VW Golf 6 - Geschichte, Hintergrundinformationen und Fakten
Immer schwerer, immer teurer, immer sicherer. Formgebung: evolutionär statt revolutionär. Praxisnutzen: wie vom Golf V gewohnt. Mehrgewicht und Aufpreis mit Maß: plus 60 kg, plus 200 die Highlights des am 10. Oktober startenden VW Golf VI.
Adé Blau: Die Instrumente erstrahlen endlich wieder in Weiß. Das war´s an Neuheiten: Könnte man denken, wenn man sich den still gezeichneten Golf VI (wie der erste Golf von Giugiaro wieder von einem Italiener, Walter de Silva, kreiert) genauer betrachtet: Er grinst nun um die Scheinwerfer und kauert bulliger auf dem Asphalt (Breite: + 27 mm), aber Revolutionen können kaum evolutionärer ausfallen als hier: steil abfallendes Dach, damit viel Platz im Fond und viel Ladehöhe im Kofferraum. Gefühlsmäßig ist der Golf VI fast genauso lang und hoch wie der Vorgänger (4.199 und 1.479 mm, - 5 und + 6 mm). So ändert sich auch im Innenraum grundsätzlich wenig: Die Kopf-, Bein-, Schulterfreiheit in der 1. und 2.Reihe bleibt die gewohnte, und die Rückbank ist weiterhin im Verhältnis 50:50 teil- und umklappbar raffinierte Raumkonzepte: Sucht man vergebens. Positiv sind dagegen die tiefe Ladekante und 350 bis 1305 l im 0,73 bis 1,54 m tiefen Ladeabteil. Negativ: Die nach wie vor bestehende Stufe am Boden bei umgelegter Rückbank, die zu breite C-Säule und die nun fehlenden Rammschutzleisten an den vorderen Ecken des Stoßfängers (übrigens: der eigentliche Grund für den jetzt kürzeren Golf). Neu: die größeren Außenspiegel, Türgriffe und Spiegel in Wagenfarbe (in allen Varianten) und weit sichtbar das Tagfahrlicht.
Mehr Ausstattung, mehr Komfort: Die Klimaanlage, sieben Airbags (inklusive Kneebag), ESP mit Anhängerstabilisierung, aktive Kopfstützen (WOKS) und Bordcomputer gehören in jeder Ausstattungslinie zur Serienausstattung (wie bisher: Trendline, Comfortline, Highline). Der neue Golf ist akustisch komfortabler: wegen einer neuen Dämmfolie in der Frontscheibe, effektiveren Scheiben- und Türdichtungen, verbesserter Abdichtung der Schottwand und besser schallisolierter Kotflügel. Die Seitenairbags hinten (mit Anschnallwarner) kosten wie die Kamera unter dem VW-Emblem im Heckdeckel oder das Ersatzrad Aufpreis. Der Dreitürer ist 800 günstiger als der fünftürige Golf. Erstmals gibt es für 1100 extra ein adaptives Fahrwerk (Einstellungen Sport oder Comfort). Die Einparkautomatik schlägt mit 700, die Bi-Xenon-Scheinwerfer mit 1.080 und die DVD-Navi mit Festplatte mit gepfefferten 2.500 zu Buche. Und auch ein uraltes VW-Ritual feiert Neuauflage: Seit 1974, dem Golf I und fast 35 Jahren kostet das Radio weiterhin Aufpreis.
Golf VI Hybrid? Motoren und Preise
Schnell zusammengefasst: Günstigere Verbrauchswerte, ruhigerer Lauf hat der VW TDI mit dem neuen Golf Laufkultur gelernt? , vier Benziner und zwei Dieselmotoren (alle Euro 5, alle Selbstzünder serienmäßig mit Partikelfilter), 5- und 6-Gang-Schaltgetriebe oder ein 6- oder 7-stufiges Doppelkupplungsgetriebe, eine Variante mit Flüssiggastank, aber in Zukunft keine Sechszylinder mehr im Motorenprogramm. Die Preisspanne: 16.500 bis 27.225.
Hybrid? Die Zukunft des Golf VI 2008 bis 2015
War Volkswagen (Audi) Vorreiter in Sachen TDI, so stellt man sich mit dem Golf VI Hybrid, weit abgeschlagen von Toyota und Honda, hinten an. Ein innovatives Antriebskonzept, auf welches das Volkswagen-Volk sehnlich wartet? Fehlanzeige. Terminiert ist die Serienproduktion eines Golf Hybrid (mit Dieselaggregat und Elektromotor) erst auf 2015. Viele andere neue Golf-Modelle und -Motoren kommen schon lange vorher auf den Markt.
Neuer Golf R20: Ablösung des R32
Schon Ende 2009 können sich begeisterte VW-Fahrer auf ein neues Top Modell des Golf freuen, den Golf VI R20.
Analog zum GTI leistet auch hier ein Zweiliter-FSI-Turbo seinen Dienst, der allerdings nach einer gründlichen technischen Überarbeitung eine Spitzenleistung von 290PS entfaltet und wahlweise an ein manuelles 6-Gang Getriebe oder ein DSG gekoppelt ist. Dank dieser enormen Leistung soll der R20 bereits nach 5s die 100km/h Marke durchbrechen und eine Endgeschwindigkeit deutlich über GTI-Niveau erreichen.
Spannend bleibt, ob der aus Gewichtsgründen geplante Verzicht auf ein Allradkonzept der Fahrdynamik des R20 gerecht wird und das elektronische XDS-Sperrdifferential dem Frontantrieb die gewisse Note verleiht um die satte Leistung angemessen auf die Straße zu bringen. Die Tage des sportlichen Allradlers R32 scheinen nun endgültig gezählt…
Der neue VW Cross Golf
Der Schokoriegel der Offroad-Klasse?
Golf spielt man im Gelände. Cross Golf auch. Der Urahne, der Country Golf, erledigte jenes mit optischen Verrenkungen am Outfit. Der Country Golf avancierte mit playmobilen Proportionen zum Schokoriegel der Offroad-Klasse: „Golf Kinder Country“. Praktisch war er vorallem fürs Forstamt und die lieben Jäger. Genutzt hat es ihm von den Verkaufszahlen eher wenig. Er blieb auf der Straße ein Exot. Die Förster waren damals offensichtlich schwer in der Minderheit.
Und nun? Der neue Cross Golf wurde auf die Basis des Golf Plus gestellt. Mit seinem höher gesetzten Aufbau und rustikalerem Look schlägt das nun schon sechste Golf-Derivat somit eine solide Brücke zwischen den MPVs (Multi Purpose Vehicles) und SUVs (Sport Utility Vehicles). Die Variabilität hat sich der VW mit längs verschiebbarer Rücksitzbank, die das Kofferraumvolumen von 395 auf maximal 540 Liter erweitert und ganz in der Ebene zu einem Gepäckvolumen von 1.450 Liter führt, vom Van abgeschaut, die Optionen für derberes Parkett von den populären SUVs.
Dass er denen, wenn es im Gelände rustikaler zur Sache geht, nicht mehr folgen kann, zeigt sich an der doch eher milden Höherlegung von 20 mm und einem Unterbau, der mit 111 mm Bodenfreiheit prohibitiv auf „Schlechtwegefahrwerk“ getauft wurde. Allrad ist nicht mit an Bord, sondern nur der Frontantrieb. Zuviel sollte man von einem, der auch ganz süß mit „Candy Weiß“ offroad geht (eine von sechs Außenlackierungen) daher auch nicht erwarten. Schweres Gelände ist Sperrzone, softes, begrenzt von Bodenfreiheit und Zweiradantrieb, aber durchaus drin.
Typisch Cross – siehe Cross Polo – sind die umlaufende und in Anthrazit gehaltene All-Terrain-Verkleidung, die Radlaufverbreiterungen, die silbernen Spiegelkappen und die oben aufgestülpte, ebenso in Silbern gehaltene Dachreling. Serienmäßig wurde der offroadig aufgebrezelte Wolfsburger vorne mit zweifarbigen Sportsitzen ausstaffiert. Die Lehnen der Vordersitze sind zudem außen mit Klapptischen und Ablagetaschen ausgestattet. Darüber hinaus gibt’s Einfassungen der Luftausströmer in Edelstahloptik, Pedalkappen im gefaktem Alu und echtes Leder um Dreispeichenlenkrad, Schalthebelverkleidung und Schaltknauf. Serie sind fünf Türen, die halbautomatische Klimaanlage „Climatic“, das kühlbare Handschuhfach und die praktischen Getränkehalter für 1,5 Liter-Flaschen, aber nicht Fahr-Erleichterer wie Bi-Xenon, Rückfahrkamera oder der Parkassistent.
Bereits im April wird der VW Cross Golf mit fünf Euro-5-TDI- und TSI-Motoren zu haben sein. Mit 105, 122 oder 160 PS als überzeugend „downgesizter“ TSI-Benziner oder als kraftvoll-sparsames TDI-Aggregat mit Partikelfilter und 105 oder 140 PS. Ausgeliefert wird VWs Softroader immer in Verbindung mit dem 6-Gang-Getriebe. Optional gibt es ihn, jedoch nicht in Verbindung mit dem 105 PS-TSI, auch mit dem 7-Gang-DSG. (le)