Testbericht

Wolfgang Gomoll, 19. November 2013
Amerikanische Patrioten greifen nach wie vor zu den einheimischen Marken. Und wer nach der Maxime "bigger is better" lebt, greift zum Cadillac Escalade. Doch der Riesen-SUV hat mehr drauf, als nur schiere Größe.

Ein Blick auf den monströsen Chrom-Kühlergrill des Cadillac Escalade lässt auch abgebrühte Zeitgenossen ins Grübeln kommen. Begriffe wie "rollende Schrankwand" oder "zeitgenössische Version eines Straßenkreuzers, der sich einfach den Weg frei räumt" kommen da einem in den Sinn. Doch wer das 5,70-Meter-SUV auf die reine Brachial-Optik der Front reduziert, greift ein wenig zu kurz. Klar, bei so viel Platz müssen sich die Soccer-Mums dies- und jenseits des Atlantiks keine Sorgen machen, ob die halbe Mannschaft plus Trainingsklamotten untergebracht werden. Immerhin ist der Radstand um 36 Zentimeter gewachsen, die Länge um 51 Zentimeter und der Gepäckraum bei drei Sitzreihen um 60 Prozent. In absoluten Zahlen sind es 1.096 Liter. Die maximale Ladekapazität, wenn alle hinteren Sitze umgelegt sind, beträgt sagenhafte 3.412 Liter. Ist nur die dritte Reihe zusammengefaltet, sind es immerhin noch 2.166 Liter.

Aber beim neuen Escalade dreht sich nicht alles um die Wachstumshormone. Auch bei der Technik und der Verarbeitung haben die Amerikaner Hand angelegt: LED-Licht sorgt für eine bessere Sicht. Bei aller Wohlfühlatmosphäre hilft ein radargestützter Notbremsassistent, im Falle des Falles das Schlimmste zu verhindern. Dazu gibt es einen adaptiven Tempomaten, bei den besser ausgestatteten Varianten einen Spurwechselwarner und einen Toter-Winkel-Assistent serienmäßig. Ein Airbag, das zwischen den Vordersitzen angebracht ist und so bei einem Einschlag den Passagier, der auf der Gegenseite sitzt, zusätzlich schützt.

Im Interieur gibt es Holzapplikationen und die Sitze sind ergonomischer gestaltet. Die Lärmbelästigung im Innenraum soll aufgrund der steiferen Karosserie, den verbesserten Dämmmaterialien und der "Bose Active Noise Cancellation"-Technik, wie man sie von Kopfhörern kennt, gegenüber dem Vorgänger deutlich verringert sein. Das Bedienkonzept über ein Acht-Zoll-Display orientiert sich an der Menüführung moderner Tablets, bei der Wischen und Tippen die entscheidenden Eingabeszenarien sind. Wie bei Radios findet man unter "Favoriten" einen schnellen Zugriff auf wichtige Telefonnummern, Navi-Zielen oder digital gespeicherte Musik. Die Instrumententafel ist dank des 12,3-Zoll-Dispays nach Gusto konfigurierbar und versorgt den Fahrer mit allen nötigen Informationen. Für die hinteren Reihen gibt es zwei Neun-Zoll-Bildschirme und ein Head-Up-Display hilft, bei der Orientierung.

Den Escalade gibt es entweder mit Heck- oder Allradantrieb. An der Hinterachse hilft eine automatische Differentialsperre. Standard sind dagegen die dank Magnetpartikel variablen Dämpfer, dank denen der Fahrer zwischen zwei Abstimmungen - Tour und Sport - wählen kann. Die anpassbaren Dämpfer sind auch nötig, da die Motoren mit dem, für den schweren Kreuzer notwendigen "Vitaminen" ausgestattet sind: Das neue 6,2-Liter-V8-Triebwerk gibt dem Escalade mit 420 PS und einem maximalen Drehmoment von 623 Newtonmetern die Sporen. Um den Verbrauch zu senken, ist das Aggregat mit einigen modernen Techniken ausgestattet: darunter Zylinderabschaltung, Direkteinspritzung und eine variable Ventilsteuerung. Als Getriebe dient eine Sechsgang-Automatik. Warum die Amerikaner nicht auf acht oder wenigstens sieben Fahrstufen zurückgegriffen haben, bleibt wohl auf ewig deren Geheimnis.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: press-inform, 2013-11-19

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