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Testbericht

automobil-magazin.de, 30. Oktober 2014

Mehr als einen Platz in der Nische traute mancher dem ersten BMW X6 im Jahr 2008 nicht zu. Nun steht die zweite Generation des X6 in den Startlöchern – mit viel Dynamik und erstaunlich universell.

BMWs US-Werk in Spartanburg ist nach zwei Jahrzehnten und 2,8 Millionen Einheiten zur „zweiten Heimat von BMW“ geworden, so Werksleiter Manfred Erlacher. Der X6 lebt als SAV, was für „Sports Activity Coupé“ steht, ebenso in zwei Heimaten: zumeist in einer der asphaltierten Verkehrswege und eher selten in einer, wo erdiges Terrain vorherrscht und Traktion gefordert ist. Wie dynamisch er dabei zu Werke geht, verdeutlicht den Unterschied zwischen SAV und SUV und die erste Ausfahrt auf BMWs Testgelände am Rande des Werkes – Urteil: eindrucksvoll. Aber mal langsam, was ist am neuen BMW X6 neu?

Der neue alte Look – Auf der Fahrzeugseite stehend fällt sofort die zweigeteilte Sickenlinie an der Flanke ins Auge. Aircurtains, Airbreather und aktive Kühlluftklappen haben nun auch den X6 erreicht. Weiterhin erkennt man X-förmige Konturlinien am Stoßfänger, den matt-silberfarbenen Unterfahrschutz und, wenn zugezahlt wird, die LED- statt der Bi-Xenon-Scheinwerfer. Am Ende tritt die ebenfalls mit LED-Lichtbänken ausklingende Keilform aerodynamisch vorteilhafter ab als erwartet. Mit einem cw-Wert von 0,32.

Ein Trumpf des neuen BMW X6: die umfangreichere Serienausstattung. Dazu gehören neben den Bi-Xenon-Scheinwerfern und 19 Zoll-Leichtmetallrädern die elektrische Heckklappe, die Lederausstattung „Dakota“, die Zweizonen-Klimaautomatik, der automatisch abblendende Innenspiegel und die neue „xDrive Status Anzeige“. Die kommt klasse, weil sie genau die Informationen liefert, die so manchem Gelegenheits-Offroader Sicherheit geben: Infos über die aktuelle Quer- und Längsneigung und den freien Blick via 10,25 Zoll-Flatscreen auf die Piste direkt unterhalb der Motorhauben-Sichtkante. In Verbindung mit dem Navi Professional ergänzt um einen Kompass. Andere Helfer wie der serienmäßige Bergabfahrassistent (HDC) sind im SUV-Großkaliber Ehrensache.

Mit On- und Offroad-Überzeugungskraft. Die Fahrwerkstalente sind nicht nur dann gegenwärtig, wenn der Allradler gelassen brutale Steigungen nimmt, mit 21,2 Zentimeter Bodenfreiheit sowie 50 Zentimeter Wattiefe Wasserfurten durchschifft und sich in beträchtlichen Schräglagen über die Hügel windet, sondern noch offensichtlicher auf dem Rennparcours. Beachtlich ist das besonders an diesem Testtag, an dem der Track unter sinnflutartigen Ergüssen abzusaufen droht. Die Streckenführung ist zudem auch noch schnell. Das schafft großen Respekt, aber schon bald wieder zurück gewonnene innere Ruhe, denn ab Werk gehen hier das adaptive M Fahrwerk und die dynamische Dämpferkontrolle mit auf Tour. Runde um Runde baut der hinterachsbetonte und mit 1,99 Meter Breite satt liegende M50d mit seiner tafferen Bremsanlage Vertrauen auf (385 mm-Scheiben vorn, 345 mm hinten). Das Einlenken geschieht präzise, die Reaktionen erfolgen kontrolliert und transparent. In „Sport+“ setzt auch mal das Heck zum Überholen an. Aber nur kurz, dann greift das ESP. Wird es deaktiviert, kann man driften, bis der Tank leer ist. Eines hat man nach einer Stunde Grenzbereich-Ausloten in den mit anthrazitfarbenem Leder und Alcantara bezogenen Sportsitzen vergessen: Der 4,91 Meter lange und 1,70 Meter hohe Brocken wiegt 2.260 Kilogramm.

2.200, 740, 381, 5,2, 6,6, 174 – noch so ein paar Zahlen, die auch etwas mit M50d-Fahren zu tun haben. Ausstattungsbereinigt ist der neue X6 nicht nur bis zu 40 Kilo leichtgewichtiger als der alte, sondern der 3,0 Liter große Reihensechszylinder-Diesel hat ihn mit drei Turboladern, Common-Rail-Direkteinspritzung und Einspritzdrücken von bis zu 2.200 bar voll im Griff. Mit 740 Newtonmetern und 381 PS, die von der serienmäßigen 8-Gang-Sportautomatik kanalisiert werden. In 5,2 Sekunden zeigt der Zeiger des „Black Panel“-Tachos 100 km/h. Voran geht es mit dem stärksten Dieselmotor im X6 dabei deutlich sparsamer als mit dem Topbenziner im xDrive50i mit dem von 407 auf 450 PS erstarkten 4,4 Liter-TwinTurbo-Motor unter der Haube. In der Papierform fließen alle 100 Kilometer 6,6 Liter statt 9,7 Liter Kraftstoff im 50i aus dem 85 Liter-Tank und die CO2-Emission liegt bei sittlichen 174 g/km CO2. Ermöglicht werden die 14 % Verbrauchseinsparung auch durch Sparhelfer wie den „ECO PRO Modus“ oder die zwischen 50 und 160 km/h aktive „Segel“-Funktion.

Diesel bedeutet im SUV, sorry SAV, Kraft und Vernunft, wenn man beim SUV überhaupt von Vernunft sprechen kann. Der 258 PS starke xDrive30d ist im Vergleich mit dem M50d der vernünftigere X6, der trotz seiner Coupéform nur wenig unvernünftiger als der aufrechte X5 ist. Im Alltag kommt man bequem über die Runden. Trotz der sich abduckenden Dachlinie mit vier Türen, fünf vollwertigen Sitzplätzen, der im Verhältnis 40:20:40 umklappbaren Rücksitzbank und adäquatem Kofferraumvolumen. Das berührungslose Öffnen und Schließen der Heckklappe macht das Packen leichter. Mit 580 bis 1.525 Liter passen zehn, bzw. 75 Liter mehr hinein im direkten Vergleich mit dem Vorgänger. An dem orientiert sich der neue X6 weiterhin bei der Übersicht: Hinten herum ist nichts zu sehen, außer mit der optionalen Rückfahrkamera.

Der Drang zur Option fährt im X6 mit. Das Bang & Olufsen High End Surround Soundsystem, das Head-up-Display oder das geniale “Surround View” verhelfen der zweiten Auflage zu noch gediegenerer Universalität. Für die Karosserie stehen zwei Uni- und neun Metallic-Farben zur Auswahl. Neu im Programm sind „Sparkling Storm Brillanteffekt“ und „Flamencorot Brillanteffekt“. Aufmöbeln lässt sich der BMW mit Alutrittbrettern, dem im Vergleich zum Vormodell um 12 Zentimeter länger ausfallenden elektrischen Glasdach und der bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmenden Anhängerkupplung, die mit der im DSC integrierten Anhänger-Stabilitätskontrolle Schlingerbewegungen des Gespanns durch gezielte Bremseingriffe ausgleicht.

Ab Dezember stehen drei X6 Modelle zur Wahl. Der vernünftigste X6 mit 258 PS als xDrive30d für 65.650 Euro, der bullige M50d für kernige 87.300 Euro und der Topbenziner xDrive50i für 82.500 Euro. Im Frühjahr 2015 folgen dann der X6 xDrive35i mit 306 PS (66.150 Euro) und der kraftvolle xDrive40d mit 313 PS (71.850 Euro). Und so viel noch zum „Nischenmodell“: BMWs erste Generation X6 wurde weltweit fast 260.000 Mal abgesetzt. In BMWs US-Werk in Spartanburg sollen bis 2016 eine Milliarde Dollar investiert werden. Damit steigt die Produktionskapazität im größten Einzelwerk der Münchner von 300.000 auf 450.000 Einheiten. Wie viele BMW X6 der zweiten Generation darunter sein werden, ist nach der ersten Testfahrt leicht zu sagen: zu Recht viele. (Lothar Erfert)


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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: automobilmagazin, 2014-10-30

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