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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 2. September 2015
Knackig, kompromisslos, spaßbringend - das ist der BMW Z3 M Roadster. Eine Hommage an einen Roadster, den der BMW-Fan heute allzu schmerzlich vermisst.

Der Mann in seiner getunten Mercedes-E-Klasse holt alles aus seinem Auto heraus. Die PS-Steroide verraten sich durch leichte Rußwolken beim Herunterschalten. Und der selbsternannte Sternenkämpfer schaltet viel, um von dem vermeintlichen Roadster-Schnauferl in der auffälligen Farbe "Evergreen" wegzukommen. Was der eifrig bemühte Pilot in seiner Mittelklasse-Limousine nicht weiß, ist, dass das vermeintliche Frauen-Auto, das sich nicht abschütteln lässt, ein Power-Riegel vom Feinsten ist: ein BMW Z3 M Roadster mit 321 PS bei einem Gewicht von gerade einmal 1.425 Kilogramm. Damit war der Roadster um 210 Kilogramm leichter, als das konventionelle E36-M3-Cabrio. Bei seinem Debüt kostete der Z3 M Roadster 91.500 D-Mark und unterbot damit den viersitzigen M3-Oben-Ohne-Bruder um 6.000 D-Mark.

Das M-Fahrwerk senkt die Karosserie noch einmal um einen extra Zentimeter gegenüber dem ohnehin schon sportlichen Serienfahrwerk ab. Der potente Z3 M flitzt mit seinen dicken Hinterläufen so tief über den Asphalt, dass fast jede Tiefgaragen-Einfahrt mit einem freundlichen Asphalt-Kontakt honoriert wird. Diese Steigerung ist auch das vorherrschende Thema des Z3 M Roadsters: Alles was die Normalo-Z3s schon sehr gut machen, macht der M-Sportler, besser, direkter und spitzer. Für den Standard-Sprint von null auf 100 km/h braucht der schnelle Flitzer zum Beispiel nur 5,1 Sekunden.

Die Prämisse bei der Entwicklung des Zweisitzers war eindeutig: Eine kompromisslose Fahrmaschine, die alles dem Diktat der Querdynamik unterordnet. Das Resultat ist absolut M-konform und treibt Fans der traditionellen BMW-Sport-Division heute die Tränen in die Augen. Im Zentrum des M-Kosmos steht ein hochdrehender frei atmender Reihensechszylinder-Motor mit zunächst 321 PS, ab dem Jahr 2000 325 PS. Organspender war der E36 M3. Das bedeutet: keine Turbine mit Turboloch, kein elektrischer Verdichter, sondern reines Feuern aus allen sechs Rohren. Wer sportlichen Spaß mit dem BMW Z3 M Roadster haben will, hält die Drehzahlnadel senkrecht auf der Zwölf-Uhr-Stellung. Denn der Spaß beginnt erst ab 4.000 Umdrehungen und der rote Bereich erst bei 7.900 U/min. Alles dazwischen ist die Spielwiese des puristischen Auto-Fans. Dank der knackigen und exakten Fünfgangschaltung - ja, es gibt ein Getriebeleben vor der Automatik und den Doppelkupplungsgetrieben - macht es einen Höllenspaß, den leichtfüßigen Roadster auf Zug zu halten. Kupplung treten, Zwischengas, runterschalten - lautet der fahrdynamische Dreiklang.

Klar bereitet das Geradeausbolzen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h Freude, aber auf kurvenreichen Landstraßen ist der offene Spaßmacher mehr in seinem Element. Allerdings muss man sehr feinfühlig um die Ecken pfeifen. Also vor der Kurve fertig sein, den Scheitelpunkt anvisieren und mit gefühlvollem Zug wieder herausbeschleunigen. Grund dafür ist die Hinterachse, die aus dem BMW M3 der Baureihe E30 stammt und nicht umsonst den Spitznamen "Witwenmacher" trägt. Wenn man es übertreibt, bittet das kurze Heck zum heißen Tango. Allerdings ist der Z3 M Roadster kein unberechenbares Biest. Im Gegenteil: Dank der 25-Prozent-Differenzialsperre macht die flotte Sohle auf dem Asphaltparkett Spaß. Kommt das breite Hinterteil einmal, hilft schnelles aber keineswegs hektisches Gegenlenken, um es wieder einzufangen.

Dabei ist der Motorklang erstaunlich zivilisiert. Wer einen proletenhaft grölenden Straßenraudi erwartet, wird enttäuscht. Der Z3 M klingt knackig, macht aus seiner Kraft auch akustisch keinen Hehl, ist aber nie aufdringlich. Äußerlich markieren nur die verchromten Kiemen und die breiten Hinterrad-Walzen sowie die obligatorischen vier Auspuffrohre, die einen Diffusor einrahmen, das sportliche Spitzenmodell. Das Interieur ist weit von modernen Schnickschnack entfernt. Viel Hartplastik in schwarz und Applikationen in der Wagenfarbe "Evergreen" (schließlich soll der Fahrer ja stets wissen, in welchen Brutalo-Bonbon er unterwegs ist) beherrschen die Szene. Rundinstrumente mit Chromrändern, dem M-Logo und ein griffiges Lenkrad - mehr braucht der Asphalt-Pilot nicht, um glücklich zu sein. Dass der Z3 M Roadster dabei so herrlich unperfekt ist, merkt man, wenn man mit geschlossenem Verdeck etwas schneller unterwegs ist. Bis 180 km/ krächzt das Kassettenradio gegen die pfeifenden Windgeräusche die von dem Übergang der A-Säule zur Windschutzscheibe kommen, an. Danach fügt sich die kurzatmige Stereoanlage in ihr Schicksal. Ab 240 km/h braucht man Ohrstöpsel oder schnell wirkende Migräne Tabletten.

Dass der Z3 M Roadster heute so begehrt ist, hat einen einfachen Grund. Auf der BMW Homepage sucht man vergebens nach einem modernen Äquivalent, das puristischen Roadster Fahrspaß verspricht. Auf die Lücke im Produktportfolio angesprochen, geben die Münchener immer wieder zu bedenken, dass der Roadster-Markt rückläufig sei. Das sehen einige BMW-Ingenieure im hauseigenen Innovationszentrum FIZ offenbar anders. Die denken nämlich darüber nach, sich einen Mazda MX5 zu holen, weil dieses Auto Fahrspaß zu einem vernünftigen Preis bietet. So etwas fehlt BMW momentan. Fehlt nur noch die Auflösung, was aus unserem ambitionierten Rennfahrer in der E-Klasse geworden ist. Der Mann im karierten Vertreter-Hemd streckte nach ein paar schnellen Kurven mit Zwischensprints auf den darauffolgenden Geraden die Waffen und ging vom Gas. Als er am breiten Rücken nebst M-Signet sah, was ihn da verblasen hat, war die kurzeitig aus den Fugen geratene automobile Welt wieder in Ordnung.
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Testwertung
5.0 von 5

Quelle: press-inform, 2015-09-02

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