Testbericht

Stefan Grundhoff, 6. März 2014
Der X4 soll den Erfolg des BMW X6 in die SUV-Mittelklasse bringen. Das Design passt und der Alltagsnutzen verblüfft.

Kaum zu glauben, aber der BMW X6 hat immer noch keinen echten Gegner. Zu groß ist die Verspätung, mit der Audi und Mercedes ihren Konkurrenzmodellen einen realen Odem einhauchen konnten. Noch bevor die Verfolger beißen, legen die Bayern mit dem kleinen Bruder nach. Das Konzept ist identisch, denn beim X4 handelt es sich um einen X3 mit coupéhafter Dachlinie. Beim Design haben die Schöngeister von der Münchner Knorrstraße im Vergleich zum größeren X6, der Ende des Jahres ebenfalls neu aufgelegt wird, sogar noch einmal draufgesattelt. Der Hüftschwung über dem hinteren Radhaus tut dem 4,67 Meter langen BMW X4 sichtlich gut. Am Heck stört allein, dass es zu LED-Rückleuchten noch immer nicht gereicht hat.

Ein Schnäppchen ist der BMW X4 nicht - besonders im Vergleich zum normalen X3, denn es geht mit dem X4 xDrive 20d für 45.600 Euro. "Doch der eigentliche Aufpreis sind nicht 4.500 Euro, sondern weniger als 1.000 Euro", wiegelt Produktmanager Richard Jacobi souverän ab, "der Rest der Differenz sind Extras, die der X4 serienmäßig an Bord hat wie zum Beispiel Xenonscheinwerfer, Einparkhilfe, Soundsystem, 18-Zoll-Alufelgen oder eine elektrische Heckklappe." Das neue Crossover-Coupé will gar nicht in den Ruf kommen, ein Weichspüler zu sein, so gibt es ihn ausschließlich mit Allradantrieb und nur den Basisdiesel X4 20d ohne Achtgang-Automatik. "Wie beim größeren BMW X6 rechnen wir damit, dass die meisten Kunden Topmotorisierungen und höhere Ausstattungsniveaus wählen werden", ergänzt Jacobi. Bleibt die Frage, wieso die BMW-Verantwortlichen beim Thema M-Version nur schmallippig mit den Schultern zucken. Eine M-Performance-Variante mit 350 PS dürfte fest eingeplant sein; ein echter BMW X4 M nach Vorbild von X5 / X6 mit dem Raketentriebwerk vom neuen BMW M3 / M4 scheint jedoch ausgeschlossen, um den BMW X6 nicht zu gefährden. So müssen die schwächeren Versionen versuchen, dem Hauptkonkurrenten Porsche Macan in die Zange zu nehmen. Das Kernmodell BMW X4 xDrive 30d mit 258 PS kostet 55.100 Euro im Vergleich zu den 57.930 Euro des Porsche Macan S Diesel mit ebenfalls 258 PS.

Das X4-Motorenangebot reicht vom 184 PS starken Zweiliterbenziner bis hin zu den aufgeladenen Dreiliter-Triebwerken X4 xDrive 35d (313 PS ab 60.100 Euro) und X4 xDrive 35i (306 PS ab 58.000 Euro). Die meisten Kunden sollen sich für den neuen SUV-Spaßmacher in China erwärmen können. Auf den weiteren Plätzen folgen Europa und die USA. Mittelfristig soll dafür das Werk in Spartanburg / USA weiter ausgebaut werden und auch eine zweite SUV-Produktionsanlage nach Audi-Vorbild in China dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, denn Spartanburg platzt aufgrund der großen Nachfrage aus allen Nähten. 2013 wurden hier 157.000 BMW X3, 110.000 X5 und 40.000 X6 produziert. Wenn der im Vergleich zum X3 dreieinhalb Zentimeter flachere BMW X4 nach dem Genfer Salon offiziell vom Stapel läuft, ist es jedoch erst einmal Schluss mit neuen X-lingen. Der lange Zeit geplante BMW X2 ist vom Tisch und alle warten, ob es der überfällige X7 doch einmal in die Serie schafft, um die großen Luxus-SUV wie Mercedes GL und Range Rover anzugreifen.

Produktmanager Richard Jacobi freut sich, dass es so viel von der Studie des X4 Concept in die Serie geschafft hat: "Die einzigen nennenswerten Unterschiede sind die Außenspiegel, die Türgriffe und die Frontschürze, die beim Serienmodell sogar noch bulliger als bei der Studie erscheint." Nachdem der X6 anfangs daran zu leiden hatte, nur als Viersitzer im Programm gewesen zu sein, hat BMW daraus gelernt und bietet den neuen X4 mit drei Sitzplätzen im Fond an. Wirklich bequem ist es trotz des überraschend guten Kopfraumes jedoch nur zu zweit. Der 500 Liter große Laderaum lässt sich durch Umlegen der Rückbank auf 1.400 Liter erweitern.
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Quelle: press-inform, 2014-03-06

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