Testbericht

27. Juli 2004
Monte Carlo, 26. Juli 2004 – Mit dem Sportback reicht Audi den Fünftürer zum A3 nach. Damit hält die neue Familien-Nase, der so genannte Single-Frame, auch in die Kompakt-Klasse Einzug. Audi kombiniert den Sportback außerdem auf Wunsch mit einer Motor-Innovation: Dem 2.0 TFSI mit starken 200 PS. Das ist der weltweit erste Benzin-Direkteinspritzer mit Turbolader. Wir sind den Newcomer bei seiner Presse-Vorstellung in Monte Carlo bereits gefahren. Dieser Audi fällt auf Der Sportback fällt zweifelsohne auf. Selbst in den Straßen von Monte Carlo, wo man mit dem Ferrari Brötchen holen fährt, erntet der Audi-Neuling neugierige Blicke. Das ist nicht nur der feuerroten Lackierung unseres Testwagens zu verdanken, sondern vor allem der rasanten Optik des jüngsten Ingolstädters. Grimmiger Blick, dynamische Linie Vorn schaut der Sportback beinahe grimmig aus dem neuen Audi-Gesicht mit dem großen Trapez-Kühler. Markante Schweller in der Seitenlinie machen unmissverständlich klar, dass „Sport“ wörtlich zu nehmen ist. Dagegen erscheint die Heckansicht eher klassisch-unauffällig. Eine Dachreling, die es gegen 260 Euro Aufpreis gibt, verleiht der Ansicht noch einen Kick Dynamik. Trotz großer Ähnlichkeit mit dem A3-Dreitürer unterscheiden sich die beiden: Der 83 Millimeter längere Fünftürer wirkt, auch dank dem dritten Seitenfenster, sportlicher als sein Bruder. Das Plus an Länge kommt vor allem durch eine Streckung des Hecks und einen längeren Überhang zustande.

Interieur: Hochwertig und gut verarbeitet Das Interieur ist wie auch beim Dreitürer hochwertig und gut verarbeitet. Die optionalen Sportsitze geben sowohl auf der Sitzfläche als auch im Rücken ausreichend Seitenhalt. Die Liste mit den gegen Aufpreis erhältlichen Extras lässt kaum Wünsche offen, so werden beispielsweise eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und ein DVD-Navisystem mit 6,5-Zoll-Monitor angeboten. Drei- oder Vierspeichenlenkrad Besonders auffällig ist das Lenkrad mit einem trapezförmigen Pralltopf, der an die Kühler-Nase erinnern soll. Bei den Schaltgetriebevarianten hat das Steuerrad vier Speichen, die Tiptronic- und DSG-Versionen verfügen wegen der Schaltwippen über ein Dreispeichen-Lenkrad. Hinten gibt’s Platz genug Die Passagiere können dank weit öffnender Türen den Fond bequem erobern. Unser Testredakteur hatte mit seiner Größe von 1.80 Metern genügend Knie- und Kopffreiheit. Da es Sportback-Varianten mit Front- und mit dem Allradantrieb quattro gibt, unterscheiden sich die Stau-Volumina ein wenig, da der quattro-Antrieb mehr Platz benötigt. Bei voller Besetzung passen beim Fronttriebler 370 Liter Gepäck in den Stauraum (302 Liter beim quattro). Wenn beide der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen geklappt sind, lassen sich insgesamt 1.120 Liter Freizeit-Ausrüstung oder Einkäufe unterbringen (1.052 beim quattro).

2.0 TFSI mit 200 PS Der von uns getestete Zweiliter-Benzin-Direkteinspritzer wird von einem Turbolader beatmet und liefert daher satte 200 PS. Das ist nicht nur auf dem Papier ein rasanter Wert, der Sportback fährt sich mit diesem Motor auch ausgesprochen agil. Kein Wunder: Das maximale Drehmoment von 280 Newtonmetern liegt zwischen 1.800 und 5.000 Touren an. Das macht den kompakten Fünftürer zum Spaßmacher par excellence: Immerhin spurtet der Audi mit Schaltgetriebe in 7,1 Sekunden auf Tempo hundert und erreicht eine Spitze von 234 km/h. Mit dem optional erhältlichen Direktschaltgetriebe DSG wird der Sportback 2.0 TFSI um eine zehntel Sekunde und zwei km/h schneller. Knackiges Getriebe, exakte Lenkung Das knackige Sechsgang-Getriebe und die exakte, leichtgängige Lenkung leisten einen nicht unerheblichen Part zum Fahrvergnügen. Um eine möglichst satte Straßenlage zu ermöglichen, kann der A3 auch mit einem Sportfahrwerk (Serie bei der Ausstattungslinie Ambition) bestellt werden. Dadurch liegt der Wagen nicht nur tiefer, die Federung ist auch straffer abgestimmt. In Verbindung mit dem Vierrad-Antrieb quattro und dem zeitig sanft eingreifenden ESP wird der Sportback zum Kurvenräuber, der herkömmlichen Familien-Kombis eine lange Nase dreht. Auch kleinere Motoren Neben dem Turbo-Benziner stehen ein 1,6-Liter-Otto mit 102 PS, ein 1,6-Liter-FSI mit 115 PS und ein 2,0-Liter-FSI mit 150 PS in der Liste. Aus dem Diesel-Regal können ein 105 PS starker 1.9 TDI und ein Zweiliter-Diesel mit 140 PS bestellt werden.

250 PS: Der heimliche S3 Als stärkste Maschine kann ein 3,2-Liter-Sechszylinder-Benziner geordert werden, der mit seinen 250 PS das bis dato schnellste Rennpferd S3 in den Schatten stellt: 6,3 Sekunden auf Tempo hundert und eine bei 250 km/h gedrosselte Spitzengeschwindigkeit lassen gewaltig Freude aufkommen. Hier der Vergleich: Der frühere S3 hatte 1,8 Liter, 225 PS, brauchte 6,6 Sekunden und fuhr 243 km/h. Es steht daher noch nicht fest, ob es überhaupt eine „offizielle“ S3-Variante vom neuen A3 geben wird. Drei Ausstattungen Der A3 Sportback ist in den drei Ausstattungsvarianten Attraction, Ambition und Ambiente zu haben. Das preiswerteste Modell ist der 102 PS starke 1.6 Attraction, der für 19.700 Euro in der Liste steht. Das sind 650 Euro mehr als der Dreitürer kostet und 100 Euro weniger als der 115 PS leistende 116i von BMW. Der teuerste A3 ist der 3.2 quattro mit DSG, der ab 33.900 Euro kostet. Weitere Preise entnehmen Sie bitte unserer Preisliste. Klima nur gegen Aufpreis Zur Serienliste des Sportback gehören sechs Airbags, das ESP, elektrische Fensterheber vorn und hinten sowie die Wegfahrsperre. Innenraum-Kühlung gibt es übrigens nur gegen einen heißen Aufpreis: Für die Zwei-Zonen-Klimaautomatik stehen 1.390 Euro mehr auf der Rechnung.
Technische Daten
Motor Bauart:Vier Zylinder, Reihe, 16V, FSI, Turbo
Hubraum:1.984
Leistung:147 kW (200 PS) bei UPM
Drehmoment:280 Nm bei 1.500-5.000 UPM
Preis
Neupreis: 19.700 € (Stand: Juli 2004)
Fazit
Der Audi A3 Sportback ist mehr als nur die fünftürige Variante der Ingolstädter Kompaktklasse. Er sieht nicht nur sportlich und dynamisch aus – er fährt sich beispielsweise mit dem 2.0 TFSI-Motor auch sehr agil. Dieser Umstand, kombiniert mit einem hervorragenden Handling, macht ihn zum echten Audi. Dazu gibt es Komfort- und Technik-Ausstattungsmöglichkeiten, die in dieser Klasse noch nicht lange möglich sind: Die Benzin-Direkteinspritzung mit einem Turbo kombiniert beispielsweise oder das Direktschaltgetriebe DSG sind Innovationen, die in nächster Zeit die Technik im Automobilbau bestimmen werden. Die Sportback-Kunden werden wohl vor allem unter den jüngeren Leuten zu finden sein, obwohl der genannte Grundpreis von unter 20.000 Euro eher ein theoretischer Wert sein dürfte. Aber für das Geld bekommt man ein praktisches, sportliches und richtig schönes Auto. (hd)

Quelle: auto-news, 2004-07-27

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