uns der geringe Verbrauch. Die Autoplenum-Vergleichsrunde hat der DS3 mit 5,9 Litern pro 100 Kilometern gemeistert. Das könnte bedeuten, dass wir den Long-Run-Turn nach Donauwörth ohne Tankstopp schaffen, was bei einem Tankvolumen von nur 45 Litern eher knapp werden könnte.

 

Beim Rückblick auf 125 Jahre Automobil fallen einem sofort die Namen Daimler, Diesel, Henry Ford und vielleicht noch Bosch ein. Vergessen wird oft André Citroën. Der erste Citroën hatte einen 4-Zylinder-Motor mit 1327 cm³ Hubraum und 18 PS Leistung (Quelle Wikipedia). Unser DS3 THP 150 SportChic hat fast 1.600 ccm und leistet 156 PS.

Junger Wilder oder Sparfuchs?
Der Citroën DS3 könnte es mit seinem niedrigen Verbrauch fast in die Serie der “Sparfüchse” schaffen. Die offiziellen Daten (RL 80/1268/EWG) sind 9,4 / 5,1 / 6,7 Liter pro 100 Kilometer. Auf der neuen Autoplenum Verbrauchsrunde sind wir knapp unter 6 Liter gelandet. Ein Wert, der sich sehen lassen kann.

Der Citroën DS3 macht überall eine gute Figur
Schade, dass der DS3 noch die “Winterstiefel” an hat. Mit dem LM-Felgen 17-Zoll Ballone (glanzgedreht Schwarz) wäre sein Auftritt sicher noch etwas glänzender ausgefallen. Der Citroën DS3 wirkt kraftvoll, hebt sich deutlich von seinem C3-Bruder ab – ist ganz klar auf Lifestyle und Coupe getrimmt. Mutig in der Formgebung, mit Liebe zum Detail. Die breite B-Säule endet optisch nicht im Dach, sondern geht vorher in die Dachfarbe über. Dadurch bekommt man den Eindruck, als schwebe das Dach. Die dominanten Scheinwerfer, zusammen mit den Nebelleuchten und dem senkrecht angeordneten Tagscheinwerfern, verleihen dem DS3 ein muskulöses Gesicht – ich will nicht grimmig sagen.

Kleine Sportlichkeit
Der Citroën DS3 THP 150 SportChic macht auch von hinten eine gute Figur. Ein Anblick, an denen sich so manche “pseudo” Sportwagenfahrer gewöhnen müssen. Der “alte” VW Golf GTI mit 110 PS – Inbegriff der “kleinen” Sportlichkeit, hätte gegen den DS3 Sport im wahrsten Sinne des Worten das Nachsehen. Der aktuelle GTI mit seinen 210 PS spielt dann schon wieder in einer anderen Liga, obwohl er den Sprint von 0-100 km/h nur mit einigen Zehntel für sich entscheiden kann.

Der Citroën DS3 hat nicht das Zeug, um den Volkswagen Golf abzulösen, das will er aber auch gar nicht. Seine Gegner sind eher ein 1er BMW Coupé oder ein Mini Cooper. Der DS3 läuft als 5-Sitzer, wobei 4 ½ wohl besser passen würde. Seine Zuladung beträgt 285 Liter, wenn beide Rücksitze (1/3, 2/3) umgeklappt sind, können maximal 900 Liter Gepäck verstaut werden. Wem das nicht reicht, der soll auf den Citroën DS4 warten, der noch im zweiten Quartal dieses Jahres zu haben sein wird. Wir werden ihn vermutlich dann im Herbst vorstellen.

Um den Kofferraum auf den Punkt zu bringen: Zu Zweit drei Wochen Urlaub, zu Dritt zwei Wochen, zu Viert für ein Wochenende. Aber im Ernst. Wer will mit einem DS3 mehr als “seine” Beifahrerin mitnehmen?

Der Citroën DS3 ist ein Auto, das auffällt. Mini Cooper, BMW 1er gibt es wie Sand am Meer: Der DS3 ist eher selten.

Kleiner Charmeur mit einem starken Herz
Der DS3 marschiert brav nach Donauwörth und der Bordcomputer errechnet eine theoretische Reichweite von etwa 700 Kilometer. In Donauwörth muss ich dann aber rasch tanken, weil die Kraftstoffanzeige auf Null gesprungen ist.

Kleiner Charmeur mit einem starken Herz
OK, 47 Liter nachgetankt (da waren ja noch 3 Liter Rest vorhanden). Nach 635 Kilometern zeigt er einen Verbrauch von 7,1 Litern an bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 106 km/h. Die maximale Spitzengeschwindigkeit war 210 km/h.

Ab auf die Landstraße
Auf unserer “Teststrecke” vom Typ Landstraße soll der DS3 zeigen, dass in ihm Rallye-Gene stecken. Schließlich ist der amtierende Rallyeweltmeister Sébastien Loeb mit einem Citroën DS3 WRC unterwegs. Unser Fazit: Das Fahrwerk ist straff, aber nicht hart, die Lenkung bietet einiges an Feedback und die gesamte Abstimmung ist sehr neutral. Das ESP greift sehr sanft ein und der Motor gibt sein bestes. Das Getriebe ist sehr exakt und angenehm. 

Der Citroën DS3 hat bei uns brav über 2200 Kilometer abgespult und mit jedem Kilometer mehr Spaß gemacht. Zeit für eine Zusammenfassung.

Kraftstoffverbrauch
Den DS3 kann man ohne Probleme unter 6 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer bewegen. Aber natürlich muss man vorsichtig mit dem Gaspedal umgehen. Auf den schnellen Runden hat der DS3 auch einmal 12,5 Liter “geschlürft“. Ich denke, auch dieser Wert ist akzeptabel, denn immerhin reden wir hier von einem “GTI-Gegner”.

Modus Länge Speed Verbrauch
Fahrzeug nach Übergabe 297 km 69 km/h 6,3 l/100km
Autoplenum sparsam 55 km 74 km/h 5,9 l/100km
Langstrecke 550 km 111 km/h 7,0 l/100 km
Überland sparsam 94 km 75 km/h 5,7 l/100 km
Stadt, Kurzstrecke 22 km 35 km/h 7,9 l/100 km

Fazit
Insgesamt macht der Citroën DS3 eine gute Figur, ist gut verarbeitet – macht einfach viel Spaß, bei einem vernünftigen Preisleistungsverhältnis. Was will man mehr? … aber natürlich gibt es auch bei einem gut gestylten Auto immer noch etwas zu verbessern.

Unverständlich ist, dass man den Tankdeckel durch eine Griffmulde verunstaltet hat. Das kann man besser lösen. Das Spaltmaß, oft bei den Franzosen “bekrittel”, ist OK, da macht der Wagen “fertigungstechnisch” betrachtet eine gute Figur. Nur der Heckspoiler hat nicht so ganz gepasst. Vielleicht ein Ausrutscher?

Alles in allem ist der Citroën DS3 ein durchaus gelungenes Fahrzeug mit hohem Fun-Potenzial. Seine Gegner, den Mini Cooper oder BMW 1er, hält er mit seinen exklusiven Design gut in Schach. Vor allem durch sein gutes Preis-Leistungsverhältnis ist er interessant für junge Leute, die sich das erste Auto leisten können, was knapp jenseits von 20.000 Euro liegt. Aber auch bei jung gebliebenen Autofahrern, könnte ich mir vorstellen, dass der kleine Charmeur Herzen erobern kann.

Linktipp
Citroën auf autoplenum.de

Fotos © Redaktionsbüro Kebschull

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