Testbericht

Stefan Grundhoff, 5. Juni 2011
Jetzt geht in der Kompaktklasse so richtig die Post ab. Mit BMW 1er, Mercedes A-Klasse und Audi A3 bringen innerhalb von wenigen Monaten alle Premiummarken neue Modelle auf den Markt. Der 1er BMW macht den Anfang – dynamisch und kraftvoller denn je.

Seine breite Nase steht steil im Wind und er kneift die Scheinwerferaugen in Richtung Konkurrenz grimmig zusammen. Der 4,32 Meter lange 1er BMW macht aus seiner Sportlichkeit keinen Hehl. Mehr als jeder andere hat der Bayer seinen Claim abgesteckt und will die Kunden mit Sportlichkeit und Fahrfreude begeistern. Im Segment der Kompakten ist er der Sportlichste aller Wettbewerber. Das sieht man dem Münchner auf den ersten Blick an. Er ist in der zweiten Generation kraftvoller und markanter geworden, trägt Kanten und Fugen selbstbewusster als der Vorgänger zur Schau. Auffällig bleiben die lange Motorhaube, kurze Überhänge und der lange Radstand von 2,69 Metern. Am Heck hat sich weniger als von vielen erwartet getan; doch auch hier wirkt der 1er mit neuen Lichtmodulen und einer veränderten Heckansicht drahtiger als bisher. Er ist zunächst nur als Fünftürer in den beiden Modelllinien „Sport Line“ und „Urban Line“ zu bekommen, die sich auch innen unterscheiden.

Das Grundkonzept des 1ers bleibt beim Alten. Mit Motor vorn, Getriebe hinten und einer vorbildlichen Gewichtsverteilung von 50:50 will er nach wie vor die Fahrdynamiker im Kompaktklassesegment locken. Dazu kommen das geschärfte Outfit, zeitgemäße Technik und neue Motoren. Sauger haben bei der neuesten BMW-Generation ausgedient. Waren die ebenso kraftvollen wie effizienten Dieseltriebwerke bei den Kunden bereits bisher überaus beliebt, haben die zähen Saugbenziner endlich ausgedient. Basistriebwerk ist der BMW 116i mit einem neu entwickelten 1,6 Liter großen Turbobenziner, der 100 kW / 136 PS leistet. Aus dem gleichen Hubraum holt der 118i 125 kW / 170 PS. Stärkere Vierzylinder mit bis zu 250 PS folgen. Im Dieselsegment soll es ein zwei Liter großer Selbstzünder in drei Leistungsstufen von 116 PS, 143 PS und 184 PS richten. Die Verbräuche liegen zwischen 4,3 und 5,8 Litern auf 100 Kilometern. Alle Modelle sind wahlweise mit einer Sechsgang-Handschaltung oder einer Achtstufenautomatik verfügbar. Neben zahlreichen Effizienzmaßnahmen gibt es für alle Benziner und Diesel Start-Stopp-Automatik, regenerative Bremsen und einen Fahrprogrammschalter mit den beiden Modi Eco und Sport.

Im Vergleich zum Vorgängermodell ist der neue 1er BMW um 8,5 Zentimeter auf 4,32 Meter Gesamtlänge gewachsen. Der Platzgewinn (plus drei Zentimeter Radstand) kommt in erster Linie den Insassen der zweiten Reihe zugute, während das Ladevolumen von 360 bis 1.200 Litern dagegen nur leicht angewachsen ist. Der leicht lieblose Innenraum des Vorgängers ist kaum mehr wiederzuerkennen. Klare Anzeigen, wertige Oberflächen und ein Cockpit, das sich technisch und optisch leicht Richtung Pilot neigt, sorgen für ein neues Wohlfühlerlebnis. Auf dem leicht zerklüfteten Armaturenbrett thront ein 6,5 bzw. 8,8 Zoll großer Flachbildschirm mit Anzeigemodulen für Navigation, Klimatisierung, Radio, Telefon und Fahrzeugeinstellungen.

Auch technisch hat der BMW Einser deutlich aufgerüstet und sich von den größeren Brüdern zahlreiche Komfortausstattungen und Fahrerassistenzsysteme entliehen. So gibt es unter anderem Assistenten für das Halten der Spur, Parken, Überholen und Licht. Dazu kommen Rückfahrkamera, Auffahrwarnung, Tempolimiterkennung und Internetzugang. Produziert wird der 1er BMW im Werk Regensburg. Der neue 1er BMW feiert seine offizielle Weltpremiere auf der IAA Mitte September in Frankfurt und wird ab Herbst im Handel verfügbar sein. Die genauen Preise stehen noch nicht fest, werden jedoch knapp über dem Niveau des Vorgängers liegen, der mit dem 122 PS starken BMW 116i für 22.200 Euro startete.
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Quelle: press-inform, 2011-06-05

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