Testbericht

18. Oktober 2013

Der neue Citroën  C4 Picasso ist richtig hübsch geworden. Grund genug, sich den geräumigen Van einmal näher anzusehen.

Alles drin, alles dran
Der Citroën C4 Picasso startet bei 19.990 Euro. 2.500 Euro müssen draufgelegt werden und der 7-Sitzer steht vor der Tür.Unser Testwagen in der Ausstattungsvariante "Exclusive" heißt nicht nur so - sondern ist auch exklusiv. Mit einigen Extras wie Metallic-Lackierung (550 Euro), Panoramadach ohne Öffnungsfunktion mit elektrischem Sonnenrollo (500 Euro)und 115 PS starkem Diesel liegen wir am Ende bei 34.560 Euro. 

Innen alles edel
Hat man früher gern über die Franzosen gelächelt, gibt es in der Generation 2013 nichts zu meckern. Innen ist alles in Leder. Nette Extras: Die Sitzheizung (250 Euro), LED-Leseleuchte hinten, einstellbare Lüftung, einzeln verstellbare Sitze und vieles mehr.Der Beifahrer kann sogar eine Beinauflage elektrisch ausfahren. Das Kombiinstrument sitzt in der Mitte. Da muss man sich als Fahrer erst dran gewöhnen. Ist aber sehr übersichtlich und es gibt sogar zwei unterschiedliche Design-Optionen.

Diesel, eine gute Wahl
Den Fuß auf die Bremse und Starten. Der Schlüssel kann in der Tasche bleiben, da der Picasso (ab Ausstattungsvariante Intensive) mit Keyless-System ausgerüstet ist. Die Lenkradschaltung stellen wir bequem auf "N" und schon geht’s los. Beim Zurücksetzen "R" schaltet sich die Rückfahrkamera ein.Ein weiteres zusätzliches Gimmick –  die Gurtstraffung. Das "Straffen" passiert auch, wenn der Spurassistent aktiviert ist und man etwas zu nah an eine Straßenlinie fährt.Der Picasso hängt gut am Gas, kommt zügig zur Sache. Die 115PS haben mit den 1.555 kg-Auto  kein Problem. Das Triebwerk ist in der Effizienzklasse A+ eingestuft und soll kombiniert mit 4,0 l auf 100km auskommen. 

 

Der Citroën  C4 Picasso hat als Familienkutsche seit 2006 bei zahlreichen Kunden gepunktet, aber wohl mehr im Verborgenen. Im neuen Kleid ist er ein richtiger Schönling geworden und muss sich hinter der DS-Serie nicht verstecken.

ETG6 mit Lenkradschaltung
Die Lenkradschaltung ist elegant gelöst, obwohl man dort ja wenig schaltet. Von N umschalten auf D und dann bis zum Ziel fahren. Die automatische Parkbremse wird nach dem Abstellen aktiviert. Sie braucht auch nach dem Anfahren nicht gelöst werden.Beim Überholvorgang habe ich grundsätzlich von Hand (an den Paddels) runter geschaltet - sicher ist sicher. Die ziemlich langen Schaltpausen und das heftige Nicken, wenn man flott unterwegs ist, sind heute nicht mehr zeitgemäß. Wer unbedingt Automatik fahren will, kann vielleicht damit leben. Für alle anderen empfehle ich das manuelle Sechsgang-Getriebe, zumal man auch noch etwa 800 Euro spart. Natürlich verfüg der Picasso über das Start-Stop-System. Sobald man die Bremse tritt und zum Stehen kommt, schaltet der Picasso ab. Das spart Kraftstoff, ist aber ungewohnt beim Rangieren, weil jedes Mal das Triebwerk neu gestartet wird.

Long-Run-Turn
Die Frage nach einem Tankstopp stellt sich für den C4 Picasso Diesel nicht, weil mehr als 1.000 km problemlos möglich sind. Entspannt gleitet man dahin, wenn es sein muss auch mit 189 km/h. So zwischen 160 und 170 km/h fühlt man sich im Picasso wohl. Die Sitze sind sehr gut, sogar mit Massagefunktion. Sitzheizung  kostet 250 Euro extra. Tempomat ist Serie, bei der Ausstattungsvariante Exclusive sogar als aktiver Geschwindigkeitsregler, das heißt, der Picasso hält automatisch den vorgeschriebenen Abstand zum Vordermann, geht vom Gas runter und beschleunigt. Das ist vor allem auf langen Strecken eine sehr angenehme entspannte Fahrweise. Das Navigationsgerät ist OK, rechnet schnell die Strecke aus, leider gibt es keine Geschwindigkeitsangaben.

Licht im Auto
Das Panoramadach (ohne Öffnungsfunktion) mit elektrischem Sonnenrollo kostet nur 500 Euro. Das ist im Vergleich zu anderen Anbietern relativ  preiswert und wertet den Innenraum durch das luftige Feeling auf. Die Einzelsitze hinten können nicht nur verschoben werden, sondern ähnlich wie im Flugzeug auch leicht geneigt werden. 

Mit 4 Litern pro 100 Kilometer soll sich der Van begnügen. Das ist unglaublich, weil der Picasso kein Sparstrumpf, sondern ein ausgewachsenes Auto für fünf Personen ist.

Im Alltag
Über sechs Kisten Wasser kann der Picasso nur schmunzeln. Dafür wird kein Sitz umgeklappt oder gar die Kofferraumabdeckung entfernt. Das Kofferraumvolumen beträgt 537 Liter. Die Heckklappe fährt automatisch auf und zu.

Kraftstoffverbrauch
Jetzt wird es spannend. 4 Liter soll der Wagen im Mittel verbrauchen. Ist das realistisch? Wie wir alle wissen, sind das Laborwerte.  Außerorts sollen sogar nur 3,7 l auf 100 km konsumiert werden. Tatsächlich haben wir es auf der autoplenum-Minimalrunde  geschafft und mit 3,6 l auf 100 km sogar knapp unterboten. Auf der Autobahn haben wir Bestwerte zwischen 4,2 und 4,9 l auf 100 km herausgefahren. Ein Testverbrauch nach über 3.000 Testkilometern von 5,3 l auf 100 km ist schon sehr anständig.

Modus Strecke [km] Geschw [km/h] Verbrauch [l/100 km]
Autoplenum- Vergleichsrunde [Autom /Manuell] 55 68 4,4/4,4
Super-spar [Autom /Manuell] 14 45/56 3,6/3,6
Landstraße sparsam 85 55 3,5
Landstraße normal 85 64 4,0
BAB normal 150 122 5,4
BAB Landstraße 201 68 5,4
Stadt kurz 51 33 5,5-6,0
1. Tankstopp 282 63 4,9
2. Tankstopp 978 79 5,4
3. Tankstopp 1750 75 5,3

Testverbrauch nach 3.114 km, 79 km/h, 5,3

Fazit
Der Citroën C4 Picasso ist ein wirklich schönes Auto geworden. Als Diesel ist man mit 115 PS flott und sparsam unterwegs. Sein Sitzkonzept mit den Einzelsitzen überzeugt. Auch wenn man vielleicht nur selten den 7-Sitzer braucht, würde ich das Geld dafür in die Hand nehmen. Auch die Überlegung, das 150 PS-Triebwerk mit Euro6 zu ordern, macht Sinn.

Fotos © 2013 Redaktionsbüro Kebschull

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