Testbericht

21. Oktober 2003
München, 21. Oktober 2003 – Traumwagen hat man immer zwei: Einen, der wohl nie erreichbar sein wird und einen, den man sich vielleicht in drei Jahren zusammensparen könnte. Oder, wenn man sich das Rauchen abgewöhnt, auch mit monatlichen Raten finanzieren kann. Eine Mischung aus 115-PS-Diesel und BMW compact klingt nicht wie eine Eintrittskarte in die Top Ten der absoluten Traumwagen. Und eigentlich auch nicht wie die in die Welt der leicht erfüllbaren Träume. Aber man kann sich täuschen: Der handliche BMW mit dem kleinen Dieselmotor überrascht auf vielen Gebieten. Lesen Sie unseren Test. Optische Trennung vom großen Dreier Ob einem der Kurze von BMW gefällt, ist Geschmackssache: Während sich die einen über das dynamisch-sportliche Heck freuen, ist es für andere gerade der Stein des (optischen) Anstoßes. Kritiker bemängeln außerdem die wie mit der Lochzange ausgestanzten Scheinwerferaugen. Damit ist der Kurze schon von vorn eindeutig als eigenständiger BMW zu erkennen und hebt sich von der großen Dreier-Reihe ab.  Bei den Heckleuchten hatte BMW ja bereits vor einiger Zeit ein Einsehen: Im aktuellen Modelljahr sind die Klargläser wieder verschwunden und von einer roten Abdeckung ersetzt worden. Das sieht wirklich besser aus. 

Mehr Farb-Pep bei Youngline Nach dem Einsteigen ist das eventuelle Naserümpfen über das Stummel-Heck vergessen. Sobald man den Fahrersessel erobert hat, ist sicher: Das ist ein BMW. Straffer Sitz, griffiges Lenkrad, alle Bedienelemente dort, wo sie hingehören, kein Schalter-Wirrwarr. Auch die Optik stimmt bei unserem Testauto: Handbremshebel, Schalthebel und die Zierleisten am Armaturenbrett und am Lenkrad sind in dem lila leuchtenden velvetblau gehalten, in dem der ganze Wagen lackiert ist.  Dieses hübsche Ambiente ist gegen Aufpreis zu haben. Bei unserem Testwagen war es in der optionalen, 1.500 Euro teuren Ausstattungslinie Youngline enthalten. Dafür gibt`s dann aber auch noch weiße Blinkergläser, Einstiesgleisten mit BMW-Schriftzug, einen anthrazitfarbenen Dachhimmel, ein Sport-Lederlenkrad und in Wagenfarbe lackierte Exterieurteile.  Zweiliter-Dieseleinstieg Unser Testwagen 318td compact wird von einem 115 PS starken Dieselmotor angetrieben. Dieser Selbstzünder steht erst seit kurzem in der Motoren-Palette des compact zur Wahl. Es stellt zugleich den Einstieg in das Diesel-Segment des bayerischen Herstellers dar. BMW-Bezeichnungs-Nachrechner werden feststellen, dass der Motor kein 1,8-Liter ist, wie die Zahl "318" vermuten lässt. Er hat vielmehr 1.995 Kubikzentimeter Hubraum.

Motor: Elastisch und druckvoll Der Motor entpuppt sich als Überraschung. Von unten heraus hat er einen starken Antritt, der Durchzugswillen steigert sich ab 2.000 Umdrehungen merklich. Bei 5.000 Touren, kurz vor dem roten Bereich, hört er dieseltypisch einfach auf, höher zu drehen. Im mittleren Drehzahlbereich lässt sich der 318td überraschend elastisch und druckvoll beschleunigen. Für eine sportliche Fahrweise empfiehlt es sich daher, fleißig zu schalten. Das Aggregat ist dabei von der Geräuschentwicklung her eher dezent, nur bei hohen Drehzahlen wird die Maschine brummig.  10,5 Sekunden auf Hundert Das subjektive Empfinden agiler Beschleunigung wird durch den objektiven Zahlenwert bewiesen: In 10,5 Sekunden sprintet der 318td compact von null auf 100. Der Hersteller gibt die Spitzengeschwindigkeit mit 202 km/h an. Beim Test haben wir allerdings die Tachonadel über die 210-Marke hinausgebogen.

Passendes Fahrwerk Auch der Rest der Technik passt zu BMW: Eine knackige Schaltung mit kurzen Wegen, zupackende Bremsen und ein straffes, aber nicht unkomfortables Fahrwerk sind die guten Eigenschaften des kleinen Weißblauen. Der Einsteiger-Diesel wedelt spurtreu durch Kurven ohne auffällige Wankbewegungen der Karosserie. Im Grenzbereich neigt der 318td eher zum Untersteuern. Droht der Kampf gegen die Fliehkräfte verloren zu gehen, reduziert die serienmäßige dynamische Stabilitätskontrolle DSC die Leistung oder bremst schützend ab.  Verbrauch am gelben Bereich Während unseres Tests hat sich der 318td compact durchschnittlich 7,8 Liter Diesel aus dem Tank gesaugt. Das ist hart am gelben Bereich, denn der Hersteller gibt einen Schnitt von 5,6 Litern an.  Auch hinten lässt sich´s sitzen In punkto Alltagstauglichkeit gibt´s am Kurz-BMW nicht viel zu Meckern. Die Fondpassagiere können dank der guten und schnellen Wegklappbarkeit der Vordersitzlehne und der damit verbundenen Verschiebung des ganzes Sitzes mit erträglichen Verrenkungen einsteigen. Hinten sitzt man als Erwachsener relativ bequem, allerdings unter der Voraussetzung, dass der Mittelplatz frei bleibt. 

Platz für bis zu 1.100 Liter Gepäck In den Kofferraum passen 310 Liter Gepäck, nach dem Umklappen der Rücklehnen lässt sich das Fassungsvermögen auf 1.100 Liter erhöhen. Wer das Ablagenpaket für 300 Euro Aufpreis ordert, bekommt ein praktisches Kleinkram-Staufach in der Gepäckabdeckung, ein Brillenfach und Netze an den Vordersitzlehnen Das Beste an diesem Paket: Die Heckklappe schwenkt nach einem Knopfdruck am Schlüssel automatisch auf.  Einstiegspreis bei 23.200 Euro Nicht zu verschweigen ist der nicht ganz niedrige Preis, der ein weiteres BMW-typisches Merkmal beim 318td compact ist. Er kostet ab 23.200 Euro. Unser Testwagen hätte mit über 33.000 Euro zu Buche geschlagen, da er mit Extras wie der Ausstattung Youngline (1.500 Euro), Leichtmetallrädern (1.100 Euro), einer elektrischen Sitzverstellung mit Memory für den Fahrersitz (1.200 Euro), einem elektrischen Glasdach (950 Euro), einer Klimaautomatik (530 Euro) und anderen Annehmlichkeiten ausgestattet war. Nicht dabei: Ein Navigationssystem. Das hätte noch mal ab 2.300 Euro gekostet.
Technische Daten
Motor Bauart:Vierzylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Technik
Hubraum:1.995
Leistung:85 kW (115 PS) bei UPM
Drehmoment:280 Nm bei 1.750 UPM
Preis
Neupreis: 23.200 €

Quelle: auto-news, 2003-10-21

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