VW Multivan

(Quelle: auto-motor-und-sport)
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Dem T5 Multivan Comfortline mit 174 PS, sieben Sitzen, Lederausstattung, Dreizonen-Klimaautomatik, Navigationssystem und Gegensprechanlage blickt die auto motor und sport-Redaktion nach rund 100.000 Kilometern im Dauertest mit weinendem Auge hinterher.


Ähnlich war es vor fünf Jahren mit dem T4 Multivan TDI, obwohl dieses Modell mit teurer Wartung und vielen Kundenproblemen - etwa wegen brechender Spannrollen - in puncto Zuverlässigkeit nicht in jeder Hinsicht überzeugen konnte. Das damalige Dauertest-Exemplar blieb jedoch von gröberen Malaisen verschont und verließ die Redaktion ehrenhaft mit einem zweiten Platz in der klassenbezogenen Mängelindex-Liste - im Gegensatz übrigens zu einem acht Jahre zuvor geprüften T4 Caravelle mit 2,5-Liter-Benziner, der während der Testdistanz durch ausgeprägte Pannenfreude auffiel. Es kam dieses Mal zwar nicht ganz so dick, trotzdem erreichte der im März 2005 (zwei Jahre nach seiner Markteinführung) angetretene Dauertest-T5 im auto motor und sport-Mängelindex nur Rang neun.

Anlasser streikt bei Kilometer 29.456

Damit beginnt die Mängelhistorie des Test-T5, Ersatz kostet 359 Euro. Danach herrscht Ruhe - bis Redakteur Alexander Bloch vor dem Söldener Gletscher von einem leistungsverweigernden Motor und einer Bremse ohne Servounterstützung festgesetzt wird: Eine Unterdruckleitung hatte sich gelöst. Nach deren Befestigung in der Werkstatt liefert der Fünfzylinder wieder Power satt.

Wie üblich allerdings mit einer kleinen Anfahrschwäche, die speziell in beladenem Zustand oder an Steigungen stört. Auch sanftes Anfahren des Handschalters erfordert Akkuratesse. Im Hängerbetrieb kann dabei die Kupplung schon mal in Stress geraten. Selbst wenn die joystickartige, knackige Sechsgangschaltung einen enormen Sprung zur schludrig geführten Fünfgangbox des Vorgängers darstellt, verwaltet die optional erhältliche Sechsgangautomatik das Drehmoment bekömmlicher.

Durchschnittsverbrauch von 10,6 Liter

Sanftmütigen genügten 8,5 Liter, Schnelle pumpten 13,1 Liter auf 100 Kilometer durch die Düsen. Angesichts der Transportkapazität und des Elans des Multivan respektabel.

Langstrecken sind kein Problem, gern auch mit zügigem Durchschnittstempo, wie Einträge in den Bordkarten dokumentieren. Sie preisen neben dem kräftigen Motor, der großen Reichweite (über 750 Kilometer), der wirksamen Klimatisierung und dem angenehmen Geräuschniveau auch den ordentlichen Federungskomfort. Durchweg Lob kassiert er auch für das überragende Raumangebot.


Defekte Schiebetür und mangelhafte Sensoren

Eine Verlängerung der Mängelliste verursachte bei Kilometerstand 53.224 die linke Schiebetür durch latentes Hakeln. Nach Einstellung in der Werkstatt lief es für sie wieder besser. Bei dieser Gelegenheit gab es auch einen neuen Sensor für die vordere Einparkhilfe, da er bisweilen ohne Grund anschlug. Ebenso wie zwei seiner Kollegen, die bei Kilometerstand 67.782 ersetzt werden mussten - Folgen einer mangelhaften Serie. Ähnlich wie bei der Wasserpumpe, die rund 22.000 Kilometer später nach Kühlmittelverlust gewechselt werden musste. Allesamt Probleme, an denen viele T5 laborieren, wie die Leserzuschriften sowie Foreneinträge zeigen.

Zudem steigern teure Extras (wie etwa das Navigationssystem) den Wertverlust, der VW büßte über die Distanz fast 51 Prozent ein. Hinzu kommen partiell hohe Unterhaltskosten, etwa aufgrund des Reifenverschleißes. Vor allem die 17-Zöller mit hohem Tragfähigkeitsindex gehen ins Geld. Günstiger sind die Inspektionen. 30.000-Kilometer-Intervalle und das Entfallen der teuren Zahnriemen-Wartung entschädigen für das kostenintensive Longlife-Öl.

Das Fazit ist zwiespältig: Die inneren Werte des Multivan überzeugen, die Dauerhaltbarkeit enttäuscht. Leser Willberg bringt es auf den Punkt: "Der Multivan wäre toll - wenn er funktionieren würde."


(Quelle: auto-motor-und-sport, 31.05.2007)

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