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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 6. Februar 2014
Um den V8-Fans den Griff zum Bentley-Continental schmackhaft zu machen, spendieren die Engländer dem Einstiegsmodell 21 Zusatz-PS und ein paar optische Retuschen.

Bentley-Chef Wolfgang Schreiber kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: "Der V8 S ist das nächste Kapitel in der Continental-Geschichte, die Bentley-Motors von Erfolg zu Erfolg führt." Das sind eine Menge Vorschusslorbeeren für ein Auto, das mit 528 PS gerade einmal 21 PS mehr hat, als der Einstiegs Continental ohne dem "S" im Namen. Ein paar äußerliche Retuschen gibt es natürlich: Unter anderem einen speziellen Front-Spoiler, vier Auspuffendrohre von denen jeweils zwei die Zahl acht bilden und spezielle 20-Zoll-Reifen. Im Cockpit fallen die schönen Klavierlackapplikationen, die chrombedampften Drehknöpfe, die den guten Audi-Einfluss zeigen und das träge Navigationssystem mit einer veralteten Graphik auf. Bei einem Auto, das mindestens 198.373 Euro kostet, sollte ein modernerer Lotse drin sein.

Beim Motor und dem Fahrwerk gab es größere Änderungen. Um die Leistung nach oben zu schrauben, erhöhten die Bentley-Techniker den Druck des Turbo-Laders um 0,1 Bar und installierten eine Auspuffanlage, die weniger Gegendruck sowie einen herrlich bös-bollernden Sound erzeugt. Beim Fahrwerk legten die Ingenieure ebenfalls umfassend Hand an: Lagerbuchsen, der Querstabilisator und die Federn wurden alle versteift beziehungsweise härter gemacht. Außerdem fliegt der Bentley Continental GT V8 S um einen Zentimeter tiefer über den Asphalt.

Der Allradantrieb mit dem Torsen-C-Mitteldifferential leitet 60 Prozent der Kraft auf die Hinterräder und ist daher hecklastig ausgelegt. Das tut der Agilität sichtbar gut. Das neue Continental-Modell flitzt agil um die Ecken. Wenn es sich aber den Grenzbereich nähert, zeigt sich, dass auch ein noch so ausgefeilter Allradantrieb knapp 2,5 Tonnen Gewicht nicht dauerhaft kaschieren kann. Dann nämlich schiebt edle Brite ganz unmajestätisch über die Vorderräder. Die in vier Stufen manuell justierbaren Dämpfer lassen dem Fahrer die Wahl, wie er sein Gefährt abstimmen will - sportlich straff oder eher kommod. Auch die Lenkung ist gelungen. Mit ihr lässt sich das Nobel-Cabrio präzise um die Ecken zirkeln. Auch wenn die Verwindungssteifigkeit der Oben-Ohne-Version nicht so hoch ist, wie die des Coupés.

Der Motor bildet das passende Antriebs-Gegenstück. Mit 528 PS und einem maximalen Drehmoment von 680 Newtonmetern ist immer genug Dampf auf der Kette. Das doppelt aufgeladene V8-Triebwerk steht stets Gewehr bei Fuß und katapultiert das Cabrio in lediglich 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h. Dazu passt auch die Höchstgeschwindigkeit von 308 km/h. Ganz ordentlich. Damit diese Leistung auch dementsprechend abgerufen werden kann, hat die Truppe um Baureihenleiter Paul Jones auch das Sport-Fahrprogramm etwas nachgeschärft: Die Gänge werden länger gehalten, die Gaspedal-Kennlinie ist noch etwas aggressiver ausgelegt und das ESP greift später ein.

Dazu braucht es aber auch eine angemessene Verzögerung. Die kräftigen Karbon-Keramik-Bremsen mit riesigen Bremsscheiben kosten 12381,95 Euro Aufpreis. Bei einem derart wertvollen Auto und einem recht hohen Gewicht ist das gut angelegtes Geld. Dass sich der Bentley-Continental aber auch über längere Strecken kommod und entspannt bewegen lässt, liegt auch an den sehr bequemen Sportsitzen. Dass der Nobel-Brite ein echtes Fahrer-Auto ist, merkt man auch an den fehlenden Assistenzsystemen: Einen Spurwechsel-Warner sucht man beispielsweise vergebens im Aktivierungs-Menü. Immerhin ist ein adaptiver-Tempomat darin enthalten.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: press-inform, 2014-02-06

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